Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Hertha BSC

Doppelter Takahara rettete Toppi

Sorgte mit seinem Doppelpack für einen glücklichen Sieg: Naohiro TakaharaSorgte mit seinem Doppelpack für einen glücklichen Sieg: Naohiro Takahara

In Anbetracht der angespannten Tabellensituation bei Hamburg und Berlin lieferten sich beide Teams einen engagierten Fight in der AOL-Arena. Der besonders Job-gefährdete Coach Toppmöller zog zudem den richtigen Joker.

Die Gastgeber erwischten einen Blitzstart. Nach einer Ecke von der linken Seite durch Rahn stieg Kapitän van Buyten sechs Meter vor dem Tor hoch. Sein Kopfball fand zwei Meter vor dem Tor Takahara, der den Ball gekonnt mit dem Kopf zum 1:0 verlängerte (3.). Der HSV drängte nach dem frühen Tor auf einen weiteren Treffer. Berlin hielt kämpferisch dagegen und steckte den Kopf nicht lange in den Sand. Mit offenem Visier suchten beiden den Weg Richtung gegnerisches Tor. In der elften Minute brachten sich die Hamburger selbst um einen gelungenen Start. Boulahrouz verlor den Ball 20 Meter vor dem eigenen Tor an Marcelinho. Der Brasilianer schaltete schnell und setzte den jungen Müller in Szene. Der drang in den Hamburger Strafraum ein und schlenzte den Ball vorbei an Piekenhagen zum 1:1 in den rechten Torwinkel. Es war eine attraktive und ereignisreiche Anfangsphase, in der das Mittelfeld von beiden Mannschaften schnell überbrückt wurde. Die Defensivreihen wirkten dagegen nicht immer sattelfest. Kampf war Trumpf, aber auch das spielerische Element kam nicht zu kurz. Nach einer guten Viertelstunde konnten sich die Hamburger ein Übergewicht erarbeiten. Wirklich klare Chancen konnten sich die Gastgeber allerdings nicht herausspielen. Bobic hatte es auf der anderen Seite als einziger Stürmer der Hertha schwer, sich meistens gegen zwei Gegenspieler durchzusetzen. Die Berliner rückten zu diesem Zeitpunkt nicht entschlossen genug nach. In der 27. Minute zeigte sich Berlin mal wieder offensiv. Marcelinho schoss einen Freistoß aus knapp 30 Metern auf das Hamburger Tor. Doch Piekenhagen war rechtzeitig in der linken unteren Ecke und konnte den Ball gerade noch um den Pfosten drehen. Die Partie war nach einer halben Stunde wieder vollkommen ausgeglichen. Bei den Berlinern bestimmte Marcelinho den Spielrhythmus, da er mit Abstand die meisten Ballkontakte bei den Gästen hatte. Die Zweikämpfe blieben weiter verbissen. Takahara war nicht nur wegen seines Treffers einer der Aktivposten im Hamburger Spiel.

Die Berliner erarbeiteten sich zu Beginn des zweiten Durchgangs ein leichtes optisches Übergewicht, da sie im Aufbauspiel deutlich ballsicherer als der HSV waren. Die Gastgeber taten sich manchmal schwer, den Ball vernünftig aus der eigenen Hälfte nach vorne zu treiben. Gefährlich blieb der HSV bei seinen Standards. In der AOL-Arena wurde es immer stiller, weil die Berliner den besseren Eindruck hinterließen. In der 66. Minute hatte Bobic die Gäste-Führung auf dem Schlappen. Doch der Schuss des Mittelstürmer wurde von Piekenhagen im letzten Moment noch über die Latte gelenkt. Die bis dahin beste Chance der zweiten Halbzeit. Auf der anderen Seite hatte Takahara die Führung für den HSV auf dem Fuß. Der Ball prallte nach einem Durcheinander in der Berliner Defensive vor die Füße des Japaners, der aus 16 Metern sofort abzog. Doch Fiedler konnte den Ball mit einem hervorragenden Reflex abwehren. In der 80. Minute kam der HSV zur schmeichelhaften Führung. Mpenza setzte sich auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler durch und passte auf Rahn. Der drang in den Strafraum der Berliner ein und passte wiederum flach vor das Tor. Erneut war Takahara zur Stelle und vollendete mit dem Knie zum 2:1. Die Berliner wurden für die bessere Spielanlage nicht belohnt. Toppmöller hatte in der Schlussphase mit drei Stürmern alles auf eine Karte gesetzt. Die Berliner antworteten auf dem Rückstand mit wütenden Gegenangriffen, doch mit Glück und Geschick brachten die Gastgeber den zweiten Saisonsieg nach Hause. Somit rettete der Doppelpack von Takahara Trainer Toppmöller zumindest vorerst den Job. Ein Lob gilt jedoch auch den Berlinern, die gerade im zweiten Durchgang die bessere Mannschaft waren.

Kai Endres

Spielstatistik Hamburger SV - Hertha BSC

Hamburger SV

-

Hertha BSC

2:1 (1:1)

Bundesliga 2004/2005, 6. Spieltag
26.09.2004, 17:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 43.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
1:0 Naohiro Takahara 3. (Kopfball, van Buyten)
1:1 Christian Müller 11. (Rechtsschuss, Marcelinho)
2:1 Naohiro Takahara 80. (Rechtsschuss, Rahn)
Wechsel Hamburg
Mustafa Kucukovic
für Sergej Barbarez
(―)
(76.)
Moreira
für Björn Schlicke
(―)
(76.)
Wechsel Hertha BSC
Artur Wichniarek
für Fredi Bobic
(―)
(72.)
Andreas Neuendorf
für Malik Fathi
(―)
(81.)
Sejad Salihovic
für Christian Müller
(―)
(85.)
Karten Hamburg
Gelb für Khalid Boulahrouz
Gelb für Raphael Wicky
Gelb für David Jarolim
Karten Hertha BSC
Gelb für Josip Simunic
Gelb für Niko Kovac
Gelb für Andreas Neuendorf
Gelb für Marcelinho