Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - VfL Wolfsburg

Die drei Eingewechselten

War an zwei Toren entscheidend beteiligt: Artur WichniarekWar an zwei Toren entscheidend beteiligt: Artur Wichniarek

Eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, kombiniert mit dem glücklichen Händchen von Trainer Götz, machten einen verdienten Erfolg der Hertha perfekt. Bei den Wölfen fehlte die nötige Eigeninitiative.

Nach der mäßigen Vorstellung in Rostock verschliefen die Berliner auch die erste Halbzeit gegen Wolfsburg. Gehemmt und ideenlos vermochte die Hertha nicht, das Abwehrbollwerk der Gäste aus den Angeln zu heben. Da auch von den Gästen nicht viel kam, sorgten lediglich Standards für Torgefahr. Die Wölfe waren mit ihrem ersten und einzigen Freistoß auch direkt erfolgreich. Petrov nahm aus 30 Metern halbrechter Position Maß und beförderte mit Hilfe der Unterkante der Latte Ball und Keeper Fiedler zum 1:0 ins Netz (17.). Die Gastgeber erhöhten nach dem Rückstand die Schlagzahl fast unmerklich. Aus der zunehmenden optischen Überlegenheit resultierten keine gefährlichen Chancen. Für Aufregung sorgten nur die Freistöße von Marcelinho, dessen erster Versuch sein Ziel noch knapp verfehlte (20.). Bei zwei weiteren Gelegenheiten zeigte sich Jentzsch im VfL-Gehäuse als sicherer Rückhalt. Damit blieb es zur Pause bei der knappen Gäste-Führung, weil die Hertha nie richtig ins Spiel kam.

Dies sollte sich nach der deutlichen Halbzeitansprache von Götz ändern, der gleichzeitig mit der Einwechslung von Wichniarek sein Sturmspiel entscheidend belebte. Doch hochkarätige Möglichkeiten wollten sich auch in der ersten Viertelstunde nach dem Wechsel nicht einstellen. Die Niedersachsen standen kompakt, kamen aber kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Der Dauerdruck der Berliner wurde schließlich nach einer guten Stunde mit dem Ausgleich belohnt. Wichniarek nahm einen Pass des ebenfalls eingewechselten Neuendorf an und leitete im richtigen Moment weiter zu Kapitän Friedrich. Der behauptete sich im Zweikampf mit Petrov und versenkte die Kugel aus zehn Metern in der langen Ecke (63.). Die Hauptstädter blieben in der Folgezeit am Drücker, ließen jedoch die spielerischen Highlights vermissen. Spätestens am Strafraum der Gäste war Endstation. Von der Gerets-Truppe kam kaum mehr Konstruktives rüber. Sie nahm immer weniger aktiv am Spiel teil. Dies wurde zehn Minuten vor dem Ende von Wichniarek und den Unparteiischen bestraft. Der Pole kam bei einem Zweikampf mit Sarpei Zentimeter außerhalb des Sechzehners zu Fall. Der Schiedsrichter sah das Vergehen jedoch innerhalb des Strafraums, so dass Marcelinho den fälligen Elfmeter souverän zum 2:1 verwandeln konnte (81.). Die bis dahin offensiv nicht auffälligen Wolfsburger konnten den Hebel nach dem Rückstand nicht mehr umlegen. Den Schlusspunkt in einer mittlerweile einseitigen Partie setzte zwei Minuten vor dem Ende mit Madlung der dritte Eingewechselte. Dabei bewies der als ungelenk geltende Innenverteidiger großes technisches Geschick, als er einen langen Ball von Friedrich elegant mit der Brust annahm und mit einem trockenen Linksschuss vollendete.

Kai Endres

Spielstatistik Hertha BSC - VfL Wolfsburg

Hertha BSC

-

VfL Wolfsburg

3:1 (0:1)

Bundesliga 2004/2005, 32. Spieltag
07.05.2005, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 58.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore
0:1 Martin Petrov 17. (Freistoß)
1:1 Arne Friedrich 63. (Rechtsschuss, Wichniarek)
2:1 Marcelinho 80. (Foulelfmeter, Sarpei an Wichniarek)
3:1 Alexander Madlung 88. (Linksschuss, Friedrich)
Wechsel Hertha BSC
Artur Wichniarek
für Thorben Marx
(2,5)
(46.)
Andreas Neuendorf
für Malik Fathi
(3,0)
(62.)
Alexander Madlung
für Nando Rafael
(―)
(79.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Arne Friedrich