Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt

Die Neuville-Show

Maßgeblich an der Wende beteiligt: Oliver NeuvilleMaßgeblich an der Wende beteiligt: Oliver Neuville

In der ersten Hälfte spielte nur die Eintracht, in der zweiten nur die Borussia. Ein klassisches Unentschieden? Nein. Dank einer riesigen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang und einem dann überragenden Oliver Neuville beendete Gladbach in einer mitreißenden Partie eine schwarze Serie von sechs Spielen ohne Sieg.

Von Beginn an wolle man den Gegner unter Druck setzen und ein frühes Tor machen, hatte Gladbachs Trainer Horst Köppel angekündigt. Aber irgendwie schienen ihm seine Spieler nicht aufmerksam zugehört zu haben. Statt dessen übernahmen die Gäste die Initiative. Dabei wurde es ihnen von der reichlich konfusen Defensive der Platzherren auch nicht sonderlich schwer gemacht. Vor allem Francisco Copado und Markus Weissenberger machten, was sie wollten. In der 16. Minute lief Weissenberger Gladbachs Peer Kluge problemlos davon, legte nach innen und Copado ließ Casey Keller mit einem wunderschönen Schuss ins rechte Eck keine Chance. Sechs Minuten später dieselben Protagonisten. Diesmal setzte sich Copado ­ 1,70 m groß ­ gegen Jeff Strasser (1,91 m) und Filip Daems (1,80 m) durch und traf per Kopf. Eine beeindruckende Vorstellung der Frankfurter, eine Null-Leistung von Gladbach. Negativer Höhepunkt war ein Freistoss aus aussichtsreicher Position, bei dem sich drei Mann nicht einigen konnten und Weissenberger den Ball überließen. Völlig überraschend dann der Anschlusstreffer. Marko Rehmer fühlte sich für Hassan El Fakiris harmlose Flanke nicht zuständig und der Ball kam zu Marcell Jansen, der sich mit dem 1:2 bedankte (45.).

Welche Worte Köppel in der Kabine auch immer gefunden hat, es waren die richtigen. Nichts mehr zu sehen von der Souveränität der Hessen, plötzlich spielte nur noch Mönchengladbach ­ und kam, angetrieben von Jansen auf der linken Seite, zu Chancen. Doch zunächst war Oka Nikolov nicht zu bezwingen, weder von Kahé per Hacke (50.), noch von Strasser (60.). Danach begann die ganz große Show des Oliver Neuville. Erst versemmelte er einen von Rehmer an Kahé verursachten Elfmeter (75.), aber nur zwei Minuten später verlängerte er einen Schuss von El Fakiri mit dem Kopf zum Ausgleich. Damit nicht genug: In der 82. Minute hämmerte Neuville einen Freistoss aus 30 Metern zur Führung ins Netz und bereitete wenig später das 4:2 von Vaclav Sverkos vor (88.). In der ersten Halbzeit noch ausgepfiffen, wurden die Gladbacher nun von den Rängen stürmisch gefeiert. Sie hatten die schon so gut wie verlorene Begegnung gedreht. Daran änderte der Schlusspunkt in dieser spektakulären Begegnung, der Treffer von Chris in der letzten Minute, nichts mehr. Es war der einzig ernstzunehmende Torschuss der Eintracht nach dem Wechsel.

Sebastian Schlichting

Spielstatistik Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt

Borussia Mönchengladbach

-

Eintracht Frankfurt

4:3 (1:2)

Bundesliga 2005/2006, 17. Spieltag
17.12.2005, 15:30 Uhr
Borussia-Park (Mönchengladbach), 47.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
0:1 Francisco Copado 16. (Rechtsschuss, Weissenberger)
0:2 Francisco Copado 21. (Kopfball, Weissenberger)
1:2 Marcell Jansen 45. (Linksschuss, El Fakiri)
2:2 Oliver Neuville 77. (Kopfball, El Fakiri)
3:2 Oliver Neuville 82. (Freistoß)
4:2 Vaclav Sverkos 88. (Rechtsschuss, Neuville)
4:3 Chris 90. (Linksschuss, Köhler)
Wechsel M´gladbach
Vaclav Sverkos
für Peer Kluge
(―)
(68.)
Marvin Compper
für Thomas Broich
(―)
(86.)
Karten M´gladbach
Gelb für Filip Daems
Gelb für Vaclav Sverkos
Karten Frankfurt
Gelb für Mounir Chaftar
Besondere Vorkommnisse: Neuville verschießt Foulelfmeter (75.) - Nikolov hält (Rehmer an Kahé