Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Borussia Dortmund - FC Bayern München

BVB-Erfolg nach achteinhalb Jahren

Sein Elfmetertor reichte zum Erfolg über den FCB: Marcio AmorosoSein Elfmetertor reichte zum Erfolg über den FCB: Marcio Amoroso

Im Aufeinandertreffen der BL-Schwergewichte verhakelten sich die Kontrahenten zu Beginn in Eins-zu-eins-Situationen, die sich vorwiegend zwischen den Strafräumen abspielten. Ein Distanzschuss von Hargreaves bedeutete die erste Torszene, doch Weidenfeller brauchte nicht eingreifen, weil das Leder um Zentimeter übers Tor jagte (9.). Die ausgeglichene Partie war auch in der Folgezeit von den sicheren Abwehrreihen geprägt, die sich schnell auf die übersichtlichen Angriffsbemühungen der Offensivabteilungen einstellten. Ausnahmen vom verbissen geführten Mittelfeldspiel waren nur punktuell zu verzeichnen. So zielten Koller per Drehschuss (21.) und Zé Roberto (28.) knapp am gegnerischen Kasten vorbei. Ein Spitzenspiel bekamen die Zuschauer aufgrund der dominierenden Defensivtaktiken also nicht zu sehen und das torchancenarme Gekicke blieb vor der Pause ohne weitere Highlights, da die ideenlosen Stürmer keine Lücken fanden.

Dem FC Bayern gelang nach dem Wechsel durch Sagnol ein kleiner Durchbruch, aber mehr als ein Schuss ans Außennetz sprang dabei nicht heraus (49.). Coach Sammer reagierte nach einer Stunde und nahm für den farblosen Ewerthon dessen Landsmann Amoroso ins Spiel. Dessen erster Auftritt folgte umgehend. Eine Rosicky-Ecke erreichte der von Kehl im Luftkampf bedrängte Niko Kovac nur mit der Hand und Schiri Merk zeigte auf den Elfmeterpunkt. Amoroso schoss halbhoch, für Kahn unerreichbar, zum Führungstreffer des BVB ein (62.). Der FCB wurde nun wesentlich aktiver, doch nicht einfallsreicher bei seinen nachfolgenden Angriffsbemühungen. Die Totalausfälle Elber und Pizarro erhielten keine verwertbaren Zuspiele, weil sich das Münchener Mittelfeld zu wenig um das Flügelspiel kümmerte. Tief gestaffelt erwarteten die Gastgeber die übersichtlichen Angriffe und zerstörten den Bayern-Spielfluss durch kampfstarken Einsatz. Von den wenigen BVB-Kontern ging dennoch mehr Gefahr aus, als von den weiterhin überlegenen Bayern. Richtig eng wurde es allerdings nur bei einem Koller-Kopfball, der sein Ziel nur um wenige Zentimeter verfehlte (85.). So kamen die Dortmunder in einer über weite Strecken enttäuschenden Partie nach achteinhalb Jahren erstmals wieder zu einem Erfolg über einen FC Bayern, der die Kreativkräfte Ballack, Scholl, Salihamidzic und Deisler nicht gleichwertig ersetzen konnte.