Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - Hamburger SV

HSV in typischer FCB-Manier

Verwertete seine einzige gute Chance eiskalt: Benjamin LauthVerwertete seine einzige gute Chance eiskalt: Benjamin Lauth

VfL-Coach Augenthaler gab nach der Partie zum Besten, dass er die Leistung seiner Elf vor der des HSV sah. Allerdings stand er mit seiner Meinung recht allein da. Die Hanseaten wirkten nämlich über das Gros der Begegnung schlichtweg abgeklärter und waren vor dem gegnerischen Tor zumindest das eine, entscheidende Mal abgezockter.

Die Wolfsburger zeigten in den ersten Spielminuten, dass ihr Trainer diesmal nicht, wie gegen den FC Bayern, sein Heil in einer Mauertaktik suchen würde. Allerdings sprang für die Hausherren nur eine gute Torszene innerhalb dieser Phase leichter Feldüberlegenheit heraus. Diese vergab der aufgerückte Sarpei freistehend nach schöner Vorarbeit von Menseguez, weil er die Kugel holprig am Tor vorbei bugsierte (7.). Als sich etwas später Hanke den Rücken prellte, geriet das Angriffsspiel des VfL zuerst leicht, und als der Nationalspieler passen musste (17.), vollends ins Stocken. Hamburg nutzte die Verunsicherung der Gastgeber umgehend aus, machte nun selbst Druck und kam zu zwei guten Chancen. De Jong scheiterte noch an Jentzsch (20.), doch Benny Lauth lief kurz darauf exzellent in einen genialen Steilpass von Barbarez und überlistete den VfL-Keeper mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck (22.). Große Teile des ersten Durchgangs wurden nun deutlich vom HSV bestimmt. Vier weitere Möglichkeiten zum 2:0 wurden jedoch von van der Vaart (zweimal per Kopfstoß), van Buyten und Sergej Barbarez, dessen lässiger Heber allein vor Jentzsch mehr als einen Hauch von Arroganz verströmte (45.), teils fahrlässig vergeben.

Wer nun im zweiten Abschnitt damit gerechnet hatte, dass die VW-Städter mit voller Wucht auf den Ausgleich drängen würden, musste sich eines anderen belehren lassen. Zwar agierten die Wölfe überlegen, schließlich hatte sich der HSV weit zurückgezogen, doch Ideen, Torchancen oder ähnlich erfreuliche Aktionen blieben aus. Hoogendorps harmlose Schussversuche bildeten dabei die Ausnahme; Gefahr ging von ihnen jedoch nicht wirklich aus. Auch die Einwechselungen von Hristov (nach 14 Monaten Spielpause) und Klimowicz (der in den Vorwochen ausgefallen war) brachten wenig ein, außer vielleicht etwas Wettkampfpraxis für die Ex-Angeschlagenen. Souverän ließen die Gäste das dünne Offensivgetue der Wölfe abprallen, ohne sich noch selbst um den Ausbau der eigenen Führung zu kümmern. Selbst der eingewechselte Konterstürmer Ailton bekam keine Gelegenheit, sich in Szene zu setzen. So entführte der Tabellenzweite den Dreier, ohne wirklich gefordert zu werden, in fast typischer FC Bayern-Manier. Dem VfL blieb ein noch sorgenvollerer Blick auf die unteren Ränge der Tabelle nicht erspart.

Ulrich Merk

Spielstatistik VfL Wolfsburg - Hamburger SV

VfL Wolfsburg

-

Hamburger SV

0:1 (0:1)

Bundesliga 2005/2006, 26. Spieltag
18.03.2006, 15:30 Uhr
Volkswagen Arena (Wolfsburg), 28.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
0:1 Benjamin Lauth 22. (Linksschuss, Barbarez)
Wechsel Wolfsburg
Steve Marlet
für Mike Hanke
(5,5)
(17.)
Marian Hristov
für Pablo Thiam
(3,5)
(57.)
Diego Fernando Klimowicz
für Steve Marlet
(―)
(67.)
Wechsel Hamburg
Raphael Wicky
für Rafael van der Vaart
(4,0)
(65.)
Ailton
für Benjamin Lauth
(―)
(71.)
Bastian Reinhardt
für Piotr Trochowski
(―)
(85.)
Karten Hamburg
Gelb für Thimothee Atouba