Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg

Gladbach etwas weniger schlecht drauf

Sein artistisches Tor fiel völlig unerwartet: Vaclav SverkosSein artistisches Tor fiel völlig unerwartet: Vaclav Sverkos

"Wenn Sie guten Fußball sehen wollen, dann gehen Sie zu unseren Amateuren", ließ Gladbachs Trainer Advocaat nach dem Trauerspiel gegen den VfL Wolfsburg verlauten und freute sich zudem einzig über das Ergebnis. Auch sein Kollege Gerets war mehr oder weniger ratlos: "Nach der guten Leistung letzte Woche in Kaiserslautern hatte ich einen Aufschwung erwartet."

Schon in der Anfangsphase gab es bestenfalls abgebrochene Aktionen zu begutachten, bei denen sich die Spieler gegenseitig überboten. Es schien, es würden sich die Spieler nicht einmal an den Trikots unterscheiden können. Wolfsburg verausgabte sich bereits nach elf Minuten, als Brdaric per Kopfstoß die einzige (!) Chance der Gäste vergab. Wäre nicht danach die eine oder andere Standardsituation im Programm gewesen, hätte das Publikum wahrscheinlich früh die Beine in die Hand genommen. Spielfluss wurde durch eine Vielfalt kleiner, regelwidriger Körperkontakte verhindert, doch wenn der Ball ruhte - vor den Standards - kam Hoffnung auf. Dass davon dann wenig übrig blieb, war für die Betrachter besonders ernüchternd. Völlig überraschend landete die Kugel dann doch noch am Pfosten der Wölfe. Sonck hatte ungenau geköpft und Fukal den Abpraller aus spitzem Winkel ans Alu bugsiert (26.). Dem Grottenkick bot dieser "Aussetzer" bis zur Pause jedoch keinen Einhalt.

Nach der Pause begannen die Hausherren auf einmal, Fußball zu spielen. Plötzlich lief der Ball über mehrere Stationen und wurde sogar zielgerichtet in die Gefahrenzone der Wolfsburger befördert. Hintereinander standen Sonck, Neuville und Fukal zwischen der 52. und 56. Minute vor dem Einschuss, doch Jentzsch hielt (Sonck) oder hatte Dusel, dass die Schüsse knapp vorbeistrichen. Allerdings versank die Partie danach kontinuierlich wieder in den fatalen Trott des ersten Durchgangs. Auffällig beim Gast war vor allem das unerquickliche Spiel von Regisseur D'Alessandro, der überhaupt nichts mit dem Ball anzufangen wusste. Zum Glück bemühten sich mindestens die Gladbacher noch in der Schlussphase, wieder etwas Dampf zu machen. Als die Nullnummer immer näher rückte, glückte dem eingewechselten Sverkos dann der spielentscheidende Geniestreich. Eine Fukal-Flanke leitete Neuville per Kopf halbhoch auf den mit dem Rücken zum Tor befindlichen Tschechen, der mit einem zirkusreifen, schrägen Fallrückzieher Gegenspieler Rytter und Keeper Jentzsch verblüffte und ins Netz traf (87.). Konsterniert mussten die Wölfe feststellen, dass sie an diesem Tag nicht im Entferntesten die Mittel besaßen, sich noch einmal entscheidend aufzubäumen. Um dieses eine Tor waren die Gladbacher aber letztlich dann auch weniger schlecht als ihr destruktiver Gegner.

Spielstatistik Borussia Mönchengladbach - VfL Wolfsburg

Borussia Mönchengladbach

-

VfL Wolfsburg

1:0 (0:0)

Bundesliga 2004/2005, 24. Spieltag
05.03.2005, 15:30 Uhr
Borussia-Park (Mönchengladbach), 43.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore
1:0 Vaclav Sverkos 87. (Rechtsschuss, Neuville)
Wechsel M´gladbach
Vaclav Sverkos
für Wesley Sonck
(―)
(80.)
Joris van Hout
für Oliver Neuville
(―)
(90.)
Karten M´gladbach
Gelb für Jörg Böhme
Gelb für Wesley Sonck
Karten Wolfsburg
Gelb für Kevin Hofland