Nicht zu bändigen: Lukas PodolskiVor der Begegnung war klar, dass sich der Verlierer in den Folgewochen voll und ganz den Planungen für die Zweite Liga widmen können würde. Während sich der MSV Duisburg nach der 1:3-Niederlage dieser Gewissheit nahezu sicher war, durfte sich der 1. FC Köln bei drei Punkten Rückstand auf Platz 15 wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen.
Und das völlig zu Recht. Denn die Geißböcke legten vor 47.000 Besuchern im RheinEnergie-Stadion jenes Engagement an den Tag, das nötig war, um den Rasen als Sieger zu verlassen. Anders die Gäste von der Wedau. Bezeichnend für die fehlende Leidenschaft in Reihen des MSV war das Verhalten nach dem Hoffnung bringenden 1:2-Anschlusstreffer (79.), als es keiner der Mitspieler für angemessen hielt, Torschütze Ahanfouf zu seinem Erfolgserlebnis zu beglückwünschen. Passend dazu kassierten sie nur wenige Sekunden später das entscheidende Gegentor durch Lukas Podolski, der eine Hereingabe des eingewechselten Helmes aus Nahdistanz über die Linie drückte. Es war bei weitem nicht die einzige gelungene Aktion des Nationalspielers. Erstmals auf sich aufmerksam machte Podolski in der Anfangsphase mit einem knapp am Ziel vorbei streichenden 25-Meter-Freistoß (13.). In der 37. Minute zog er dann drei Abwehrspieler auf sich und bediente Albert Streit, der zur Kölner Pausenführung ins lange Eck einschob.
Wenige Minuten nach dem Wechsel ging die Show des FC-Prinzen weiter: Im Anschluss an eine sehenswerte Kombination verpasste es der 20-Jährige mit einer Doppelchance, die Vorentscheidung herbeizuführen (54.). Weil Duisburg den Defensivverbund wegen des Rückstandes im weiteren Verlauf mehr und mehr lockern musste, dabei allerdings extrem ungefährlich blieb, ergaben sich weitere hochkarätige Möglichkeiten für die Hausherren. Eine dieser Gelegenheiten brachte in der 62. Minute das 2:0. Podolski verpatzte im Strafraum die Ballannahme und stieß unglücklich mit MSV-Schlussmann Koch zusammen; die Kugel landete schließlich bei Markus Feulner, der im zweiten Versuch überlegt einschoss. "Wir mussten über den Kampf ins Spiel finden. Wir haben Leidenschaft und teilweise auch guten Fußball gezeigt", kommentierte der Torschütze den Auftritt seiner Mannschaft, "so wie wir heute gespielt haben, spielt kein Absteiger." Ärgerlich war aus Kölner Sicht nur, dass sich die Gelbsünder Alpay und Streit eine Sperre für die nächste Partie gegen den HSV einhandelten und die gesamte Konkurrenz ebenfalls gewann.
Christian Brackhagen
1. FC Köln
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Albert Streit | 37. | (Rechtsschuss, Podolski) |
| 2:0 | Markus Feulner | 62. | (Rechtsschuss, Podolski) |
| 2:1 | Abdelaziz Ahanfouf | 79. | (Linksschuss, Lavric) |
| 3:1 | Lukas Podolski | 80. | (Linksschuss, Helmes) |
Aufstellung FC Köln![]() |
|
|---|---|
| Alexander Bade | (4,0) |
| Carsten Cullmann | (4,5) |
| Lukas Sinkiewicz | (3,5) |
| Özalan Alpay | (3,0) |
| Christian Lell | (4,0) |
| Markus Feulner | (2,5) |
| Marvin Matip | (4,0) |
| Ricardo Cabanas | (3,5) |
| Albert Streit | (3,0) |
| Matthias Scherz | (4,0) |
| Lukas Podolski | (1,5) |
Aufstellung Duisburg |
|
|---|---|
| Georg Koch | (3,0) |
| Uwe Möhrle | (5,0) |
| Thomas Baelum | (4,0) |
| Marino Biliskov | (4,5) |
| Alexander Bugera | (4,5) |
| Tobias Willi | (4,0) |
| Adam Bodzek | (5,0) |
| Mihai Tararache | (4,5) |
| Peter van Houdt | (5,0) |
| Abdelaziz Ahanfouf | (4,0) |
| Markus Kurth | (4,0) |
Wechsel FC Köln![]() |
|
|---|---|
| Marco Streller für Matthias Scherz |
(4,0) (45.) |
| Patrick Helmes für Markus Feulner |
(―) (74.) |
Wechsel Duisburg |
|
|---|---|
| Klemen Lavric für Peter van Houdt |
(4,5) (56.) |
| Sven Beuckert für Georg Koch |
(―) (66.) |
Karten FC Köln![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Özalan Alpay |
| Gelb für | Albert Streit |
Karten Duisburg |
|
|---|---|
| Gelb für | Peter van Houdt |
| Gelb für | Mihai Tararache |
Trainer FC Köln![]() |
|---|
| Hanspeter Latour |
Trainer Duisburg |
|---|
| Heiko Scholz |