Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - 1. FC Köln

Schlaues Offensivspiel Kölns

Überlistete die VfB-Defensive zwei Mal: Albert StreitÜberlistete die VfB-Defensive zwei Mal: Albert Streit

Zum ersten Mal überhaupt ging für den VfB ein Bundesliga-Heimauftakt verloren, und das völlig zu Recht. Ein ums andere Mal brachten die frechen Kölner die Schwaben-Abwehr in Verlegenheit und verdutzten nicht nur das Stuttgarter Publikum mit schlauem Offensivspiel.

Eine erste Überraschung hatte gleich die Stuttgarter Aufstellung zu bieten. Trapattoni hatte mit Soldo nicht nur den Kapitän, sondern auch das defensive Herz der Mannschaft auf die Ersatzbank verpflanzt, und das sollte sich sofort rächen. Köln weigerte sich, die klassische Aufsteigerrolle im fremden Stadion zu bekleiden und stieß vom Anpfiff weg in die Spitze vor. Schon nach zwei Minuten patzte Meira und brachte Feulner völlig frei vor Hildebrand in Position, doch der Kölner zielte knapp vorbei. Sechs Minuten später der nächste Überfall auf die schlafmützige VfB-Abwehr. Springer wurde gescheit auf die linke Außenbahn geschickt und sah in der Mitte Feulner, der mühelos aus elf Metern zum 0:1 einnetzen konnte. Die Führung der Kölner war absolut verdient. Der VfB kam überhaupt nicht ins Spiel, wirkte mitunter beeindruckt vom forschen Auftreten der Gäste. Kurz darauf war es wieder Feulner, der allein vor Hildebrand auftauchte, aber vergab. Es dauerte bis zur 30. Minute, als auch Stuttgart einmal angreifen mochte. Tomasson kam am Sechzehner zum Schuss, verfehlte die Kiste aber um einen guten Meter. Dann versuchte der Schiedsrichter zu helfen. Matip und Tomasson berührten sich im Strafraum, Tomasson stellte sich geschubst und fiel ­ eine zweifelhafte Entscheidung. Meißner trat an und scheiterte kläglich an Wessels. Mit 0:1 ging es in die Halbzeit.

Die zweite Hälfte begann ähnlich furios wie die erste. Podolski ließ sich lang schicken und bediente den sträflich freien Streit in der Mitte. Schon nach 70 Sekunden war die Stuttgarter Abwehr ein weiteres Mal entblößt, und es stand 0:2. Und damit nicht genug. Magnin, Babbel und Gentner überboten sich mit haarsträubenden Fehlern. Nutznießer dieser beispiellosen Kette war erneut Streit, der mühelos zum 0:3 einnetzen konnte (55.). Erst jetzt zeigte der VfB ein wenig Gegenwehr und sah sich zunehmend auch zu Angriffsbemühungen genötigt. Mit einem Hauch von Übersicht gelang es Magnin, das Leder in die Mitte zu geben, wo Streller zum Anschlusstreffer abnahm (58.). Die Gastgeber konnten noch einmal zulegen, wirkten aber zu konfus und überhastet, um ein echtes Feuerwerk zu entfachen. Dennoch langte es noch zum 2:3, als der Schweizer Streller sich rechts durchsetzte und mit der Hacke den besser postierten Tiffert bediente. Der zog mit rechts ab und ließ Wessel aus sieben Metern keine Chance (69.). Spannend mutete die Schlussphase an, dennoch kamen die Gastgeber nur noch zu einer guten Torchance, als Wessels einen scharfen Freistoß von Magnin abfischen konnte (84.). So langte es zum verdienten Auswärtssieg der Kölner, die nach Gelb-Rot gegen Sinkala (71.) am Ende sogar in Unterzahl verteidigten. Stuttgart war nach vorn zu ideenlos und verteilte obendrein hinten großherzige Geschenke, so dass letztlich nach zwei Spieltagen nur ein Pluspunkt auf dem Konto stand.

Maik Großmann (11FREUNDE-Redaktion)

Spielstatistik VfB Stuttgart - 1. FC Köln

VfB Stuttgart

-

1. FC Köln

2:3 (0:1)

Bundesliga 2005/2006, 2. Spieltag
14.08.2005, 17:30 Uhr
49.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
0:1 Markus Feulner 9. (Rechtsschuss, Springer)
0:2 Albert Streit 47. (Rechtsschuss, Podolski)
0:3 Albert Streit 55. (Rechtsschuss)
1:3 Marco Streller 58. (Linksschuss, Magnin)
2:3 Christian Tiffert 69. (Rechtsschuss, Streller)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Silvio Meißner
Gelb für Marco Streller
Gelb für Christian Tiffert
Karten FC Köln
Gelb für Albert Streit
Gelb für Christian Springer
Gelb für Andrew Sinkala
Gelb für Christian Lell
Gelb-Rot für Andrew Sinkala (71.)
Besondere Vorkommnisse: Meißner verschießt Foulelfmeter (35.) - Wessels hält (Matip an Tomasson)