Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hansa Rostock - Bayer Leverkusen

Auf Tasmanias Spuren

Ständiger Unruheherd und Schütze des 2:0: Andrej VoroninStändiger Unruheherd und Schütze des 2:0: Andrej Voronin

Mit der achten Heimspielniederlage in Folge stellte Hansa Rostock den traurigen Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 ein. Das Abstiegsgespenst behielt auch unter einem "Feuerwehrmann" wie Übungsleiter Jörg Berger seine Dauerkarte, denn Fortschritte waren bei den Hanseaten bestenfalls mit der Lupe erkennbar.

Die frische Motivation vom Punktgewinn bei Hertha BSC Berlin war den Rostockern nur in den ersten Minuten anzumerken. Schussversuchen von Rydlewicz und Rasmussen fehlte allerdings die nötige Genauigkeit. Leverkusen kontrollierte die Partie in der Folgezeit und hatte durch Voronin die erste dicke Chance noch 15 Minuten. Im Anschluss eines Lapaczinski-Fehlers durfte der Ukrainer allein auf Schober zulaufen, scheiterte aber am Hansa-Schlussmann und im zweiten Versuch an Lapaczinski. Die Berger-Truppe zeigte sich zwar bemüht, konnte aber das Tor der Gäste so gut wie nie in Gefahr bringen. Arvidsson hatte nach 18 Minuten noch die beste Gelegenheit. Die Augenthaler-Elf schaltete im zweiten Teil der ersten Halbzeit einen Gang höher. Krzynowek verfehlte sein Ziel nach 34 Minuten nur knapp. Berbatov machte es zwei Minuten später besser. Von der Mittellinie tankte sich der Bulgare durch die Hälfte der Gastgeber, ließ Tjikuzu und Lapaczinski in Höhe des Strafraums alt aussehen und vollstreckte mit einem platzierten Schuss in die linke untere Ecke (36.). Erst in der Schlussphase des ersten Durchgangs konnten sich die Ostseestädter vom Druck der Westdeutschen befreien. Entscheidende Torgefahr entstand bei den Halbchancen von Rydlewicz (44.) und Tjikuzu (45.) nicht.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Dilemma bei Rostock immer offensichtlicher. Im Bemühen um den Ausgleich mischten sich technische Unzulänglichkeiten mit den nicht vorhandenen spielerischen Ideen. Leverkusen verlegte sich aufs Kontern und blieb damit deutlich gefährlicher. Ein Krzynowek-Freistoß verfehlte nur knapp sein den Hansa-Kasten (49.). Auch vier Minuten später konnte Voronin im direkten Duell mit Schober nicht für die Vorentscheidung sorgen. Vom Auslassen ihrer Möglichkeiten scheinbar zusätzlich motiviert, sorgten der Pole und der Ukrainer nach einer guten Stunde für die Vorentscheidung. Von der linken Seite drang Krzynowek in den Rostocker Strafraum ein und bediente Voronin mit einem zentimetergenauen Flachpass, der sich seine dritte Riesengelegenheit aus diesmal vier Meter Torentfernung nicht entgehen ließ (64.). Die Bayer-Truppe zog sich nach dem 2:0 in die eigene Hälfte zurück und verwaltete den Vorsprung ohne große Mühe. Das Aufbäumen der Rostocker erschöpfte sich vor des Gegners Tor in einem Schuss von di Salvo, den Butt jedoch entschärfte (76.). Die Hansa-Kogge bleibt mit neun Punkten und mittlerweile sieben Zählern Rückstand zum rettenden Ufer in schwerer See. Leverkusen fand nach seinem ersten Auswärtssieg in dieser Spielzeit den Weg in die erweiterte Spitzengruppe zurück.

Kai Endres

Spielstatistik Hansa Rostock - Bayer Leverkusen

Hansa Rostock

-

Bayer Leverkusen

0:2 (0:1)

Bundesliga 2004/2005, 15. Spieltag
27.11.2004, 15:30 Uhr
15.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Hermann Albrecht (Kaufbeuren)
Tore
0:1 Dimitar Berbatov 36. (Rechtsschuss, Babic)
0:2 Andrej Voronin 64. (Rechtsschuss, Krzynowek)
Wechsel Rostock
Antonio di Salvo
für Magnus Arvidsson
(5,0)
(46.)
Godfried Aduobe
für Denis Lapaczinski
(4,0)
(46.)
Thomas Meggle
für Joakim Persson
(―)
(83.)
Wechsel Leverkusen
Hanno Balitsch
für Jens Nowotny
(3,0)
(46.)
Paul Freier
für Andrej Voronin
(―)
(79.)
Karten Rostock
Gelb für Marcus Allbäck
Gelb für Marcus Lantz
Karten Leverkusen
Gelb für Juan
Gelb für Carsten Ramelow