Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - VfB Stuttgart

Hertha-Krise endgültig beigelegt

Machte die wenigen VfB-Chancen zunichte: Christian FiedlerMachte die wenigen VfB-Chancen zunichte: Christian Fiedler

Im Fußball gibt es für Partien wie die in Berlin die Bezeichnung "Sechs-Punkte-Spiel". Hertha und der VfB Stuttgart waren vor der Begegnung einen Punkt voneinander entfernt und somit direkte Konkurrenten im Kampf um den fünften Platz, der zur Teilnahme am UEFA-Cup berechtigt.

Doch schnell wurde den gut 51.000 Zuschauern im Olympia-Stadion klar, dass den Hausherren anscheinend mehr daran gelegen war, den doppelten Dreier zu ergattern. Von Beginn an übernahmen die Berliner die Initiative. Immer wieder kamen sie, angetrieben vom neuen Spielmacher Yildiray Bastürk (Marcelinho hatte die Rolle in den vorherigen Partien nicht mehr ausfüllen können), gefährlich vor den Kasten von Heinen. Doch der Hildebrand-Ersatz hielt zunächst sein Tor sauber, wie in der 22. Minute, als sich wieder einmal Bastürk durchsetzen konnte und aus 20 Metern abzog. Vom VfB war in dieser Zeit nichts zu sehen. Die beiden Hertha-Innenverteidiger Simunic und van Burik waren bis zu dem Zeitpunkt beschäftigungslos. Das änderte sich erst kurz vor der Pause. In der 40. Minute trugen die Gäste einen ersten zaghaften Angriff nach vorne. Meira rannte über das halbe Spielfeld und passte auf Gomez, dessen Schuss Hertha-Keeper Fiedler jedoch parierte.

Das 0:0 zur Halbzeit schmeichelte den Stuttgartern. Doch sie überstrapazierten ihr Glück: Die zweite Hälfte war noch keine Minute alt, die VfB-Spieler mit ihren Gedanken anscheinend noch in der Kabine, da kam Marcelinho am VfB-Strafraum in Ballbesitz, schüttelte in lange Zeit nicht mehr vorgetragener Manier drei Gegner ab und traf herrlich zur völlig verdienten Führung. Hertha machte danach weiter Druck. Fünf Minuten später hatte wieder der brasilianische Star das 2:0 auf dem Fuß, verzog aber knapp. Doch statt jetzt auf die Entscheidung zu drängen, ließ Berlin die Gäste wieder ins Spiel kommen. Und diese wären in der 55. Minute beinahe zum Ausgleich gekommen. Einen Freistoß von Carevic köpfte Soldo auf das Tor, doch Fiedler parierte glänzend. Allerdings konnten selbst die TV-Bilder nicht abschließend klären, ob der Ball nun hinter der Linie war oder nicht. Schiedsrichter Florian Meyer entschied jedenfalls auf Weiterspielen. Nur eine Minute später setzte sich der ansonsten blasse Ljuboja durch und zog vom Strafraum ab. Aber erneut rettete Fiedler brillant. Diesmal klar vor der Linie. Die stärkste Phase des VfB verpuffte jedoch wirkungslos. Hertha fing sich wieder und gewann die Kontrolle über das Spiel zurück. In der 69. Minute drang Bastürk über links in den Strafraum der Gäste ein und konnte nur durch ein Foul von Babbel gestoppt werden: Elfmeter. Diese Chance ließ sich Marcelinho nicht nehmen und traf mit seinem elften Saison-Treffer zum entscheidenden 2:0-Endstand. Der Hertha-Star war somit an 20 der zu diesem Zeitpunkt 42 Berliner Toren beteiligt und hatte großen Anteil am Ende der Krise des Hauptstadt-Vereins, der durch den Sieg Platz fünf festigte. Zehn Punkte aus den letzten vier Partien hatten die Hauptstädter nun zusammengetragen. Darüber hinaus gelang es der Götz-Truppe als erster Mannschaft, in der Rückrunde auf Platz fünf stehend, zu gewinnen.

Ozan Sakar

Spielstatistik Hertha BSC - VfB Stuttgart

Hertha BSC

-

VfB Stuttgart

2:0 (0:0)

Bundesliga 2005/2006, 28. Spieltag
01.04.2006, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 51.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Marcelinho 46. (Linksschuss)
2:0 Marcelinho 69. (Foulelfmeter, Babbel an Bastürk)
Wechsel Hertha BSC
Niko Kovac
für Kevin-Prince Boateng
(―)
(82.)
Andreas Neuendorf
für Marcelinho
(―)
(87.)
Pal Dardai
für Yildiray Bastürk
(―)
(89.)
Wechsel VfB Stuttgart
Jesper Grönkjaer
für Christian Tiffert
(4,0)
(65.)
Cacau
für Mario Gomez
(―)
(75.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Gilberto
Gelb für Josip Simunic
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Matthieu Delpierre
Gelb für Danijel Ljuboja
Gelb für Fernando Meira
Gelb für Markus Babbel