Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Hannover 96

Hauchdünn an der Niederlage vorbei

Rettete Sekunden vor Schluss seiner Hertha das Remis: Dick van BurikRettete Sekunden vor Schluss seiner Hertha das Remis: Dick van Burik

Trotz der eisigen Temperaturen hatten sich die Zuschauer im Berliner Olympiastadion von dieser Partie bestimmt mehr versprochen. Ins besonders die Hertha spielte weit unter ihren Möglichkeiten und durfte am Ende heilfroh sein, noch ein Pünktchen ergattert zu haben.

Auch wenn mit Gilberto auf Berliner Seite bereits nach sechs Spielminuten eine Stammkraft mit einer Gehirnerschütterung ausfiel, konnte dieser frühe Schock unmöglich dafür herhalten, dass das Hertha-Spiel überhaupt nicht in die Gänge kam. Weitaus gradliniger ging die Neururer-Truppe an die Arbeit und nach zwölf Minuten nicht unverdient in Front. Ein Freistoß von Tarnat aus dem rechten Halbfeld landete beim freistehenden Dabrowski am linken Pfosten, der aus kurzer Entfernung Fiedler überwand. Der Rückstand weckte weder die Lebensgeister der Hausherren, noch ließ sich Hannover von manch guten Konterzügen abhalten. Acht Minuten nach der Führung hatte Dabrowski sogar das 2:0 auf dem Fuß, doch diesmal fehlte die Krönung der Aktion. Hertha war nicht in der Lage, die 96er Abwehr zu gefährden. Spätestens am Strafraum der Gäste war die Götz-Elf mit ihrem Latein am Ende, meistens per Fehlpass. Vor der Pause sorgte nur noch eine Szene für Aufregung. Zuerst sah 96-Kapitän Lala den Gelben Karton nach einem Foul an Bastürk, dann schlug der Albaner nur eine Minute später genervt den Ball weg und dezimierte sein Team, da Schiri Stark Gelb-Rot für Lala zog (45.).

Die Hoffnungen der Berliner Anhänger, dass sich nach der Halbzeitpause ihr Team steigern würde, blieben unerfüllt. Zwar reichte es für die Hausherren über die gesamte zweite Hälfte zu einem optischen Übergewicht, doch die Torchancen waren an drei Fingern abzuzählen und kaum zwingend. So plätscherte die wenig unterhaltsame Partie über die Zeit und erfuhr auch kaum neue Inspirationen, als Trainer Götz mit Neuendorf und Okoronkwo zwei Offensivkräfte ins Spiel warf. Eine der beiden letzten Möglichkeiten rettete den Berlinern dann doch noch das Remis. Pantelic hatte seine Gelegenheit in der 83. Minute vertan, doch als in der Nachspielzeit die Kugel über Bastürk und dem flankenden Cairo auf dem Schädel des eifrig mitstürmenden van Burik landete, hatte Torwart Enke gegen dessen Kopfstoß keine Abwehrmöglichkeit. Gegen die 45 Minuten nur zu zehnt verteidigenden Hannoveraner tat sich der Favorit sehr schwer und wurde seinem Tabellenplatz nicht gerecht.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hertha BSC - Hannover 96

Hertha BSC

-

Hannover 96

1:1 (0:1)

Bundesliga 2005/2006, 18. Spieltag
28.01.2006, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 33.700 Zuschauer
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Tore
0:1 Christoph Dabrowski 12. (Linksschuss, Bergantin)
1:1 Dick van Burik 90. (Kopfball, Cairo)
Wechsel Hannover
Chavdar Yankov
für Jirí Stajner
(5,0)
(46.)
Michael Delura
für Thomas Brdaric
(4,0)
(63.)
Ricardo Sousa
für Vahid Hashemian
(―)
(74.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Andreas Neuendorf
Karten Hannover
Gelb-Rot für Altin Lala (45.)
Gelb für Steven Cherundolo
Gelb für Michael Tarnat