Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - 1. FSV Mainz 05

Ein Geistesblitz genügte

Immerhin etwas gefährlich: Mehdi MahdavikiaImmerhin etwas gefährlich: Mehdi Mahdavikia

Nach sechs Minuten wähnten sich die HSV-Fans wieder im Freudenhaus der Liga. Mehr als ein Tor sollte gegen unbequeme Mainzer allerdings nicht gelingen, was einmal mehr zum traurigen Schluss führte: Ohne van der Vaart ist Hamburg nur die Hälfte wert.

Wegen Ailtons dicker Lippe musste Thomas Doll wieder auf Benjamin Lauth zurückgreifen, der sich neben Barbarez in den Sturm gesellte. Da sich Mainz aber engmaschig aufreihte, standen die Gastgeber von Beginn an wie der Ochs vorm Berg, zumal im Mittelfeld einzig Jarolim und der junge Trochowski für Ideen zuständig waren. Da passte es so gar nicht ins Bild, dass sich Mehdi Mahdavikia 20 Meter vor dem Mainzer Kasten einen Sololauf zutraute und in nicht erahnte Lücken stieß. Plötzlich stand er frei vor Wetklo und schloss seinen Geniestreich mit dem 1:0 ab (6.). Der Partie tat das freilich nur gut. Nach und nach holte Hamburg wieder ein paar hübsche Spielzüge aus dem Schrank und fand auch zum probaten Mittel zurück, die Stürmer über links von Atouba füttern zu lassen. Im entscheidenden Moment aber fehlte oft die Präzision. Und da Mainz nach wie vor gut verteidigte, brachte der HSV im Angriff nicht mehr viel zustande. In der 37. Minute dann der erste Mainzer Angriff, der aber gleich so hochkarätig war, dass Petkovic sich nach seiner vergebenen Chance die Haare raufte.

Im zweiten Abschnitt verflachte das Spiel zusehends. Hamburg kickte ideenlos und Mainz nicht mutig genug, um den Ausgleich heraufzubeschwören. Deutlich war zu merken, dass die Gäste das 0:2 fürchteten und daher nach wie vor auf Sicherheit spielten. Ohne Mittelfeldhirn aber war der HSV nicht in der Lage, das Tempo zu erhöhen und es dauerte bis zur 60. Minute, bis Barbarez und Mahdavikia wieder einmal einen hübschen, wenn auch brotlosen Angriff vortrugen. Zweimal noch rückte dann der Schiedsrichter ins Rampenlicht. Barbarez verlängerte eine Flanke mit dem Kopf zu Lauth, der frei vor Wetklo stand, aber ein Luftloch schlug (66.). Was zunächst wie ein E-Jugend-Schuss aussah, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als Zupfer von Weigelt, der Lauth elfmeterreif gefoult hatte. Diesmal blieb die Pfeife von Schiri Weinert stumm. Nicht aber zehn Minuten vor dem Ende, als Wetklo einen Eckball nicht festhalten konnte und Takahara den Ball ins Tor schoss. Weinert wollte ein Foul gesehen haben und erkannte den Treffer nicht an. Nichtsdestotrotz konnte Hamburg froh sein, überhaupt gewonnen zu haben, denn insgesamt war die Vorstellung antriebslos und uninspiriert. Mainz allerdings hatte nicht die Courage, ein eigenes Angriffsspiel zu starten und fuhr daher verdient ohne Punkt nach Hause.


Maik Großmann

Spielstatistik Hamburger SV - 1. FSV Mainz 05

Hamburger SV

-

1. FSV Mainz 05

1:0 (1:0)

Bundesliga 2005/2006, 21. Spieltag
11.02.2006, 15:30 Uhr
AOL Arena (Hamburg), 52.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
1:0 Mehdi Mahdavikia 6. (Rechtsschuss, de Jong)
Wechsel Hamburg
René Klingbeil
für Piotr Trochowski
(―)
(77.)
Naohiro Takahara
für Benjamin Lauth
(―)
(78.)
Wechsel Mainz
Niclas Weiland
für Mohamed Zidan
(4,0)
(65.)
Tom Geißler
für Otto Addo
(―)
(71.)
Tobias Damm
für Milorad Pekovic
(―)
(84.)
Karten Hamburg
Gelb für David Jarolim
Karten Mainz
Gelb für Otto Addo
Gelb für Mathias Abel