Hatte nach langer Durststrecke erstmals wieder Grund zum Jubeln: Lukas PodolskiDie schwarze Serie der Kölner, die nach 17 Spielen ohne Dreier beendet wurde, gelang gegen einen Gegner, der es mittlerweile auch auf 13 Spiele ohne dreifachen Punktgewinn gebracht hatte. Kleines Kuriosum: Alle sechs Tore fielen im zweiten Durchgang.
In der ersten halben Stunde lieferte im Prinzip nur die Heimelf Angriffsszenen. Technisch überlegen, und um Wiedergutmachung gegenüber den letzten Pleiten bemüht, sprangen dabei Großchancen für Boateng (11., Innenpfostenschuss) und Gilberto (18., knapp übers Tor) heraus. Auf der Gegenseite hatte Fiedler nur einen schwachen Abschluss Strellers zu meistern (25.). Erst gegen Ende von Durchgang eins kamen die Kölner etwas stärker auf, doch zwei kleinere Gelegenheiten für Streit und Streller sorgten nur bedingt für Gefahr vor dem Hertha-Tor.
Wesentlich turbulenter verlief das Spiel nach dem Seitenwechsel. Von haarsträubenden Abwehrfehlern der Gastgeber begünstigt, trafen Podolski zum 1:0 (53.) und Streller nach einer Lell-Flanke zum Doppelschlag (54.). Wie von der Tarantel gestochen schlug Hertha zurück. Boatengs Kopfballvorlage führte bereits zwei Minuten nach dem 0:2 zum Anschlusstreffer durch Pantelic. Der zweite Alutreffer Boatengs landete nur drei weitere Minuten später am Kölner Gehäuse. Es war also nicht Boatengs Tag, sondern der des zuletzt so unglücklich agierenden Kölners Podolski. Der DFB-Stürmer tanzte in der 75. Minute Samba aus und stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Die Hertha, auf deren Seite Marcelinho erneut eine bestenfalls durchwachsene Partie bot, gab sich aber keineswegs auf und verkürzte noch einmal durch Pantelic, der die Vorarbeit von Bastürk aus zwölf Metern einlochte (83.). Berlin warf in den letzten Minuten alle Kräfte in die Waagschale, wurde im Endspurt allerdings nochmals klassisch ausgekontert. Podolski war durchgebrochen und hatte uneigennützig auf Scherz abgelegt, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte (87.). Während die Geißböcke eine ihrer letzten Chancen auf den Klassenerhalt wahrten, rutschte die Hertha ein weiteres Stück tiefer in die Krise.
Ulrich Merk
Hertha BSC
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Lukas Podolski | 53. | (Linksschuss, Lell) |
| 0:2 | Marco Streller | 54. | (Linksschuss, Lell) |
| 1:2 | Marko Pantelic | 56. | (Rechtsschuss, Boateng) |
| 1:3 | Lukas Podolski | 75. | (Linksschuss) |
| 2:3 | Marko Pantelic | 83. | (Rechtsschuss, Bastürk) |
| 2:4 | Matthias Scherz | 87. | (Linksschuss, Podolski) |
Aufstellung Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Christian Fiedler | (3,5) |
| Oliver Schröder | (4,5) |
| Arne Friedrich | (5,0) |
| Christopher Samba | (6,0) |
| Gilberto | (5,0) |
| Kevin-Prince Boateng | (3,5) |
| Niko Kovac | (3,5) |
| Marcelinho | (6,0) |
| Yildiray Bastürk | (4,5) |
| Marko Pantelic | (3,0) |
| Vaclav Sverkos | (5,5) |
Aufstellung FC Köln |
|
|---|---|
| Alexander Bade | (3,0) |
| Christian Lell | (2,0) |
| Lukas Sinkiewicz | (4,0) |
| Boris Zivkovic | (3,5) |
| Marvin Matip | (3,0) |
| Carsten Cullmann | (3,0) |
| Ricardo Cabanas | (3,5) |
| Christian Springer | (3,5) |
| Albert Streit | (2,5) |
| Marco Streller | (3,0) |
| Lukas Podolski | (1,5) |
Wechsel Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Andreas Neuendorf für Niko Kovac |
(4,5) (44.) |
| Solomon Okoronkwo für Vaclav Sverkos |
(―) (70.) |
| Ashkan Dejagah für Marcelinho |
(―) (73.) |
Wechsel FC Köln |
|
|---|---|
| Matthias Scherz für Marco Streller |
(―) (82.) |
| Sebastian Schindzielorz für Lukas Podolski |
(―) (90.) |
Karten Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Vaclav Sverkos |
| Gelb für | Kevin-Prince Boateng |
Karten FC Köln |
|
|---|---|
| Gelb für | Carsten Cullmann |
| Gelb für | Lukas Sinkiewicz |
| Gelb für | Albert Streit |
| Gelb für | Lukas Podolski |
| Gelb für | Marco Streller |
Trainer Hertha BSC![]() |
|---|
| Falko Götz |
Trainer FC Köln |
|---|
| Hanspeter Latour |