Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

Klare Sache

Zweifacher Torschütze und überragender Strippenzieher: Tim BorowskiZweifacher Torschütze und überragender Strippenzieher: Tim Borowski

Der Höhenflug der Hessen wurde an der Weser gestoppt. Nur bis zur Pause vermochte die Eintracht dem überlegenen Gegner Paroli zu bieten. Nach dem Wechsel paarten die Bremer ihr druckvolles Spiel mit der nötigen Effizienz und sorgten früh für klare Verhältnisse.

Die Frankfurter kamen nach den beiden 6er-Packs mit breiter Brust an die Weser und hielten das Spiel in den Anfangsminuten auch weitgehend offen. Die spielerische Überlegenheit der Norddeutschen kam erst nach gut zehn Minuten zum Tragen. Als Klasnic der Ball nach einer Ecke vor die Füße fiel, hatten die Hessen Glück, dass der Kroate aus drei Metern knapp über den Kasten zielte (11.). Die Eintracht antwortete mit einer Chance von Amanatidis, bei der Reinke in der kurzen Ecke geschickt den Winkel verkürzte (15.). Doch die Gastgeber ließen sich dadurch nicht von ihrem druckvollen Spiel abbringen. Mit Macht versuchten sie die Gäste einzuschnüren, wurden aber zunächst eiskalt erwischt. Ochs schickte Meier mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Der lange Mittelfeldakteur passte im richtigen Moment auf Amanatidis, der die Kugel nur noch über die Linie drücken musste (19.). Die Hanseaten antworteten stürmisch auf den Rückstand und kamen nach einer guten halben Stunde zum verdienten Ausgleich. Borowski durfte das Spielgerät vom linken Strafraumeck unbedrängt in die Mitte lupfen, wo sich der dynamische Frings im Kopfballduell gegen Huggel behauptete. Unhaltbar schlug der Ball zum 1:1 in der kurzen Ecke ein (29.). Werder blieb auch danach am Drücker, kam allerdings gegen die kämpferischen Frankfurter nur zu wenigen guten Gelegenheiten. Die Fingerspitzen von Nikolov verhinderten nach einem Lupfer von Micoud (38.) einen Rückstand der Gäste zur Pause, die sich als der erwartet schwere Gegner für die Schaaf-Truppe präsentierten.

Im zweiten Abschnitt legte Bremen noch eine Schippe drauf und nahm schnell Kurs Richtung souveräner Heimsieg. Nach einem Pass von Micoud auf den rechten Flügel stolperte Vasoski im Laufduell mit Klose, so dass der Nationalspieler unbedrängt in den Strafraum eindrang. Sein Zuspiel in den Rücken der Abwehr verwertet Borowski entschlossen mit einem trockenen Flachschuss zum 2:1 (52.). Frankfurt war nun völlig von der Rolle. Im Spiel nach vorne gab es kaum zusammenhängende Aktionen. Schuld daran war natürlich auch die Werderaner, die den Druck weiterhin enorm hoch hielten. Bei der Vorentscheidung zeigte Klose, dass er sein "Handwerk" versteht. Nach einer Flanke von Micoud sprang ihm der Ball im Fünfer zunächst an den Unterarm, bevor er anschließend aus kurzer Distanz erfolgreich abschloss (61.). Anschließend schonten die Bremer ihre Stammspieler Klasnic, Frings und Owomoyela für die kommenden Aufgaben in der Königsklasse. Darüber hinaus hatte in der Schlussphase das Auslaufen unter Wettkampfbedingungen eingesetzt. Gefährlich für das Tor von Reinke wurde es nur kurz vor dem Ende, als Ochs aus heiterem Himmel die Möglichkeit zum Anschlusstreffer ausließ (83.). Eine Nachlässigkeit von Preuß ermöglichte Borowski in der Schlussminute noch eine Resultatsveränderung, die dieser mit einem satten Flachschuss aus knapp 20 Metern nutzte (90.). Die Bremer Angriffsmaschine zeigte sich im zweiten Durchgang für die kommenden Aufgaben in der Champions League und bei den Bayern bestens geölt. Auch wenn die Frankfurter nicht an die starken Vorstellungen der letzten Woche anknüpfen konnten.

Kai Endres

Spielstatistik SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

SV Werder Bremen

-

Eintracht Frankfurt

4:1 (1:1)

Bundesliga 2005/2006, 11. Spieltag
29.10.2005, 15:30 Uhr
Weserstadion (Bremen), 41.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore
0:1 Ioannis Amanatidis 19. (Linksschuss, Meier)
1:1 Torsten Frings 29. (Kopfball, Borowski)
2:1 Tim Borowski 52. (Rechtsschuss, Klose)
3:1 Miroslav Klose 61. (Rechtsschuss, Micoud)
4:1 Tim Borowski 90. (Rechtsschuss, Micoud)
Wechsel Bremen
Nelson Valdez
für Ivan Klasnic
(3,0)
(65.)
Jurica Vranjes
für Torsten Frings
(―)
(71.)
Pekka Lagerblom
für Patrick Owomoyela
(―)
(75.)
Wechsel Frankfurt
Christoph Preuß
für Marko Rehmer
(4,5)
(20.)
Du-Ri Cha
für Patrick Ochs
(―)
(85.)
Karten Bremen
Gelb für Leon Andreasen
Karten Frankfurt
Gelb für Patrick Ochs