Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Hansa Rostock

Last-Second-Berliner

Erwies sich als sicherer Rückhalt der kompakten Hansa-Deckung: Mathias SchoberErwies sich als sicherer Rückhalt der kompakten Hansa-Deckung: Mathias Schober

Erneut schaffte die Hertha in einem Heimspiel den Ausgleich in letzter Sekunde. Die Premiere von Feuerwehrmann Jörg Berger bei Hansa Rostock fand damit kein perfektes Ende. Keeper Schober bewahrte die Gäste im Verlauf der ersten Halbzeit vor einem klaren Rückstand.

Die Anfangsphase im Berliner Olympiastadion gehörte den Gästen aus Rostock. Jörg Berger hatte seiner auf vier Positionen veränderten Truppe offensichtlich innerhalb von nur vier Tagen das nötige Selbstbewusstsein eingehaucht. Nach nicht einmal zwei Minuten visierte Thomas Rasmussen bereits das Hertha-Tor an, verzog allerdings aus 14 Metern knapp. Auch Abwehrkollege Möhrle zielte nach gut zehn Minuten nicht genau genug. Die Götz-Truppe fand erst langsam ins Spiel. Je länger aber das Spiel dauerte, desto mehr rückte Rostock-Keeper Schober in den Mittelpunkt. Nando Rafael und Neuendorf hatten die ersten guten Gelegenheiten für die Hauptstädter. Und Bobic scheiterte nach einer Viertelstunde mit dem Kopf; im Nachschuss verfehlte erneut Rafael das Tor. In der Folgezeit hatten Kovac (22.) und Rafael (24. und 31.) kein Glück oder fanden in Schober ihren Meister. Wie aus heiterem Himmel gingen die Rostocker nach 36 Minuten in Führung. Nachdem die Gäste länger nicht mehr über der Mittellinie waren, sorgte der dritte vernünftig vorgetragene Angriff für das 0:1. Rydlewicz setzte sich auf der rechten Seite energisch durch und passte die Kugel scharf und flach in den Fünfer. Fiedler lenkte den Ball mit einer Hand ab, Freund und Feind verpassten in der Mitte und Lantz hatte aus 17 Metern freie Bahn. Der Schuss des Schweden wurde noch vom Dänen Rasmussen unhaltbar abgefälscht. Die skandinavische Schocktherapie raubte den Brasilianern der Hertha die nötige Spielfreude. Gegen weiterhin kompakt stehende Rostocker ergaben sich im ersten Durchgang keine weiteren Möglichkeiten. Fehlpässe und Ungenauigkeiten bestimmten die Aktionen der Gastgeber bis zum Pausenpfiff.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bestimmte die Hektik das Geschehen auf dem Rasen. Wütend, aber auch uninspiriert drängten die Berliner auf den Ausgleich. Einzig Bobic hatte nach 53 Minuten den Ausgleich auf dem Kopf. Doch nach einem Marcelinho-Freistoß konnte er seinen Freiraum am langen Pfosten nicht entscheidend nutzen. Die Lauf- und Einsatzbereitschaft bei den Gästen war in der zweiten Halbzeit beeindruckend. Die Fehler aus dem ersten Durchgang wurden abgestellt, so dass Schober nur noch selten in höchster Not retten musste. Aus der kompakten Defensive hatten die Berger-Truppe durch di Salvo nach 71 Minuten sogar die Vorentscheidung auf dem Fuß. Nach Vorarbeit von Tjikuzu spitzelte der Rostocker Mittelstürmer allerdings knapp am Tor vorbei. Falco Götz wollte den einfallslosen Bemühungen seiner Truppe mit den Einwechslungen von Reina und Wichniarek neues Leben einhauchen. Das gelang trotz steigendem Druck in den Schlussminuten nicht. Erst in der Nachspielzeit wurde das unermüdliche Engagement der Hertha noch belohnt. Nach einem abgewehrten Eckball von Marcelinho landete der Ball erneut beim Brasilianer, der mit starkem Antritt an Maul vorbeizog und vom rechten Strafraumeck mit links flach, scharf und an vielen Abwehrbeinen vorbei den vielumjubelten Ausgleich besorgte (93.). Vom Innenpfosten fand der Ball schließlich seinen Weg über die Linie. Das Spiel wurde danach nicht mehr angepfiffen. Rostock konnte zwar den Negativtrend nach fünf Niederlagen stoppen, blieb aber am Tabellenende. Für die Hertha war das Remis nach dem starken Spiel AufSchalke ein Rückschritt.

Kai Endres

Spielstatistik Hertha BSC - Hansa Rostock

Hertha BSC

-

Hansa Rostock

1:1 (0:1)

Bundesliga 2004/2005, 14. Spieltag
20.11.2004, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 43.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Jörg Keßler (Höhenkirchen)
Tore
0:1 Thomas Rasmussen 36. (Linksschuss, Lantz)
1:1 Marcelinho 90. (Linksschuss)
Wechsel Hertha BSC
Pal Dardai
für Niko Kovac
(4,0)
(59.)
Billy Reina
für Andreas Neuendorf
(―)
(67.)
Artur Wichniarek
für Nando Rafael
(―)
(76.)
Wechsel Rostock
David Rasmussen
für René Rydlewicz
(4,0)
(46.)
Rade Prica
für Thomas Rasmussen
(3,0)
(60.)
Delano Hill
für Denis Lapaczinski
(―)
(72.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Pal Dardai
Karten Rostock
Gelb für René Rydlewicz
Gelb für Mathias Schober
Gelb für Ronald Maul
Gelb für Denis Lapaczinski