Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Bayern München - Hamburger SV

Bayern startete meisterlich

Unermütlicher Antreiber im Mittelfeld der Bayern: Torsten FringsUnermütlicher Antreiber im Mittelfeld der Bayern: Torsten Frings

Der Rekordmeister entschied die Partie nach einer durchschnittlichen ersten Halbzeit mit zehn starken Minuten nach der Pause. Die Magath-Elf unterstrich in dieser Phase eindrucksvoll ihre Ansprüche auf den Titelgewinn. Die hohen Erwartungen der selbstbewussten Hamburger erhielten dagegen einen erheblichen Dämpfer. Nach der ersten Auswärtsniederlage unter Doll darf der HSV von einem internationalen Platz nur träumen.

Pünktlich zum Beginn der Rückrunde setzte im Olympiastadion Schneefall ein. Auf dem seifigen Untergrund fanden beide Teams zunächst nur schwer ins Spiel. Die traurigen Höhepunkte der ersten Viertelstunde waren die verletzungsbedingten Auswechslungen von Lizarazu (7./Bayern) und Trochowski (12./HSV). Danach nahm zunächst der Rekordmeister das Heft in die Hand und setzte die Hamburger unter Druck. Die Doll-Truppe stand jedoch kompakt in der Defensive, kombinierte teilweise sehenswert nach vorne und hatte in der 19. Minute auch die erste gute Tormöglichkeit. Nach einem Eckball von Jarolim war Kahn gegen den Kopfball von Barbarez rechtzeitig im kurzen Eck zur Stelle. Auf der anderen Seite erlaubte sich Pieckenhagen nur zwei Minuten später einen folgenschweren Fehler. Ein Scholl-Freistoß segelte von der rechten Außenbahn an den langen Pfosten. Der Gäste-Keeper verschätzte sich beim Herauslaufen, so dass Pizarro nahezu ungehindert aus drei Metern zum 1:0 vollendete (21.). Die Gäste verloren durch den überraschenden Gegentreffer kurzzeitig die Orientierung, was von den Bayern aber nicht konsequent genutzt wurde. Erst zum Ende der ersten Halbzeit kamen die Hamburger besser ins Spiel, strahlten jedoch vor dem Tor keine Gefahr aus.

Der Pausentee hatte beim HSV offensichtlich lähmende Wirkung. In den ersten zehn Minuten nach dem Wechsel überrollten hellwache Münchner die Gäste gnadenlos. Die erste klare Gelegenheit wurde von den Süddeutschen noch vergeben. Einen verunglückten Befreiungsschlag von Pieckenhagen legte Scholl artistisch in den Lauf von Makaay, der mit der Stiefelspitze nur den Pfosten traf. Im Nachfassen scheiterte Pizarro mit seinem Abstauberversuch am kurz vor der Linie klärenden van Buyten (46.). Doch nur zwei Minuten später war dieser Lapsus wieder vergessen, da Schweinsteiger auf 2:0 erhöhte. Nach einem Doppelpass mit Pizarro drang er unwiderstehlich in den Strafraum ein, setzte sich gegen Reinhardt energisch durch und vollendete gegen den herausstürzenden Pieckenhagen aus kurzer Distanz. Klingbeil kam mit seinem Rettungsversuch gegen den nur langsam in Richtung Tor rollenden Ball um den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Die Norddeutschen hatten sich noch nicht richtig vom Schock des zweiten Gegentores erholt, da schlug es auch schon zum dritten Mal ein. Frings fand mit einem Traumpass den steil gestarteten Makaay. Die Tormaschine der Bayern hob den Ball elegant über Pieckenhagen hinweg ins Netz (55.). Unterstützt wurde er dabei von Latte und Innenpfosten. Mit dem klaren Vorsprung im Rücken blieben die Gastgeber das klar tonangebende Team. Ein nun in allen Belangen unterlegener HSV überstand nur mit viel Glück die nächsten Minuten ohne weiteren Gegentreffer. Erst in der Schlussviertelstunde ließen der sich nicht voll verausgabende FC Bayern die Gäste wieder mitspielen.

Kai Endres

Spielstatistik FC Bayern München - Hamburger SV

FC Bayern München

-

Hamburger SV

3:0 (1:0)

Bundesliga 2004/2005, 18. Spieltag
21.01.2005, 20:30 Uhr
Olympiastadion (München), 39.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
Tore
1:0 Claudio Pizarro 21. (Kopfball, Scholl)
2:0 Bastian Schweinsteiger 48. (Linksschuss, Makaay)
3:0 Roy Makaay 55. (Rechtsschuss, Frings)
Wechsel Hamburg
Collin Benjamin
für Piotr Trochowski
(5,0)
(14.)
Moreira
für Naohiro Takahara
(5,0)
(54.)
Jean Carlos Dondé
für René Klingbeil
(5,0)
(64.)
Karten B. München
Gelb für Torsten Frings
Gelb für Jens Jeremies
Karten Hamburg
Gelb für David Jarolim
Gelb für Sergej Barbarez