Im Vorfeld hatten die FCB-Offiziellen einigen Respekt für die bisherigen Bremer Leistungen in dieser Spielzeit bekundet, doch auf dem Platz sah es zumeist etwas anders aus. Während sich die zuletzt so offensivstarken Gastgeber in einer Defensivtaktik verkrümelten und auf Konter über Klasnic und Ailton setzten, übernahmen die Bayern die Spieldominanz und kamen durch Pizarro auch zu ersten Möglichkeiten (7. und 13.). Werder tat sich in der Offensive überaus schwer, wobei sich ihre beiden Stürmer immer wieder von der FCB-Abseitsfalle bloßstellen ließen. Ungewohnte Stock- und Abspielfehler gesellten sich in Werders Vorwärtsbewegung hinzu, aber auch die Abwehr war nicht frei von Schwächen (Reinke). Ein Ismael-Freistoß (24.), ein Außennetz-Schuss von Davala und ein Makaay-Versuch, der Reinke nur mittelprächtig prüfte, waren die einzigen guten Möglichkeiten vor der Pause. Es fehlte beidseitig das Risiko nach vorne.
Nach der Pause veränderte sich anfangs wenig am Sachstand, auch wenn Kahn in einer Szene nur knapp vor dem durchpreschenden Ailton retten musste (54.). Eine Flanke von Stalteri in die Abwehrzentrale leitete das 1:0 ein. Lizarazu zerrte etwas zu sehr an Klasnic herum, der zu Boden fiel. Den fälligen Elfmeter wuchte Ailton unhaltbar für Kahn ins linke Eck (58.). Mit der Führung im Rücken ließ Werder den Bayern wieder mehr Raum, geriet dadurch zwar unter stärkeren Druck, hatte aber auch mehr Gelegenheiten zu schnellen Gegenzügen. Ailton scheiterte dabei zwei Mal. Doch auch die Münchener hatten ihre Chancen. Pizarro scheiterte einmal an Ismael (bester Bremer), der auf der Torlinie rettete. Nach einer Sagnol-Flanke war der Peruaner jedoch mit dem Oberschenkel zur Stelle und bugsierte das Leder aus stark abseitsverdächtiger Position zum Ausgleich über die Linie (79.). Auch die Schlussphase gehörte den aktiveren Bayern, doch weder die Münchener noch ihre Gastgeber hatten meisterliche Reserven in Hinterhand, so dass die keineswegs Spitzenfußball abliefernde Partie mit einem verdienten Unentschieden endete, da letztlich der beidseitig praktizierte Respekt überwog.