Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - VfL Bochum

Offensive pur

Spielgestalter, Dribbelkünstler und Torschütze: Aliaksandar HlebSpielgestalter, Dribbelkünstler und Torschütze: Aliaksandar Hleb

Der VfL Bochum suchte beim Gastspiel in Stuttgart von Beginn an den offenen Schlagabtausch. Nach einer Stunde schien dieses Konzept auch Früchte zu tragen. Doch am Ende spiegelte das Ergebnis die klaren Kräfteverhältnisse korrekt wieder.

Im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion gehörten die ersten drei Minuten den Gästen aus Bochum. Stuttgart wirkte überrascht, ging aber mit der ersten Offensivaktion direkt in Führung. Zunächst scheiterte Tiffert mit seinem Kopfstoß an Vander, ehe Kalla den anschließenden Eckball von Hleb unglücklich ins eigene Tor verlängerte (5.). In einem offensiv geführten Spiel versteckten sich die Westdeutschen auch nach dem frühen Rückstand nicht. Als Hildebrand nach sechs Minuten eine Ecke von Misimovic mit der Faust verfehlte, hatte ausgerechnet Kalla den Ausgleich auf dem Kopf, erwischte die Kugel jedoch nicht voll (7.). Der sehr spielfreudige Hleb wagte in der ersten Viertelstunde noch ein Tänzchen mit der Hintermannschaft des VfL. Gleich drei Gegenspieler degradierte der Weißrusse zu Slalomstangen, bevor er im Abschluss im Keeper der Gäste seinen Meister fand. Ein weiterer Fehler von Kalla führte schließlich zum 0:2 (23.). Beim langen Ball von Stranzl verschätzte sich der Kameruner gewaltig. Kuranyi nutzte den Aussetzer seines Gegenspielers, nahm den Ball gekonnt mit der Brust an und vollendete mit einem trockenen Rechtsschuss aus 15 Metern. Von Entmutigung war bei der Neururer-Truppe auch nach dem neuerlichen Rückschlag nichts zu spüren. Der VfB ließ es dagegen im Gefühl des sicheren Vorsprungs etwas langsamer angehen. Ein Freistoß von der halbrechten Seite führte schließlich zum Anschlusstreffer für die Bochumer. Knavs behielt im Strafraum der Schwaben die Übersicht und bediente Edu, der aus 12 Metern durch Freund und Feind hindurch das 1:2 besorgte (33.). In der Folge konnte der VfL die Euphorie des Tores nicht zu weiteren zwingenden Aktionen nutzen. Die Gastgeber kontrollierten das Geschehen bis zur Pause, ohne sich dabei restlos zu verausgaben.

Auch nach Wiederbeginn blieben beide Teams weiter bemüht. Straf- und Torräume blieben von den Anstrengungen zunächst unberührt. Nach einer knappen Stunde erhielten die Gäste nach einem vergeblichen Klärungsversuch von Hildebrand einen Eckball zugesprochen. Die Kugel wurde von Soldo unterlaufen, so dass Maltritz ungehindert zum 2:2 einköpfen konnte. Das Spiel stand nach dem Ausgleich kurzzeitig sogar auf der Kippe. Doch die Schwaben besannen sich nun wieder auf ihre spielerische Klasse und entschieden die Partie zwischen der 69. und 81. Minute noch klar zu ihren Gunsten. Das 3:2 besorgte Hleb mit einem nicht unhaltbar scheinenden Schuss aus 17 Metern halblinker Position. Dem 4:2 ging die erste Aktion des eingewechselten Heldt voraus. Sekunden nach seiner Hereinnahme durfte der Oldie einen Freistoß von halbrechts in den Strafraum heben, wo Meissner mit einem herrlichen Kopfball aus 12 Metern die Vorlage verwertete (74.). Knapp zehn Minuten vor dem Ende schickte Soldo schließlich Kuranyi mit einem tollen Pass in Richtung VfL-Gehäuse. Der Nationalstürmer umkurvte Vander und schob den Ball problemlos zum 5:2 ein. Damit verkürzte die Sammer-Truppe den Rückstand zu den Bayern auf drei Zähler, während die Bochumer nur noch mit einem Sieg gegen den HSV ein Überwintern auf einem Abstiegsplatz verhindern konnten.

Kai Endres

Spielstatistik VfB Stuttgart - VfL Bochum

VfB Stuttgart

-

VfL Bochum

5:2 (2:1)

Bundesliga 2004/2005, 16. Spieltag
04.12.2004, 15:30 Uhr
35.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Jörg Keßler (Höhenkirchen)
Tore
1:0 Raymond Kalla 5. (Eigentor, Hleb)
2:0 Kevin Kuranyi 23. (Rechtsschuss, Stranzl)
2:1 Edu 33. (Rechtsschuss, Knavs)
2:2 Marcel Maltritz 59. (Kopfball, Misimovic)
3:2 Aliaksandr Hleb 69. (Linksschuss, Soldo)
4:2 Silvio Meißner 74. (Kopfball, Heldt)
5:2 Kevin Kuranyi 81. (Rechtsschuss, Soldo)
Wechsel VfB Stuttgart
Horst Heldt
für Christian Tiffert
(―)
(74.)
Mario Gomez
für Cacau
(―)
(83.)
Heiko Gerber
für Andreas Hinkel
(―)
(86.)
Wechsel Bochum
Martin Meichelbeck
für Philipp Bönig
(4,0)
(24.)
Dariusz Wosz
für Sören Colding
(4,5)
(59.)
Michael Bemben
für Filip Trojan
(―)
(67.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Cacau
Karten Bochum
Gelb für Edu