Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Bochum - Hertha BSC

Déjà vu

War an den ersten drei Toren maßgeblich beteiligt: Thorben MarxWar an den ersten drei Toren maßgeblich beteiligt: Thorben Marx

Bereits das Hinspiel in Berlin endete 2:2. Die Herthaner hatten damals einen 2:0-Vorsprung leichtfertig aus der Hand gegeben. Das gleiche Schicksal widerfuhr ihnen auch im Bochumer Ruhrstadion.

In der ersten halben Stunde dominierten die Gäste von der Spree. Der VfL agierte viel zu passiv und kassierte bereits in der dritten Minute das 0:1. Marx hatte Rafael mit einem tödlichen Pass im Strafraum bedient, der aus sieben Metern mit einem eleganten Lupfer über den herausstürzenden Vander erfolgreich war. Das frühe Tor gab den Hauptstädtern zusätzliche Sicherheit, die jetzt ihre technische Überlegenheit ausspielten. Die Neururer-Truppe wirkte in der Folgezeit etwas wacher, stand aber in der Defensive keineswegs sattelfest. So durfte Gilberto nach einer guten Viertelstunde völlig unbedrängt das 0:2 erzielen. Marcelinho hatte sich zuvor auf der linken Seite im Zweikampf behauptet und den Ball in die Zentrale zu Marx gepasst. Der fand den Brasilianer im linken Teil des Strafraums, wo er nicht konsequent von Colding gestört wurde. Die Strafe für die Gastgeber war ein unhaltbarer Linksschuss in die lange Ecke. In den folgenden Minuten versäumten die Berliner eine höhere, möglicherweise vorentscheidende Führung. Die Bochumer antworteten darauf zunächst mit einigen Härten. Nach einer halben Stunde schlichen sich bei der Götz-Truppe einige Nachlässigkeiten ein, die in der 38. Minute von kämpferischen Westdeutschen zählbar bestraft wurden. Marx hatte Zdebel sechs Meter vor dem Tor mit einer Notbremse die klare Chance zum 1:2 geraubt. Die persönliche Strafe für den Spieler fiel mit der Gelben Karte überaus gnädig aus. Immerhin brachte Madsen mit dem verwandelten Elfmeter die Gastgeber noch vor dem Wechsel auf 1:2 heran.

Die Bochumer hatten in den ersten Minuten nach der Pause noch nicht zum ganz großen Angriff geblasen, waren aber kämpferisch im Vergleich zur ersten Halbzeit von der ersten Minute an voll da. Die Berliner standen in der Defensive sicher, gingen mit ihren Konterchancen aber viel zu nachlässig um. Ergebnis und Spiel blieben dadurch spannend. Die unermüdlich kämpfenden Gastgeber kamen schließlich in der 80. Minute zum 2:2, als sich Lokvenc im Strafraum gegen van Burik behauptete und mit einem Flachschuss vollendete. Nach dem Ausgleich brannte es im Strafraum der Gäste lichterloh. Doch ein mehrfach glänzend reagierender Fiedler hielt den Punkt für die Berliner in den letzten Minuten fest. Die Neururer-Elf musste sich am Ende mit der Punkteteilung begnügen, wodurch sich der Abstand zum rettenden Ufer auf fünf Punkte vergrößerte. Die Berliner verpassten den Sprung auf den vierten Platz, bleiben auf Rang fünf jedoch ein heißer Kandidat für das internationale Geschäft.

Kai Endres

Spielstatistik VfL Bochum - Hertha BSC

VfL Bochum

-

Hertha BSC

2:2 (1:2)

Bundesliga 2004/2005, 18. Spieltag
23.01.2005, 17:30 Uhr
Ruhrstadion (Bochum), 23.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Ulm)
Tore
0:1 Nando Rafael 3. (Rechtsschuss, Marx)
0:2 Gilberto 16. (Linksschuss, Marx)
1:2 Peter Madsen 38. (Foulelfmeter, Marx an Zdebel)
2:2 Vratislav Lokvenc 80. (Linksschuss, Akyel)
Wechsel Bochum
Tommy Bechmann
für Dariusz Wosz
(4,0)
(46.)
Fatih Akyel
für Sören Colding
(3,5)
(46.)
Christoph Preuß
für Marcel Maltritz
(―)
(74.)
Wechsel Hertha BSC
Alexander Madlung
für Thorben Marx
(―)
(75.)
Billy Reina
für Nando Rafael
(―)
(84.)
Karten Bochum
Gelb für Peter Madsen
Karten Hertha BSC
Gelb für Josip Simunic
Gelb für Thorben Marx