Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

Bremen siegte in Unterzahl

Brachte mit seinem Platzverweis Werder unbewusst auf die Siegerstraße: Ludowic MagninBrachte mit seinem Platzverweis Werder unbewusst auf die Siegerstraße: Ludowic Magnin

Nach dem 4:4 in der Vorsaison waren die Erwartungen an das Spiel zwischen Stuttgart und Bremen hoch. Nach einer von Taktik geprägten ersten Halbzeit kam Werder in Durchgang zwei erst nach dem Platzverweis von Magnin ins Spiel. Die Schwaben verloren, weil sie hohes Engagement mit geringer Effektivität paarten.

Die erste Halbzeit im Stuttgarter Gottlieb-Daimler Stadion war ein Leckerbissen für Taktikfreunde. Nach einer munteren Anfangsphase hatten die Schwaben zwar ein optisches Übergewicht. Klare Torchancen ergaben sich jedoch nicht. Lediglich Kuranyi verfehlte nach einer Hleb-Flanke mit einem Kopfball knapp das Tor von Reinke. Den angreifenden Stuttgartern begegnete Bremen in der Defensive im Verlauf der ersten Halbzeit mit zunehmender Härte. Aus der Defensivreihe stand insbesondere Davala dicht vor einem Platzverweis. Das torlose Remis zur Pause war eigentlich schon beschlossene Sache, als in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs eine butterweiche Freistoß-Flanke von Heldt in den Werder-Strafraum segelte. Die Defensive der Norddeutschen hatte in dieser Situation Delpierre übersehen, der mit dem Hinterkopf aus acht Metern den Ball ins Tor verlängerte (45.). Der junge Franzose kam nur durch die Rotsperre von Innenverteidiger Stranzl zum Einsatz. Ein gezwungener Glücksgriff von Sammer.

Das Spielgeschehen änderte sich in der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit nicht. Stuttgart war weiterhin engagierter gegen einen immer noch konzeptlosen Deutschen Meister. Cacau hatte mehrfach ein vorentscheidendes 2:0 auf dem Fuß, konnte den Ball allerdings nicht im Kasten unterbringen. Mit Valdez kam nach einer guten Stunde der dritte Angreifer bei Bremen. Doch wirklich besser wurde das Spiel der Schaaf-Truppe erst durch den Platzverweis gegen Magnin, der Tiffert nur mit einer Notbremse stoppen konnte (66.). Erst in Unterzahl fanden die Gäste ihren Rhythmus. Zunächst sorgte Klasnic für viel Wirbel vor dem Gehäuse des VfB, der sich trotz numerischer Überlegenheit kaum noch aus der eigenen Defensive lösen konnte. So gelang es Bremen, den Sieg in der Schlussphase perfekt zu machen. Im Anschluss an einen fast schon verpufften Freistoß konnte Ernst das Leder flach nach innen bringen, wo Klose den Ball mit der Hacke unhaltbar für Hildebrand ins Tor verlängerte (78.). Das "Madjer-Tor" wurde noch getoppt vom anschließenden Salto-Jubler, der in der Ausführung ebenfalls besonders gelungen war. Und nur drei Minuten später sorgte der eingewechselte Valdez für die Entscheidung. Nach einer Micoud-Ecke stieg der junge Angreifer unwiderstehlich hoch und köpfte den Ball wuchtig in die Maschen. Sammer reagierte auf den Rückstand mit der Einwechslung von Gomez und Szabics. Aber die zweite Niederlage der Schwaben in Folge konnte auch diese Maßnahme nicht mehr verhindern. Damit verpasste der VfB den erneuten Sprung an die Tabellenspitze.

Kai Endres

Spielstatistik VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

VfB Stuttgart

-

SV Werder Bremen

1:2 (1:0)

Bundesliga 2004/2005, 10. Spieltag
27.10.2004, 20:00 Uhr
41.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore
1:0 Matthieu Delpierre 45. (Kopfball, Heldt)
1:1 Miroslav Klose 78. (Rechtsschuss, Jensen)
1:2 Nelson Valdez 81. (Kopfball, Micoud)
Wechsel VfB Stuttgart
Christian Tiffert
für Horst Heldt
(4,0)
(50.)
Mario Gomez
für Markus Babbel
(―)
(85.)
Imre Szabics
für Silvio Meißner
(―)
(85.)
Wechsel Bremen
Daniel Jensen
für Ümit Davala
(4,0)
(46.)
Nelson Valdez
für Christian Schulz
(2,0)
(61.)
Francis Banecki
für Miroslav Klose
(―)
(88.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Andreas Hinkel
Gelb für Aliaksandr Hleb
Gelb für Silvio Meißner
Karten Bremen
Gelb für Valérien Ismaël
Gelb für Ümit Davala
Gelb für Fabian Ernst
Gelb für Christian Schulz
Gelb für Miroslav Klose
Rot für Ludovic Magnin (65.)