Warum sich der Hannoversche Sturm in dieser Partie so wenig zutraute, blieb ein Rätsel. Schließlich war der HSV keineswegs übermächtig oder besonders druckvoll.
Nach anfänglich vielversprechendem Beginn - die 96er gingen durch Gräber nach feiner Vorarbeit von Neuzugang Poulsen in Front - zogen sich die Niedersachsen mit großem Personalaufwand an ihren Strafraum zurück. Rodekamp und Poulsen lagen fortan sicher angekettet bei Sandmann und Kurbjuhn brach, Siemensmeyer und Straschitz hatten im defensiven Mittelfeld zu tun, so dass einzig Gräber als punktueller Unruheherd verblieb. Die Hamburger mussten noch auf die Neuzugänge Hans Schulz (verletzt), Elmar May (Übergewicht) und Hellfritz (noch Perspektivspieler) verzichten und hatten in Giesemann und Pohlschmidt zwei glatte Ausfälle. Da Bähre das Spiel zudem arg verschleppte, Charly Dörfel ohne Ball zum Spaziergänger mutierte und es Uwe Seeler meist mit drei Gegenspielern zu tun hatte, kam der HSV nur schwer ins Spiel.
Erst als sich die Außenverteidiger Sandmann und Kurbjuhn vermehrt in den Angriff einschalteten und Willi Schulz ins Mittelfeld ging, wurde die Partie wirklich einseitig, fand vorwiegend zwischen Mittellinie und Hannover Sechzehner statt. Zuhilfe kam den Gastgebern beim 1:0 ein Fehler Podlaslys, der nach einer Charly-Dörfel-Flanke zwar aus dem Tor kam, jedoch auf halber Strecke verharrte. Bernd Dörfel ließ die Kugel aufprallen und köpfte sie im Bogen über den 96-Keeper hinweg ins Tor (40.). Kurz vor der Pause setzte Seeler rechtzeitig einem Abpraller nach und sorgte für das 2:1. Im zweiten Durchgang ließ 96 zwar hinten nichts mehr anbrennen, tat aber viel zu wenig, um das Spiel noch zu drehen.