Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Hannover 96

Ein Sieg der Effektivität

Schoss die Hannoveraner in Front: Steve CherundoloSchoss die Hannoveraner in Front: Steve Cherundolo

Im Nord-Derby trafen zwei Teams aufeinander, die in den vorherigen Wochen gute Bilanzen eingefahren hatten. Als wirkungsvoller erwies sich im Endeffekt jedoch die vom perfekten Forechecking lebende Taktik der Niedersachsen.

Zu Beginn der Partie gelang es keinem der Kontrahenten sichtbare Vorteile herauszuarbeiten. Vor allem Hannover stand defensiv bombensicher und unterband jegliches Spiel der Hamburger auf deren Spitzen. 96 wirkte zudem ballsicherer, musste aber ebenfalls damit leben, dass seine Stürmer Stendel und Christiansen bestens zugedeckt waren. Die beiden ersten Torschüsse gingen auf das Konto von 96-Verteidiger Cherundolo, der in der sechsten Minute sein Ziel zwar noch deutlich verfehlte, aber in der 19. Minute den Führungstreffer markierte. Die Hamburger hatten den Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone bugsiert und Krupnikovic den freien Amerikaner im halbrechten Strafraum bedient. Der Schuss von Cherundolo wurde von Pieckenhagen nur halb abgewehrt und prallte hoch über das linke Alu-Dreieck ins Netz. Hamburg gelang es auch nach dem Rückstand nicht, Kreativität ins Offensivspiel einzubringen. Dafür wurden die Gäste immer sicherer. Somit lebte die Begegnung von den Auseinandersetzungen im Mittelfeld, die mit hohem Kraftaufwand geführt wurden. Kurz vor dem Halbzeitpfiff köpfte Kleinbeil nach einer Beinlich-Ecke doch noch aufs Tor der 96er und Takahara jagte den Verteidiger-Abpraller an den Pfosten - die bis dahin beste Chance für die Gastgeber.

Zuerst verpasste Torwart Enke einen Eckball nach dem Seitenwechsel, machte seinen Fehler aber gegen den nachsetzenden van Buyten umgehend wieder gut (48.). Der gute Auftakt der Hamburger verpuffte allerdings schnell wieder, denn Lala und de Guzman räumten vor der Abwehr bestmöglich ab und Mertesacker blieb Inhaber der Lufthoheit im Zentrum der Deckung. Der erste ernstzunehmende Konter der Gäste in Hälfte zwei brachte bereits die Vorentscheidung. Auf der rechten Außenbahn hatte sich Lala bis in Strafraumhöhe durchgetankt und flach nach innen gezogen. Stendel lief am besten zum Ball und traf per Direktabnahme unhaltbar zum 2:0 (59.). HSV-Coach Doll wechselte mit Mahdavikia, Romeo und Rahn zwar noch bewährte Kräfte für die Schlussoffensive ein, doch auch das frische Personal brachte nicht die erforderlichen Ideen ins Angriffsspiel, die nötig gewesen wären, um die sattelfeste Deckung der Hannoveraner auszuhebeln. Fast hätte dagegen einer der wenigen 96-Konter noch das 3:0 gebracht, doch Idrissou traf nur den Innenpfosten (80.). Zuletzt tummelten sich die Akteure zwar nur noch in und am Strafraum der Niedersachsen, doch die großen Chancen blieben in der hektischen Schlussphase aus. Hannover hatte großartige Abwehrarbeit geleistet und die wenigen Chancen kaltblütig genutzt.

Spielstatistik Hamburger SV - Hannover 96

Hamburger SV

-

Hannover 96

0:2 (0:1)

Bundesliga 2004/2005, 16. Spieltag
04.12.2004, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 50.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
0:1 Steven Cherundolo 19. (Rechtsschuss, Krupnikovic)
0:2 Daniel Stendel 59. (Linksschuss, Lala)
Wechsel Hamburg
Mehdi Mahdavikia
für Moreira
(4,0)
(62.)
Bernardo Romeo
für Naohiro Takahara
(4,0)
(62.)
Christian Rahn
für René Klingbeil
(―)
(71.)
Karten Hamburg
Gelb für Raphael Wicky
Gelb für Björn Schlicke
Karten Hannover
Gelb für Robert Enke