Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Hamburger SV

Dolly punktete bei Schaaf

Hielt nicht nur in den Schlussminuten den Punkt für den HSV fest: Martin PiekenhagenHielt nicht nur in den Schlussminuten den Punkt für den HSV fest: Martin Piekenhagen

Im Nordderby trafen zwei Mannschaften mit steigenden Formkurven aufeinander. Nach einem leidenschaftlichen Spiel entführten die Hamburger ein Remis aus Bremen und tankten weiter Selbstvertrauen.

Bremen gab in den ersten Minuten den Ton an. Klasnic hatte bei zwei guten Gelegenheiten in der ersten Viertelstunde die Führung auf dem Fuß. Als das Übergewicht des Meisters immer deutlicher wurde, erzielte ein selbstbewusst auftretender HSV mit seinem ersten Angriff das 0:1. Micoud leitete mit einem verunglückten Kopfball unfreiwillig den Rückstand ein. Der Franzose wollte den Ball auf Stalteri zurückköpfen, was allerdings zu einer unfreiwilligen Vorarbeit für Mpenza geriet. Der Belgier umspielte Reinke sowie Stalteri, behielt die Übersicht und flankte von der linken Seite zum vollkommen freien Jarolim, der im Strafraum den Ball nur noch ins leere Tor einköpfen musste (22.). Auf das Bremer Spiel wirkte sich der Gegentreffer sehr negativ aus. Ohne wirkliches Konzept bestürmten sie ein immer kompakter stehendes Doll-Team. Erst der wieder sehr agile Klasnic hatte in der 37. Minute den Ausgleich auf dem Fuß. Doch der Schuss des Kroaten traf lediglich das Torgestänge. Der HSV konnte seinerseits auch keine weiteren Akzente nach vorne setzen. In einer fairen Partie mit viel Einsatz spielten sich die meisten Aktionen im Mittelfeld ab.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber die optisch überlegene Mannschaft. Allerdings ergaben sich gegen die weiterhin sichere Gäste-Abwehr keine zwingenden Möglichkeiten. Micoud hatte als Gehirn und Inspiration des Bremer Spiels nicht seinen besten Tag erwischt. Dennoch blieb die Schaaf-Truppe unermüdlich am Drücker. Der HSV ließ bei den wenigen Ansätzen zu Kontern die nötige Konsequenz vermissen. So konnte Werder-Keeper Reinke wie schon über weite Strecken der ersten Halbzeit einen geruhsamen Nachmittag verbringen. Nach einer guten Stunde sollte schließlich Joker Valdez für die Wende an der Weser sorgen. Die dramatische Schlussphase begann mit dem Treffer zum 1:1 durch Schulz. Eine Hereingabe von der rechten Seite verpasste zunächst Baumann mit dem Kopf. Dem direkt hinter dem Werder-Kapitän lauernden Schulz sprang der Ball unabsichtlich an die Hand, tropfte kurz auf und wurde schließlich vom jungen Verteidiger mit der Stiefelspitze über Piekenhagen hinweg unter die Latte verlängert (74.). Nun schnürte der Deutsche Meister die Hamburger ein, bei denen Keeper Martin Piekenhagen zum großen Rückhalt avancierte. Valdez (83.), Ernst (85.) und Klose (88.) scheiterten mit ihren Versuchen am Torwart des HSV, so dass die Gäste am Ende einen hart erkämpften Punktgewinn verbuchen konnten. Werder verpasste durch das Remis den Sprung auf Platz zwei, verblieb aber auf Rang sechs weiter in der absoluten Spitzengruppe.

Kai Endres

Spielstatistik SV Werder Bremen - Hamburger SV

SV Werder Bremen

-

Hamburger SV

1:1 (0:1)

Bundesliga 2004/2005, 11. Spieltag
30.10.2004, 15:30 Uhr
42.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
0:1 David Jarolim 22. (Kopfball, Mpenza)
1:1 Christian Schulz 74. (Rechtsschuss, Klasnic)
Wechsel Bremen
Nelson Valdez
für Daniel Jensen
(4,0)
(60.)
Petri Pasanen
für Ümit Davala
(―)
(72.)
Wechsel Hamburg
Collin Benjamin
für Naohiro Takahara
(3,0)
(61.)
Mehdi Mahdavikia
für David Jarolim
(―)
(72.)
Christian Rahn
für Stefan Beinlich
(―)
(81.)
Karten Bremen
Gelb für Ivan Klasnic
Karten Hamburg
Gelb für Khalid Boulahrouz
Gelb für Björn Schlicke
Gelb für Stefan Beinlich
Gelb für Sergej Barbarez
Gelb für Raphael Wicky