Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern

Lautern hatte mehr verdient

Stach wieder einmal heraus: Halil AltintopStach wieder einmal heraus: Halil Altintop

Kaiserslautern schwamm verbissen gegen den Abstiegsstrom an und zeigte beim Club ein richtig starkes Spiel. Die Fehlerquote der Pfälzer war allerdings nicht bundesligareif und ermöglichte Nürnberg einen glücklichen Sieg, der den Klassenerhalt wohl endgültig eintütete.

Nach langer Zeit spielte Kießling einmal wieder von Beginn an und stürmte anstelle von Schroth für den Club. Lauterns Verletztenliste war noch immer ellenlang und hatte eine blutjunge Truppe zur Folge. Einzige Änderung war der 18-jährige Halfar, dem Mikic geopfert wurde. Nach zwölf Minuten wurde Kaiserslautern jäh aus der zaghaften Abtastphase gerissen, als Beda völlig verkehrt stand und Robert Vittek auf Flanke von Reinhardt stramm ins lange Eck schoss. Dem Spiel tat es wohl gut, denn Lautern hatte keine andere Wahl, als selbst in die Offensive zu gehen und wurde gleich im ersten Versuch auch belohnt. Ingo Hertzsch spielte in die Spitze auf Altintop, der Cantaluppi mit einer starken Selbstvorlage foppte und direkt aus 22 Metern abzog ­ ein sehenswertes Tor (20.). Jetzt war es richtig schön anzuschauen, was die Gäste spielten. Wenig später donnerte Altintop wieder aus der Distanz drauf, scheiterte aber ebenso wie Reinert im Nachschuss am umsichtigen Schäfer, der kurz vor der Halbzeit auch noch einen Halfar-Schuss um den Pfosten lenken musste.

Die Gäste blieben am Drücker und spielten weiter voll auf Sieg. Drei Minuten nach Wiederbeginn narrte Altintop den Schweizer Cantaluppi ein weiteres Mal und traf aus 14 Metern zum 1:2. Nürnberg war einigermaßen geschockt und steigerte sich in eine raue Spielweise hinein. Davon ließ sich Kaiserslautern anstecken und versäumte es, in dieser Phase ein beruhigendes drittes Tor nachzulegen. Das wurde dann bitter bestraft, als Nürnberg wie aus dem Nichts zum Ausgleich kam. Pinola flankte vom linken Flügel, brauchte aber die Hilfe von Bellinghausen, der unglücklich auf Paulus verlängerte. Dessen Kopfball erwischte Fromlowitz noch mit der linken Hand und sah etwas deppert aus, als der Ball unter seinem Leib hindurch ins Tor flutschte (63.). Jetzt kamen auch die Franken wieder auf und gingen das hohe Tempo des aufwendigen Gästespiels mit. Lautern zeigte eine seiner besten Auswärtsleistungen und war mehrfach dem Siegtor nahe. Doch sowohl Mikic als auch Schönheim nutzten ihre guten Chancen nicht. Nürnberg vergab keine Gelegenheiten, kam aber mit einem billigen Angriff noch zum Sieg. Schroth verlängerte Schäfers Abschlag mit dem Kopf zu Vittek, der plötzlich freie Bahn hatte und den Ball nur noch ins lange Eck heben musste (87.). In den letzten Minuten ließ Nürnberg nichts mehr anbrennen und schaukelte den unverdienten Sieg nach Hause. Der Klassenerhalt der Franken schien damit gesichert, Lautern durfte nach dieser starken Leistung aber ebenfalls guter Dinge sein.

Maik Großmann

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern

1. FC Nürnberg

-

1. FC Kaiserslautern

3:2 (1:1)

Bundesliga 2005/2006, 30. Spieltag
16.04.2006, 17:30 Uhr
easyCredit-Stadion (Nürnberg), 47.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Robert Vittek 13. (Rechtsschuss, Reinhardt)
1:1 Halil Altintop 20. (Rechtsschuss, Hertzsch)
1:2 Halil Altintop 48. (Rechtsschuss, Hertzsch)
2:2 Thomas Paulus 63. (Linksschuss)
3:2 Robert Vittek 87. (Rechtsschuss, Schroth)
Wechsel Nürnberg
Thomas Paulus
für Marek Nikl
(3,0)
(32.)
Markus Schroth
für Ivan Saenko
(3,0)
(52.)
Jan Kristiansen
für Jawhar Mnari
(―)
(83.)
Wechsel K´lautern
Mihael Mikic
für Daniel Halfar
(―)
(74.)
Karten Nürnberg
Gelb für Marek Nikl
Gelb für Horacio Javier Pinola
Gelb für Andreas Wolf
Gelb für Jan Polak
Karten K´lautern
Gelb für Ingo Hertzsch
Gelb für Daniel Halfar
Gelb für Marco Engelhardt