Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - SV Werder Bremen

80 Minuten Langeweile

Rettete mit seinem Tor in der Nachspielzeit einen Punkt: Alexander MadlungRettete mit seinem Tor in der Nachspielzeit einen Punkt: Alexander Madlung

Die Partie zwischen Hertha BSC Berlin und Werder Bremen hatte auf dem Papier alle Voraussetzungen, um zu einem Topspiel des 12. Spieltages zu werden. Das tatsächliche Geschehen auf dem Rasen hatte allerdings mit Bundesliga-Fußball nicht viel zu tun.

Im Berliner Olympiastadion stand von der ersten Minute an der Sicherheitsaspekt bei beiden Teams hoch im Kurs. Nach dem furiosen Auftritt in der Champions-League durfte man zumindest die Bremer mit leicht angzogener Handbremse erwarten. Die Zurückhaltung der Berliner ließ sich dagegen nur schwer erklären. Aus einer massierten Deckung lauerten die Hauptstädter auf Fehler des technisch so beschlagenen Deutschen Meisters. Die mit Abstand dickste Chance der ersten Halbzeit hatte Marcelinho mit dem ersten Torschuss des Spiels nach 33 Minuten. Eine Freistoßflanke des Brasilianers verfehlte unberührt von Freund und Feind ihr eigentliches Ziel nur knapp. Die Götz-Elf nutzte diese Situation, um sich etwas aus dem eigenen Schneckenhaus zu lösen. Über optische Vorteile ging aber auch dieses Bemühen nicht hinaus.

Das Gewürge aus Halbzeit eins setzte sich zunächst auch im zweiten Durchgang konsequent fort. Erst mit den Chancen von Marcelinho und Gilberto nach einer guten Stunde erzeugten die Herthaner einen Anflug von einer Druckphase. Beide Trainer brachten danach für ihre durch Nichtstun völlig abgekämpften Stürmer den fälligen Ersatz. Dabei zeigten sich die Maßnahmen von Schaaf zunächst von deutlich mehr Erfolg gekrönt. Nach einem Micoud-Freistoß von der rechten Seite setzte sich der eingewechselte Charisteas gegen den ebenfalls neu im Spiel befindlichen Bobic im Strafraum durch und vollendete aus sechs Metern zur nicht mehr erwarteten Führung der Norddeutschen (82.). Die Entscheidung schien gefallen, doch ein weiterer Standard in der Nachspielzeit verhinderte den Werder-Sieg. Im Anschluss an einen Marcelinho-Eckball von der rechten Seite stieg Madlung unwiderstehlich hoch und wuchtete die Kugel mit dem Kopf zum glücklichen Ausgleich in die Maschen. Bremen bleibt trotz des Remis weiter in der Spitzengruppe. Berlin konnte den Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht nachhaltig vergrößern.

Kai Endres

Spielstatistik Hertha BSC - SV Werder Bremen

Hertha BSC

-

SV Werder Bremen

1:1 (0:0)

Bundesliga 2004/2005, 12. Spieltag
06.11.2004, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 47.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Hermann Albrecht (Kaufbeuren)
Tore
0:1 Angelos Charisteas 80. (Linksschuss, Micoud)
1:1 Alexander Madlung 90. (Kopfball, Marcelinho)
Wechsel Hertha BSC
Fredi Bobic
für Oliver Schröder
(―)
(67.)
Artur Wichniarek
für Nando Rafael
(―)
(75.)
Andreas Neuendorf
für Malik Fathi
(―)
(84.)
Wechsel Bremen
Nelson Valdez
für Miroslav Klose
(4,0)
(61.)
Angelos Charisteas
für Ivan Klasnic
(―)
(70.)
Ümit Davala
für Daniel Jensen
(―)
(85.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Oliver Schröder
Gelb für Niko Kovac
Karten Bremen
Gelb für Daniel Jensen
Gelb für Tim Borowski
Gelb für Fabian Ernst