Sein spontaner Rücktritt nach dem 0:6 zeigte Größe: Juri SchlünzNach dem 0:6-Debakel und einer desolaten Vorstellung von Hansa Rostock im Heimspiel gegen den Hamburger SV gab Juri Schlünz sein Traineramt auf. Die Doll-Truppe nutzte ihre Möglichkeiten gnadenlos und verabschiedete sich vorerst aus dem Abstiegskampf.
Das Spiel begann mit zwei Toren in den ersten zehn Minuten. Doch sowohl die Treffer von Prica als auch das Kopfballtor durch van Buyten wurden wegen vorheriger Regelwidrigkeiten nicht anerkannt. Die nächste wichtige Szene gab es in der 13. Minute zu vermerken. Benjamin wurde für den verletzten Schlicke eingewechselt und führte sich nach nur wenigen Minuten blendend ein. Einen Freistoß von der linken Außenbahn wuchtete er vor Gegenspieler Prica aus vier Metern per Kopf stramm zum 1:0 ein. Rostock zeigte sich zwar bemüht, konnte sich gegen die nun tief stehenden Gäste aber keine zwingenden Möglichkeiten erspielen. Bei den Kontern der Doll-Truppe wackelte zudem die eigene Defensive bedenklich. Beim 2:0 durch den seelenruhig abziehenden Jarolim war allerdings auch etwas Pech im Spiel. Der Schuss des Mittelfeldakteurs aus halbrechter Position im Strafraum wurde von Hill unglücklich und unhaltbar für Schober in die kurze Ecke abgefälscht (35.). Noch vor der Pause entschied Takahara die Partie. Ein Zuspiel von Moreira schloss der Japaner mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel zum 3:0 ab (42.)
Mögliche Hoffnung auf weitere Spannung in der zweiten Halbzeit erstickte der HSV bereits in der 47. Minute. Barbarez durfte von der rechten Seite den Ball für Moreira auflegen, der völlig ungehindert nur noch zum 4:0 einschieben musste. Bis zum Ende spielte sich für die Hansa trotz der zurückhaltender werdenden Hamburger ein wahres Horror-Szenario ab. Ein haarsträubender Fehler von Lantz ermöglichte Jarolim das 5:0 (63.). Für den Schlusspunkt sorgte der eingewechselte Romeo nach Flanke von Barbarez mit dem Kopf (83.). 0:6 verloren, kein Heimsieg in dieser Saison und am Tabellenende bereits sechs Zähler Rückstand zum rettenden Ufer. Juri Schlünz sagte es nach dem Spiel mit eigenen Worten: "Ich darf gerade in Rostock das vorhandene Vertrauen der Menschen nicht missbrauchen." Sein Rücktritt zeigte Größe. Die Hamburger näherten sich mit dem Kantersieg der oberen Tabellenhälfte und sorgten gleichzeitig für ein eigenes, positives Torverhältnis.
Kai Endres
Hansa Rostock
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Collin Benjamin | 20. | (Kopfball, Beinlich) |
| 0:2 | David Jarolim | 35. | (Rechtsschuss, Boulahrouz) |
| 0:3 | Naohiro Takahara | 42. | (Linksschuss, Moreira) |
| 0:4 | Moreira | 47. | (Rechtsschuss, Barbarez) |
| 0:5 | David Jarolim | 62. | (Rechtsschuss) |
| 0:6 | Bernardo Romeo | 82. | (Kopfball, Barbarez) |
Aufstellung Rostock![]() |
|
|---|---|
| Mathias Schober | (4,5) |
| David Rasmussen | (5,5) |
| Joakim Persson | (6,0) |
| Uwe Möhrle | (6,0) |
| Delano Hill | (6,0) |
| René Rydlewicz | (5,5) |
| Marcus Lantz | (6,0) |
| Thomas Rasmussen | (5,5) |
| Antonio di Salvo | (6,0) |
| Rade Prica | (6,0) |
| Magnus Arvidsson | (5,5) |
Aufstellung Hamburg |
|
|---|---|
| Martin Pieckenhagen | (3,0) |
| Björn Schlicke | (―) |
| Daniel van Buyten | (2,5) |
| Khalid Boulahrouz | (1,5) |
| René Klingbeil | (3,0) |
| Raphael Wicky | (3,0) |
| David Jarolim | (2,0) |
| Stefan Beinlich | (2,0) |
| Moreira | (2,0) |
| Naohiro Takahara | (3,0) |
| Sergej Barbarez | (2,0) |
Wechsel Rostock![]() |
|
|---|---|
| Denis Lapaczinski für Marcus Lantz |
(―) (68.) |
| Ronald Maul für Thomas Rasmussen |
(―) (77.) |
Wechsel Hamburg |
|
|---|---|
| Collin Benjamin für Björn Schlicke |
(3,0) (13.) |
| Bernardo Romeo für Naohiro Takahara |
(―) (66.) |
| Mehdi Mahdavikia für Moreira |
(―) (77.) |
Karten Rostock![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Magnus Arvidsson |
| Gelb für | Thomas Rasmussen |
| Gelb für | Uwe Möhrle |
Karten Hamburg |
|
|---|---|
| Gelb für | Moreira |
| Gelb für | Sergej Barbarez |
Trainer Rostock![]() |
|---|
| Juri Schlünz |
Trainer Hamburg |
|---|
| Thomas Doll |