Bundesliga

Spieltag

Spielbericht MSV Duisburg - Hamburger SV

Unbelohntes MSV-Engagement

Ohne Chance beim 0:1: Uwe MöhrleOhne Chance beim 0:1: Uwe Möhrle

Eigentlich stand ja der Gewinner schon vor Anpfiff fest: der Hamburger SV als Meisterschaftsaspirant und beste Auswärtsmannschaft der Liga. Doch der MSV stemmte sich von Anfang an gegen schwache Hanseaten.

Erste Minute, Ahanfouf setzte sich am linken Flügel gegen die Hamburger Abwehr durch und schoss den Ball in Richtung des kurzen Ecks. Doch Kirchstein, längst Stammtorhüter anstelle von Wächter, war auf der Hut. Und die Zebras blieben am Ball. Nur wenig später hatte Lavric, auf Flanke von Willi, die große Chance auf die Führung. Doch der Slowene traf das Tor nicht. Der HSV war regelrecht in der eigenen Hälfte eingeschnürt und fand gar nicht statt. Immer wieder wurden die Konterversuche im Keim erstickt und Duisburg drückte meist über die rechte Seite, wo die starken Tjikuzu und Willi agierten. Doch auch ein Fernschuss von Tararache und ein Freistoß von Anfang fanden nicht den Weg in den Kasten des Gastes. Die Zuschauer rieben sich die Augen und Thomas Doll, der Trainer der Hamburger, wurde immer nervöser. Denn es spielte nur eine Mannschaft: der MSV Duisburg. Doch es gibt bekanntlich eine Regel im Fußball, die immer dann Kraft tritt, wenn man es am wenigsten vermutet: wenn man selber das Tor nicht macht, dann macht es eben der Gegner. Ecke für die Hamburger, kurz ausgeführt auf den starken Atouba, der brachte den Ball in die Mitte und Koch, irritiert von eine Spielertraube im Fünfmeterraum, flog am Ball vorbei. Dem völlig verdutzten Möhrle sprang die Kugel ans Scheinbein, von wo sie direkt ins Duisburger Gehäuse abprallte. Die unverdiente Führung für den HSV (24.). Die Zebras steckten nicht auf und spielten, unbeeindruckt ob des Rückstandes, weiter als wenn nichts passiert wäre. Doch es ergaben sich keine weiteren Torchancen für den Abstiegskandidaten. Im Gegenteil, wieder waren es die Norddeutschen, die trafen: Demel gewann den Ball vor dem eigenen Strafraum, spielte weiter auf Barbarez, der Ailton mit einem Steilpass in Szene setzte. Der flinke Brasilianer lief der weit aufgerückten Duisburger Abwehr davon und netzte zum 2:0 ein (30.). Bis zur Halbzeit änderte sich trotzdem nichts an den Spielanteilen. Der MSV machte weiter Druck, wurde jedoch nicht mit Torchancen belohnt.

Auch nach der Halbzeit versuchte die Zebras alles, um sich gegen die Niederlage zu stemmen. Doch schon wie im ersten Durchgang konnten die Duisburger aus ihrem Übergewicht kein Kapital schlagen. Immer wieder rannten sie gegen eine tief stehende HSV-Abwehr an und verloren den Ball meist schon an der Strafraumgrenze. Auch die von Scholz eingewechselten Ahn, Lottner und Michalke konnten nicht den erhofften Anschlusstreffer erzielen. Der HSV der sich nun aufs Kontern festlegte, machte nur das Nötigste, kam aber auch nicht zu guten Torchancen. So ging dann eine Partie zu Ende, die eigentlich den glücklicheren Sieger hatte. Ohne groß aufspielen zu müssen, gewann der HSV drei fest einkalkulierte Punkte und blieb somit vier Spieltage vor Schluss an den Bayern dran. Auch die Champions-League-Qualifikation schien den Norddeutschen nicht mehr zu nehmen sein. Der MSV, der schon in den letzten drei Spielen große Moral bewies, wurde ein weiteres Mal nicht für sein Engagement belohnt.

Joscha Lienen

Spielstatistik MSV Duisburg - Hamburger SV

MSV Duisburg

-

Hamburger SV

0:2 (0:2)

Bundesliga 2005/2006, 30. Spieltag
15.04.2006, 15:30 Uhr
MSV-Arena (Duisburg), 28.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
0:1 Uwe Möhrle 24. (Eigentor, Atouba)
0:2 Ailton 30. (Linksschuss, Barbarez)
Wechsel Duisburg
Jung Hwan Ahn
für Markus Anfang
(4,0)
(61.)
Dirk Lottner
für Alexander Bugera
(―)
(72.)
Kai Michalke
für Peter van Houdt
(―)
(80.)
Wechsel Hamburg
René Klingbeil
für Piotr Trochowski
(3,0)
(63.)
Mario Fillinger
für Nigel de Jong
(―)
(74.)
Markus Karl
für David Jarolim
(―)
(83.)
Karten Duisburg
Gelb für Razundara Tjikuzu
Karten Hamburg
Gelb für Thimothee Atouba
Gelb für Nigel de Jong