Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - Hannover 96

Geduld der VfB-Fans arg strapaziert

Erlöste sein Team mit dem späten Siegtor: Kevin KuranyiErlöste sein Team mit dem späten Siegtor: Kevin Kuranyi

Lange Zeit rannte der ideenlose VfB vergeblich gegen das Bollwerk der tief stehenden Hannoveraner an und brachte selbst seine eigenen Fans mit dem unergiebigen Kick auf die Palme. Dann gelang doch noch zwei Minuten vor Schluss der letztlich viel umjubelte Siegtreffer.

Bereits im ersten Durchgang wurde die Geduld der Stuttgarter Fans auf die Probe gestellt. Zwar spielten die Schwaben engagiert und feldüberlegen, doch die Flügel wurden zuwenig eingesetzt und immer wieder der Weg durch die Mitte gesucht, wo die 96er ihren Abwehrverbund am personalstärksten formiert hatten. Hier und da sorgte ein Freistoß oder ein Eckball für Aufmerksamkeit, doch gefordert wurde der Schlussmann der Niedersachsen, Robert Enke, so gut wie nie. Die Gäste tauchten nur sporadisch vor dem Kasten von VfB-Torhüter Hildebrand auf, hatten auch nur zwei Halbchancen durch Stajner und Mertesacker parat, waren aber offensiv ebenfalls nicht zwingend gefährlich. Nachdem Kuranyi und Cacau zwei passable Möglichkeiten verpasst hatten, wurden die Mannschaften unter Pfiffen in die Kabine geleitet, was einige VfB-Spieler und Trainer Sammer zu abwertenden Gesten in Richtung Publikum veranlasste. Spätere Entschuldigungen an die Fans folgten.

Nach dem Seitenwechsel lief das Spiel der Schwaben wesentlich runder. Dirigiert von ihrem Spielmacher Hleb wurden endlich auch einige brenzlige Situationen vor dem Enke-Tor heraufbeschworen. Die beste Möglichkeit vergab dabei Cacau nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff. Einen weiteren Hochkaräter gab es jedoch nach 63 Spielminuten auch auf der Gegenseite zu verzeichnen. Zuraw hatte einen gefährlichen Kopfball auf das VfB-Tor gebracht, doch Tiffert rettete in letzter Not auf der Torlinie (63.). Die Szene löste allerdings eine Reihe weiterer nun ansehbarer Angriffsattacken der Hausherren aus, die immer öfter das 96er Deckungsgefüge aufrissen. So war Stranzl plötzlich allein durch, umkurvte Enke, doch sein Flachschuss aufs vermeintlich leere Tor wurde vom grätschenden Lala in letzter Konsequenz zur Ecke abgelenkt. Weitere Einschüsse verpassten Kuranyi und Streller sowie Schröter bei einem der seltenen Konter auf der Gegenseite. Zwei Minuten vor dem Abpfiff dann doch der für den VfB erlösende Treffer zum 1:0-Sieg: Ein weiter Schlag aus dem Mittelfeld gelangte über Streller und Babbel vor die Füße Kuranyis, der völlig freistehend in halbrechter Position das Werk wuchtig vollendete. Mit dem Zittersieg blieb Stuttgart auf dem dritten Rang und somit in einer guten Ausgangsposition für den Endkampf um die Champions League-Plätze.

Spielstatistik VfB Stuttgart - Hannover 96

VfB Stuttgart

-

Hannover 96

1:0 (0:0)

Bundesliga 2004/2005, 32. Spieltag
07.05.2005, 15:30 Uhr
45.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
1:0 Kevin Kuranyi 88. (Rechtsschuss, Babbel)
Wechsel VfB Stuttgart
Marco Streller
für Christian Tiffert
(4,0)
(64.)
Elson
für Cacau
(―)
(81.)
Matthieu Delpierre
für Kevin Kuranyi
(―)
(90.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Kevin Kuranyi
Gelb für Martin Stranzl
Karten Hannover
Gelb für Jirí Stajner