Auf Ailton wollte der HSV, speziell Ujfalusi, besonders gut aufpassen. 26 Sekunden nach Spielbeginn stand der führende der Torschützenliste allerdings bereits frei vor HSV-Keeper Wächter, der mit einer reaktionsschnellen Fußabwehr den Paukenschlag Werders verhinderte. Diese Torchance war indes kein Strohfeuer, denn die Bremer beherrschten Ball und Gegner in der Folgezeit/Halbzeit eins so eindeutig, dass gar von einem Klassenunterschied die Rede war. Zum Glück für den HSV übertrieben die Gäste ihren Kombinationselan, denn im Strafraum fehlte der konzentrierte Abschluss, aber auch der nötige Druck. Das sich verzögernde 1:0 Werders fiel erst in der 27. Spielminute. Micoud hatte Ailton steil geschickt, Wächter wehrte per Pressschlag ab, während Ailton einen Kopheister schlug und Ernst den Abpraller aus über 25 Metern zwischen Ujfalusi und Benjamin hindurch ins HSV-Tor bugsierte. Die Schaaf-Fußballer ließen danach den bis dahin offensiv total enttäuschenden HSV etwas kommen, doch außer einem Beinlich-Tor, dem wegen eines vorangegangenen Takahara-Fouls die Wertung versagt blieb, fehlten weitere Highlights.
Wie verwandelt präsentierten sich die Hamburger nach der Pause. Mit Rahn auf der linken Außenbahn kam Esprit in die HSV-Offensive und Chancen im Minutentakt folgten. Barbarez (46.), Mahdavikia (47.) und Rahn (49.) prüften Reinke oder schossen vorbei. Als Rahn einen Freistoß von halbrechts flach um die niedliche Bremer Zwei-Mann-Mauer zirkelte und ins kurze (Reinke-)Eck traf, war die Belohnung der minutenlangen Bemühungen perfekt: 1:1. Das Spiel gewann nach dem Ausgleich weiter an Fahrt, wobei zuerst die Hamburger dominierten, die Bremer aber alsbald mit Gegenattacken antworteten. Eine Vielzahl an Tor- und Strafraumszenen folgten: Ailton (55.), Lisztes (61.), Mahdavikia (79.) und Reinhardt (85.) hatten dabei die besten Möglichkeiten auf den Siegtreffer. Das spannende Derby gab jedoch kein Tor mehr her und so trennten sich die norddeutschen Kontrahenten mit einem friedlichen Remis.