Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Schalke 04 - SV Werder Bremen

Bremen spielte - Schalke siegte

Seine Treffsicherheit war spielentscheidend: Kevin KuranyiSeine Treffsicherheit war spielentscheidend: Kevin Kuranyi

Werder war über weite Strecken die bessere Mannschaft, ließ aber ohne Klasnic und Klose die Gefährlichkeit in vorderster Front vermissen. Die Knappen nutzten ihre wenigen Gelegenheiten mit gnadenloser Effektivität und schnupperten, tabellarisch gesehen, wieder an der Königsklasse.

Die schon so häufig geschmähte Abwehr der Bremer startete auch das Spitzenspiel in der Veltins-Arena mit einem Gastgeschenk. Ein kurzer Abstoß von Reinke landete über Schulz bei Naldo. Der Brasilianer wollte das Spielgerät wieder auf seinen Torhüter spielen, brachte allerdings nicht genug Druck hinter den Ball. Kuranyi spekulierte auf diesen Patzer und vollendete gegen den weit neben seinem Tor platzierten Werder-Keeper zum frühen 1:0 für die Knappen (2.). Erst nach diesem Paukenschlag begann das zehnminütige Abtasten beider Seiten, bis Werder die Partie immer besser in den Griff bekam. Doch schon bei den Halbchancen von Valdez (14.), Borowski (16.) und Frings (19.) war das Fehlen des K&K-Sturms bitter zu spüren. Die Schaaf-Truppe blieb zwar optisch klar überlegen, ließ allerdings in vorderster Spitze auch in der Folgezeit die nötige Durchschlagskraft vermissen. Micoud verpasste nach einer guten halben Stunde den Ausgleich nur knapp, ehe das Spielgeschehen bis zum Pausenpfiff immer stärker vom Kampf bestimmt war und ohne weitere Höhepunkte blieb. Von den Königsblauen ging nach dem Führungstreffer weder Gefahr noch spielerischer Esprit aus.

Dies änderte sich mit einer Gelegenheit für Rodriguez nach dem Wechsel nur kurzzeitig. Denn schon bald hatten die Gäste das Spiel auch im zweiten Durchgang wieder fest im Griff. Zunächst scheiterte Micoud noch frei vor Rost, ehe Valdez der längst fällige Ausgleich gelang. Owomoyela verlängerte eine Ecke von der linken Seite per Kopf an den zweiten Pfosten. Dort stand der Stürmer aus Paraguay völlig ungedeckt und bugsierte die Kugel mit einem Hechtkopfball zwischen Rafinha und dem Torpfosten hindurch in die Maschen (55.). Jetzt schien die Führung der Norddeutschen, die im Mittelfeld ein deutliches Übergewicht besaßen, nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch was folgte, war eine extrem kalte Dusche. Nach einer weiten Flanke von Rafinha bewies Reinke gegen den Schuss von Kobiashvili sein ganzes Können. Der abgewehrte Ball fiel jedoch Kuranyi genau vor die Füße, der den Abstauber mühelos versenkte (64.). Dass die Schalker auch das nötige Glück auf ihrer Seite hatten, zeigte sich spätestens beim Abseitstor von Valdez (71.). Erst in der Schlussphase schienen die Bremer nicht mehr an einen eigenen Erfolg zu glauben. Bordon hatte nach einem Lincoln-Freistoß die Vorentscheidung auf dem Kopf, traf aber nur den Pfosten (78.). Die Verteidigung des knappen Vorsprungs wurde der Rangnick-Elf durch die umstrittene Ampelkarte für Frings in den letzten Minuten erleichtert (81.), der mit dem glücklichen Erfolg wieder der Anschluss an die Champions League-Ränge gelang. Bei Werder dagegen drückte der Schuh ohne seinem etatmäßiges Sturmduo nicht nur in der erneut fehlerhaften Defensive.

Kai Endres

Spielstatistik FC Schalke 04 - SV Werder Bremen

FC Schalke 04

-

SV Werder Bremen

2:1 (1:0)

Bundesliga 2005/2006, 14. Spieltag
26.11.2005, 15:30 Uhr
Veltins-Arena (Gelsenkirchen), 61.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
1:0 Kevin Kuranyi 2. (Rechtsschuss)
1:1 Nelson Valdez 55. (Kopfball, Owomoyela)
2:1 Kevin Kuranyi 64. (Rechtsschuss, Kobiashvili)
Wechsel Schalke
Gerald Asamoah
für Gustavo Antonio Varela
(4,0)
(58.)
Ebbe Sand
für Kevin Kuranyi
(―)
(88.)
Zlatan Bajramovic
für Lincoln
(―)
(90.)
Wechsel Bremen
Aaron Hunt
für Jurica Vranjes
(―)
(70.)
Karten Schalke
Gelb für Fabian Ernst
Gelb für Dario Rodriguez
Karten Bremen
Gelb für Tim Borowski
Gelb für Frank Baumann
Gelb-Rot für Torsten Frings (81.)
Gelb für Nelson Valdez