Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg

Rückschlag, Teil II

Bärenstarker Antreiber des VfL. Pablo ThiamBärenstarker Antreiber des VfL. Pablo Thiam

Die erste Niederlage der Schalker in der Rückrunde vergangene Woche gegen den FC Bayern schien ihre Spuren hinterlassen zu haben. Denn der Revierclub kam im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg trotz zweimaliger Führung nicht über ein Remis hinaus. Allerdings machten die Wölfe auch ihr bestes Spiel nach der Winterpause.

Dabei hatte es bereits vor dem Anpfiff gut ausgesehen für Schalke 04: Nur vier Wochen nach seiner Meniskus-OP stand Nationalstürmer Kevin Kuranyi wieder in der Anfangself des Slomka-Teams. Und das zahlte sich direkt aus. Der seit Wochen starke Zlatan Bajramovic ließ in der siebten Minute VfL-Verteidiger Stefan Schnoor auf dem linken Flügel stehen, legte sich den Ball auf den starken rechten Fuß und flankte präzise auf Kuranyi, der keine Probleme hatte aus fünf Metern einzunicken. Doch für die in der Rückrunde übliche Sicherheit sorgte die Führung nicht. Wer nun dachte, dass die in den letzten Partien arg verunsicherten Gäste einknicken würden, hatte sich getäuscht. Die Wölfe spielten trotzdem mutig nach vorne. Nach knapp einer halben Stunde kam Miroslav Karhan, nach tollem Anspiel von Schnoor, im Strafraum der Schalker an den Ball und leitete ihn auf VfL-Stürmer Hoogendorp (ersetzte den verletzten Ex-Knappen Mike Hanke) weiter, der keine Mühe hatte, den Ausgleich zu erzielen. So viel Mut hatte Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler in diesem Jahr überhaupt noch nicht von seinem Team gesehen, denn seine Mannschaft spielte weiter nach vorn und besaß sogar die Chance zur Führung. Carlos Menseguez, der eine gute Partie machte, tauchte kurze Zeit später genau an der Stelle auf, von der drei Minuten zuvor Hristov den Ball für Hoogendorp aufgelegt hatte. Auch der Argentinier flankte auf den Holländer, der diesmal aber scheitert.

In der zweiten Hälfte musste Schalke-Trainer Mirko Slomka reagieren und brachte mit Gerald Asamoah und Sören Larsen gleich zwei Nationalstürmer. Damit bewies der Coach ein glückliches Händchen: Auf "seinem" Terrain an der rechten Außenbahn setzte sich Asamoah durch und flankte den Ball in die Mitte, wo ihn Spielmacher Lincoln herrlich volley ins Tor drosch (66.). Auch bei diesem Gegentreffer hatte VfL-Keeper Simon Jentzsch keine Abwehrchance. Jetzt wollte Schalke den Sieg, belagerte minutenlang den VfL-Strafraum, ohne jedoch das vorentscheidende 3:1 zu machen. Dafür kam Wolfsburg ins Spiel zurück. Angetrieben vom bärenstarken Thiam starteten die Wölfe ihrerseits Gegenangriffe, von denen einer zum dann nicht mehr überraschenden Ausgleich führte: Karhan traf nach einem Zuspiel von Thiam vom Strafraum aus lediglich die Latte. Die zurückspringende Kugel nahm der erst 20-jährige Lamprecht auf, zog per Dropkick ab und traf zum 2:2-Endstand (76.). Für die Gastgeber war das Unentschieden ein erneuter Rückschlag im Kampf um Platz zwei oder drei. Dementsprechend unzufrieden gab sich der Trainer des in der Tabelle wieder auf den vierten Rang zurückgefallen Champions-League-Aspiranten, Mirko Slomka: "Ich bin heute sehr enttäuscht von der Leistung meiner Mannschaft, da wir uns vorgenommen haben, alle kommenden Heimspiele zu gewinnen."

Ozan Sakar

Spielstatistik FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg

FC Schalke 04

-

VfL Wolfsburg

2:2 (1:1)

Bundesliga 2005/2006, 27. Spieltag
25.03.2006, 15:30 Uhr
Veltins-Arena (Gelsenkirchen), 60.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore
1:0 Kevin Kuranyi 7. (Kopfball, Bajramovic)
1:1 Rick Hoogendorp 29. (Linksschuss, Karhan)
2:1 Lincoln 66. (Rechtsschuss, Asamoah)
2:2 Christopher Lamprecht 76. (Rechtsschuss, Karhan)
Wechsel Schalke
Gerald Asamoah
für Zlatan Bajramovic
(3,0)
(63.)
Sören Larsen
für Kevin Kuranyi
(5,0)
(63.)
Hamit Altintop
für Dario Rodriguez
(―)
(86.)
Karten Schalke
Gelb für Rafinha
Karten Wolfsburg
Gelb für Christopher Lamprecht
Gelb für Hans Sarpei