Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - Hertha BSC

Keine Mittel gegen Marcelinho

Erschoss Wolfsburg im Alleingang: MarcelinhoErschoss Wolfsburg im Alleingang: Marcelinho

Es war auch in Wolfsburg bekannt, dass Hertha BSC mit Marcelinho über einen Ausnahmespieler verfügt. Deshalb wurde mit Hans Sapei ein Sonderbewacher auf den Brasilianer angesetzt, der sich auf dieser Position bereits einmal glänzend bewährte. Diesmal allerdings nicht.

Nach ausgeglichener Abtastphase mit Vorteilen für beide Abwehrreihen kamen die Gäste immer besser ins Spiel. Gegen ein Gilberto-Geschoss war Torwart Jentzsch noch erster Sieger (12.), doch vier Minuten später ein folgenschwerer Patzer von Marcelinho-Schatten Sarpei. Der Brasilianer huschte in einen misslungen Rückpass des Wolfsburgers, zeigte auch Jentzsch seine Hacken und schob die Kugel zum 1:0 über die Torlinie. In der 24. Minute reagierte VfL-Trainer Gerets, nahm den überraschend auf die Bank verbannte Brdaric für den entnervten Sarpei in die Partie, um mit einem weiteren Stoßstürmer das dichte Abwehrgeflecht der Gäste zu erschüttern. Hertha hatte gegen die mächtig drückenden Wölfe nun doch einige Probleme, doch Brdaric & Co. bekamen die Kugel trotz guter Einschussmöglichkeiten nach teils flotten Kombinationen über die Flügel nicht über die Torlinie der Gäste. In der Deckung blieb der VfL bei den Berliner Kontern allerdings anfällig. Marcelinho vergab nach 35 Minuten jedoch seine zweite gute Chance.

Inzwischen war Franz auf Marcelinho angesetzt, wurde aber zwei Minuten nach dem Seitenwechsel von dem Ballkünstler düpiert, der erneut eine Unpässlichkeit nutzte und zum 2:0 einschoss. Doch Wolfsburg drängte umgehend und erstmals erfolgreich. Von D'Alessandro eingesetzt, übernahm Thiam den Ball zwei Meter zentral vor dem Strafraum, zog einer echten Kracher aus dem Köcher und das Runde zappelte im linken oberen Eck (50.). Hertha sah sich weiteren heftigen Angriffswellen des VfL ausgesetzt, hielt den Vorsprung dann auch nur noch bis zur 68. Minute. Zu diesem Zeitpunkt zirkelte Petrov einen Freistoß auf den langen Pfosten, wo Brdaric seinen Kopf hinhielt und den Ausgleich markierte. Im Vorwärtsgang fühlten sich die Gastgeber auch danach überaus wohl, bekamen Marcelinho bei den Gegenzügen immer noch nicht in den Griff. Der trickreiche Blondschopf zog fünf Minuten nach dem Ausgleich aus 20 Metern ab, scheiterte dabei aber noch an Jentzsch. Beim nächsten Durchbruch des Brasilianers war erneut Franz "hilfreich" zur Stelle. Marcelinho fischte sich den Ball vom VfL-Verteidiger, umkurvte leichtfüßig Jentzsch und traf zum dritten Mal (75.). Wolfsburg konnte nach dem 2:3 nicht mehr an sein druckvolles Flügelspiel anknüpfen, versuchte es erfolglos mit der Brechstange, rannte sich aber hektisch an der nun wieder überaus konzentriert verteidigenden Berliner Defensive fest. Somit verstrichen die letzten Minuten der Partie, ohne dass Hertha noch einmal wirklich akut in Bedrängnis geriet. Gegen den überragenden Marcelinho hatten die Wölfe einfach keine Mittel gefunden und waren erstmals in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge als Verlierer in die Kabine zurückgekehrt.

Die Spielstatistik VfL Wolfsburg - Hertha BSC

VfL Wolfsburg

-

Hertha BSC

2:3 (0:1)

Bundesliga 2004/2005, 15. Spieltag
27.11.2004, 15:30 Uhr
23.900 Zuschauer
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
Tore
0:1 Marcelinho 16. (Linksschuss)
0:2 Marcelinho 47. (Rechtsschuss, Marx)
1:2 Pablo Thiam 50. (Linksschuss, D´Alessandro)
2:2 Thomas Brdaric 68. (Kopfball, Petrov)
2:3 Marcelinho 75. (Linksschuss)
Wechsel Hertha BSC
Pal Dardai
für Niko Kovac
(3,5)
(60.)
Billy Reina
für Nando Rafael
(―)
(70.)
Fredi Bobic
für Marcelinho
(―)
(81.)
Karten Wolfsburg
Gelb für Marian Hristov
Karten Hertha BSC
keine