Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Bayer Leverkusen - Hansa Rostock

Verunsicherte Bayer-Elf von Salou düpiert

Immer noch schnell wie eine Gazelle: Bachirou SalouImmer noch schnell wie eine Gazelle: Bachirou Salou

Eine etwaige Trainerentlassung als Endzeitszenario hinzustellen, darf man getrost als Verhöhnung nicht so gut betuchter Mitbürger hinstellen. Unter dem Druck dieser und ähnlicher Schreibkünste weniger geschätzter Kollegen befanden sich das Bayer-Team, sein Übungsleiter und das sich selbst der "Herumeierei" bezichtigende Management des Werkklubs. Dafür kam die Toppmöller-Elf ganz gut ins Spiel und drängte die Hanseaten vorerst etwas zurück. Wirkliche Torgefahr ging vom Millionen-Ensemble zwar nicht aus, doch zaghafte Bemühungen durften Beobachter den Akteuren in Schwarz-Rot nicht absprechen. Rostock kam erst mit der Einwechslung von di Salvo nach einer halben Stunde zu echten Angriffen. Als Lantz Salou per Steilpass auf die Reise schickte, klingelte es dann auch im Kasten von Schlussmann Butt (35.), weil Cris dem immer noch schnellen Mann aus Togo nicht zu folgen vermochte. Zwar erzielte Babic bereits drei Minuten später den Ausgleich, nachdem er zentral im Strafraum von Cris bedient wurde, doch ein weiterer Salou-Durchbruch (38.) stellte den alten Abstand wieder her. Hierbei war der Zweikampferfolg Salous gegen Ramelow entscheidend, der den blonden Nationalspieler Haken schlagend alt aussehen ließ.

Erwartungsgemäß drückte Bayer mit teils neuem Personal (aus der erfolgreichen Amateurabteilung) auf den Ausgleich, doch, obwohl das Spiel vorwiegend in der Hansa-Hälfte stattfand, gelang es den ideenlosen Leverkusener Stars nicht, die Rostocker Abwehr vor Probleme zu stellen. So waren die allerdings auch selten zwingenden Gegenstöße der Norddeutschen wesentlich erfolgversprechender, als die sinnlose Querspielerei der Gastgeber. Die Begegnung blieb zwar irgendwie spannend, doch das Spielniveau sank kontinuierlich. Als der Abpfiff ertönte, gab es niemanden mehr, der den "Trainer des Jahres" der Vorsaison, Klaus Toppmöller, auch im nächsten Bayer-Pflichtspiel in der Coachingzone des Werkklubs erwartete. Nachtrag: Am Sonntag nach dem Spiel trennte sich Bayer wie erwartet von Toppmöller und übertrug dem Trainer der Amateurmannschaft, Thomas Hörster, die Trainingsleitung.