Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Hansa Rostock

Norddeutsche Gegensätze

Umsichtiger und schussstarker Spielgestalter: MoreiraUmsichtiger und schussstarker Spielgestalter: Moreira

Während die Hamburger ihre UEFA Cup-Ambitionen bestätigten, rückte für Hansa der Abstieg immer näher. Nach durchwachsener erster Halbzeit steigerte sich der HSV und bestrafte individuelle Fehler der Rostocker gnadenlos.

Offensiv und kampfbereit zeigten sich beide Teams zu Beginn in der AOL-Arena. Nach ersten guten Ansätzen der Rostocker über die Flügel traf Takahara für den HSV nur das Außennetz. Auch in der Folgezeit gaben weiter die Gastgeber den Ton an. Doch lediglich zwei Distanzschüsse von Moreira sorgten ansatzweise für Torgefahr. Der Anfangsschwung der Rothosen ebbte erst nach einer knappen halben Stunde merklich ab. Die Mecklenburger wurden dadurch etwas mutiger und hatten durch einen Distanzschuss von Thomas Rasmussen ihre erste Möglichkeit, den Wächter jedoch sicher parierte (31.). Fünf Minuten später war die Zeit von Mpenza angebrochen, der zunächst mit einem Lupfer das Gehäuse knapp verfehlte. Mit dem Pausenpfiff kratzte dann Schober einen Kopfball des Belgiers im letzten Moment von der Linie. Kurz zuvor hatte Prica für die Gäste nur den Außenpfosten angepeilt. Das insgesamt wenig attraktive Spiel wurde von Zuschauern zur Pause mit Pfiffen quittiert.

In der zweiten Halbzeit erwischten die Gastgeber einen Traumstart. Einen Ballverlust von Maul im Mittelfeld nutzte der sehr umsichtige Moreira, um Mahdavikia auf der rechten Seite steil zu schicken. Den butterweichen Flankenball des Iraners wuchtete Mpenza aus fünf Metern in die Maschen, wobei er sich im Luftkampf entschlossen gegen Hartmann durchsetzte (49.). Doch das 1:0 führte nur wenig später zu einer fast folgenschweren Nachlässigkeit in der Defensive. Nach einem schönen Spielzug der Ostsee-Städter stand Litmanen frei im Strafraum und bediente elegant den besser postierten Allbäck, der jedoch am geschickt den Winkel verkürzenden Wächter scheiterte (52.). Der Schock über diese vergebene Chance saß tief und war letztlich vorentscheidend, denn fortan spielten nur noch die Hamburger. So folgte die Entscheidung bereits nach einer guten Stunde durch einen Doppelschlag innerhalb von drei Minuten. Dem 2:0 ging zunächst ein Beinlich-Freistoß mit verunglückter Kopfballverlängerung der Rostocker Abwehr voraus. Benjamin nutzte die Situation am langen Pfosten, um freistehend aus kurzer Distanz erfolgreich zu sein (61.). Der dritte Treffer war dann Takahara vorbehalten, der einen abgewehrten Mpenza-Schuss mit Geschick über die Linie beförderte (64.). Den komfortablen Vorsprung im Rücken schalteten die Hamburger einige Gänge zurück. Dennoch hatte es eine untergehende Hansa-Kogge nur ihrem Kapitän und Torhüter Schober zu verdanken, dass am Ende kein weiterer Gegentreffer das Ergebnis noch schlimmer gestaltete.

Kai Endres

Spielstatistik Hamburger SV - Hansa Rostock

Hamburger SV

-

Hansa Rostock

3:0 (0:0)

Bundesliga 2004/2005, 30. Spieltag
23.04.2005, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 55.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Emile Mpenza 49. (Kopfball, Mahdavikia)
2:0 Collin Benjamin 61. (Rechtsschuss)
3:0 Naohiro Takahara 64. (Linksschuss, Mpenza)
Wechsel Hamburg
David Jarolim
für Moreira
(―)
(70.)
Björn Schlicke
für Collin Benjamin
(―)
(73.)
Alexander Laas
für Stefan Beinlich
(―)
(82.)
Wechsel Rostock
René Rydlewicz
für Ronald Maul
(4,5)
(56.)
Antonio di Salvo
für Jari Litmanen
(4,0)
(65.)
Thomas Meggle
für Marcus Allbäck
(―)
(68.)
Karten Hamburg
keine
Karten Rostock
Gelb für Ronald Maul
Gelb für Rade Prica
Gelb für Marcus Allbäck
Gelb für Joakim Persson
Gelb für Thomas Meggle