Torschütze und wieder formverbessert: Christoph MetzelderEin äußerst kurzweiliger Kick im Westfalenstadion. Hamburg weniger kraftlos als erwartet, spielte trotz UEFA-Cup Belastung voll auf Sieg. Aber auch die Hausherren gefielen durch mutiges Spiel nach vorn, verlangten dem Gegner viel ab. Am Ende ging es hin und her, alles war möglich. Eine Schande, dass beide nur einen Punkt bekamen.
Der HSV war mit vielen Fragezeichen angereist. Nicht nur der UEFA-Cup-Ritt zwei Tage zuvor wollte verdaut werden, auch fehlten mit Demel und van der Vaart zwei wichtige Stammspieler. Dortmunds Personaldecke war wie gewohnt nicht dicker. Ricken und Brzenska waren nicht dabei, dafür rutschten Sahin und Buckley ins Team. Die Hausherren gaben gleich mächtig Gas, wussten freilich um Hamburgs müde Beine und wollten dem Gast möglichst früh einen einschenken. Eine Ecke in der vierten und ein Freistoß in der achten Minute hätten schon fast zum Erfolg geführt, aber der HSV konnte sich unbeschadet aus der Anfangsphase mogeln. Es dauerte eine halbe Stunde, bis auch die Hamburger Offensive die Arbeit aufnahm. Jarolim entdeckte eine Lücke und passte am Strafraum zu Mpenza, doch sein Schuss küsste nur das Außennetz (31.). Ein Fernschuss von Trochowski (36.) sowie ein Kopfball von Wicky (42.) zeugten von der Hamburger Überlegenheit in dieser Phase, doch es blieb bei brotloser Kunst. Als auch Klingbeil noch aussichtsreich versemmelte (44.), musste Dortmund froh sein, unbeschadet in die Halbzeit zu taumeln.
Nach der Pause nahm der HSV den Faden gleich wieder auf und schnürte die Gastgeber hinten ein. Wie aus dem Nichts fiel dann plötzlich das 1:0 für Dortmund. Nach dummem Fehler von Barbarez ergaunerte sich Kehl im Mittelfeld das Leder und schickte den flinken Odonkor. Der flankte schlau in die Mitte und Metzelder hechtete das Leder in die Maschen (58.). Das gefiel den Dortmundern. Wie aus einem Guss spielten sie nun nach vorn und waren drauf und dran, den Sack zu verschnüren. Aber wie es sich für eine Spitzenmannschaft gehört, kam der HSV noch mal zurück. Mahdavikia bekam den Ball 25 Meter vor dem Tor und setzte Trochowski in Szene. Der nahm seine Rolle als van der Vaart-Ersatz wörtlich und zog mit Schmackes ab. Ein schöner Aufsetzer ins rechte Eck (73.). Nun wiederum bekamen die Hamburger deutlich Oberwasser, doch Dortmund brach nicht ein, jagte die Kugel immer wieder in die Spitze und spielte weiter auf Sieg. So gab es eine launige Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten. Am Ende war Dortmund dem Sieg vielleicht einen Fingerhut näher, aber schon ein wenig mehr Risiko hätte zur Niederlage führen können. Unterm Strich ein Unentschieden, wie es gerechter nicht sein kann.
Maik Großmann
Borussia Dortmund
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Christoph Metzelder | 58. | (Kopfball, Odonkor) |
| 1:1 | Piotr Trochowski | 74. | (Linksschuss, Mahdavikia) |
Aufstellung Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Roman Weidenfeller | (3,5) |
| Florian Kringe | (3,5) |
| Christoph Metzelder | (3,0) |
| Christian Wörns | (3,5) |
| Dédé | (4,0) |
| Nuri Sahin | (4,0) |
| Sebastian Kehl | (3,0) |
| Tomas Rosicky | (3,5) |
| David Odonkor | (3,5) |
| Euzebiusz Smolarek | (4,0) |
| Delron Buckley | (5,5) |
Aufstellung Hamburg |
|
|---|---|
| Stefan Wächter | (2,0) |
| René Klingbeil | (3,5) |
| Daniel van Buyten | (3,0) |
| Khalid Boulahrouz | (3,5) |
| Thimothee Atouba | (3,5) |
| David Jarolim | (3,0) |
| Raphael Wicky | (4,0) |
| Stefan Beinlich | (3,0) |
| Piotr Trochowski | (3,0) |
| Emile Mpenza | (5,0) |
| Sergej Barbarez | (5,0) |
Wechsel Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Lars Ricken für Delron Buckley |
(4,0) (57.) |
| Marc-André Kruska für Nuri Sahin |
(―) (71.) |
Wechsel Hamburg |
|
|---|---|
| Benjamin Lauth für Raphael Wicky |
(―) (70.) |
| Mehdi Mahdavikia für Emile Mpenza |
(―) (70.) |
Karten Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Christian Wörns |
Karten Hamburg |
|
|---|---|
| Gelb für | Daniel van Buyten |
| Gelb für | David Jarolim |
| Gelb für | Sergej Barbarez |
Trainer Dortmund![]() |
|---|
| Bert van Marwijk |
Trainer Hamburg |
|---|
| Thomas Doll |