Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Hansa Rostock

Keine Ruhmestat des Favoriten

Keines der drei Werder-Tore fiel ohne sein Zutun: Ivan KlasnicKeines der drei Werder-Tore fiel ohne sein Zutun: Ivan Klasnic

Angeschlagene Gegner sind gefährlich. Auch der hohe Favorit Werder Bremen machte gegen das Schlusslicht aus Rostock die Erfahrung, dass Teams, die mit dem Rücken zur Wand stehen, unberechenbar sein können.

Dennoch lief für die Bremer zu Beginn alles nach Maß. Klose war von Klasnic geschickt eingesetzt worden, doch Hansa-Keeper Schober machte die Großchance zunichte (2.). In der 5. Spielminute holte Klasnic den Führungstreffer jedoch nach. Micouds Eckball von links leitete Ismael per Kopf mit zweifelhaftem Körpereinsatz weiter und der Kroate nickte einen Meter vor der Torlinie ein. Wer glaubte, Rostock würde sich dem SVW-Angriffsschwung tatenlos ergeben, wurde im weiteren Verlauf der Partie belehrt. So hatte Allbäck nach knapp zwanzig Minuten aus kurzer Entfernung die Chance zum Ausgleich, doch der Schwede setzte die Kopfballvorlage Möhrles knapp neben den linken Pfosten ins Aus. Dennoch war Bremen das flüssiger kombinierende Team und überwand das Mittelfeld oft mit wenigen schnellen Spielzügen. Ein Fehler von Rydlewicz Mitte der eigenen Spielhälfte verhalf den Gastgebern dann zur Einleitung des zweiten Treffers. Diesmal war Klasnic der Vorbereiter, passte auf den zentral postierten Klose, der sich gegen Bewacher Möhrle behauptete und den Ball flach ins rechte Toreck schob (31.). Werder blieb deutlich am Drücker, da Micoud im Mittelfeld weiterhin spielfreudig agierte. Der Franzose und Nebenmann Borowski hatten vor der Pause dann auch den dritten SVW-Treffer auf dem Fuß, blieben aber im Abschluss zu ungenau. Werder wähnte sich wohl schon in der Pause, da zirkelte Rydlewicz eine zu schwache Schulz-Abwehr auf den am rechten Torraum postierten David Rasmussen, der Reinke per Kopfstoß überlupfte (45.).

Es war deutlich auszumachen, dass Werder nach dem Seitenwechsel schnell klare Verhältnisse schaffen wollte. Hansa ging gegen die SVW-Techniker jedoch immer intensiver in die Zweikämpfe und gestaltete die Partie wieder ausgeglichener. Als eine gute Viertelstunde ohne akute Torchancen durch war, gelang Baumann ein Zuspiel auf Klasnic. Der Kroate stocherte sich energisch durch und hatte plötzlich für seinen Flachschuss freie Bahn (62.). Doch auch dieses 3:1 ließ die Bremer nicht in Ruhe den Dreier in die Zielgerade bringen. Ein sehenswerter Thomas Rasmussen-Freistoß, der im linken Torwinkel einschlug, hielt Hansa in der Partie (64.). Nun stotterte das Werder-Spiel bedenklich. Wäre nicht die Kreativität in der Rostocker Offensive auf überschaubarem Niveau geblieben, wäre der Vorsprung der Gastgeber auch nicht bis zum Schlusspfiff Fakt geblieben. Schließlich übersah Schiedsrichter Wagner ein klares Handspiel Baumanns im 16er und Thomas Rasmussen vergab zehn Minuten vor Schluss die größte Chance zum 3:3, denn sein Flachschuss landete einen Meter neben dem Tor von Reinke. Für Werder war der Erfolg kein Ruhmesblatt, doch der Anschluss nach oben wurde gewahrt. Rostock hatte nicht enttäuscht, stand aber zuletzt mit leeren Händen da.

Spielstatistik SV Werder Bremen - Hansa Rostock

SV Werder Bremen

-

Hansa Rostock

3:2 (2:1)

Bundesliga 2004/2005, 19. Spieltag
30.01.2005, 17:30 Uhr
38.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
Tore
1:0 Ivan Klasnic 5. (Kopfball, Ismaël)
2:0 Miroslav Klose 31. (Rechtsschuss, Klasnic)
2:1 David Rasmussen 45. (Kopfball, Rydlewicz)
3:1 Ivan Klasnic 62. (Linksschuss, Baumann)
3:2 Thomas Rasmussen 64. (Freistoß)
Wechsel Bremen
Gustavo Nery
für Daniel Jensen
(4,0)
(58.)
Paul Stalteri
für Ümit Davala
(―)
(78.)
Wechsel Rostock
Antonio di Salvo
für David Rasmussen
(―)
(74.)
Karten Bremen
Gelb für Valérien Ismaël
Karten Rostock
Gelb für Razundara Tjikuzu