Genaue Beobachter der HSV-Erfolge der letzten Wochen mussten bei genauem Hinsehen eingestehen, dass die Hanseaten zumeist nicht als besseres, sondern als glücklicheres Team punkteten. Dabei half der Truppe aus dem Mittelfeld der Liga nicht zuletzt das Unvermögen der jeweiligen Gegner (Bremen, Nürnberg etc.) im Angriff davor, die Spiele zu vergeigen. Gegen Hertha war nun Klartext angesagt. Die Berliner deckten in dieser Begegnung die Schwächen der Hamburger in voller Breite auf und landeten einen verdienten Kantersieg. Sechs Tore gelingen einem Team nicht alle Tage, doch heute war Hertha so haushoch überlegen, dass Mitleid für die Gäste schon ein schnell aufkeimendes Gefühl wurde. Hätten die Berliner allerdings auch noch die Chancen verwertet, die stark nach Kann-man-eigentlich-nicht-vergeben rochen, wäre der Sieg zweistellig ausgefallen. So musste letztlich ein Mann hervorgehoben werden, der bis dato mehr mit durchwachsenen Leistungen einen Stammplatz behauptete, als mit überdurchschnittlichen Auftritten: Bart Goor. Der belgische Nationalspieler lieferte schlichtweg eine Weltklasse-Partie, die mit vier Toren, je einem Latten- und Pfostenschuss von den Highlights her kaum mehr zu toppen war. Der HSV dagegen war nur einfach peinlich.