Mit unglücklicher Abwehraktion: Lukas SinkiewiczIm als Endspiel klassifizierten Aufeinandertreffen mit dem Hamburger SV unterlag der 1. FC Köln mit 0:1 und kann den Gang zurück ins Unterhaus nun wohl nicht mehr abwenden. Dagegen kamen die Norddeutschen ihrem großen Ziel, der direkten Champions-League-Qualifikation, wieder einen großen Schritt näher. Selbst der Traum von der Meisterschaft könnte für den HSV noch Realität werden.
Nach dem Schlusspfiff meinte Kölns Eigentorschütze Lukas Sinkiewicz: "Im Abstiegskampf kommt es nicht darauf an, dass man schön spielt, sondern dass man die Punkte holt." Und brachte damit das ganze Dilemma des FC auf den Punkt. Denn nach dem frühen Rückstand, dem eine gelungene Kombination über Demel und Mahdavikia vorausgegangen war, bemühten sich ausschließlich die Platzherren um die Gestaltung des Abends. Vor ausverkauftem Haus drängte man die Hanseaten in die Defensive und hatte in Person von Lell (7.) und Streller (13.) gute Einschussgelegenheiten, die aber beide ungenutzt blieben. "Wir haben es nicht verstanden, nach dem 1:0 Ruhe in unser Spiel zu bekommen", kritisierte HSV-Coach Thomas Doll. Besser wäre es für den neutralen Beobachter jedoch gewesen, wenn die Gäste zumindest ein wenig nach vorne gespielt hätten anstatt sich nur um die Verwaltung des Ergebnisses zu bemühen. Symptomatisch für den eines Titelanwärters unwürdigen Auftritt war die Gelbe Karte für Keeper Kirschstein wegen Zeitspiels - in der 34. Minute!
Dass es letztlich zum dreifachen Punktgewinn reichte, hatten die Nordlichter lediglich der eklatanten Abschlussschwäche der Geißböcke zu verdanken, die auch nach dem Seitenwechsel andauerte. Vor allem bei Standardsituationen war die Latour-Truppe immer wieder gefährlich; so verfehlten Kopfbälle von Feulner (69.), Cullmann (71.) und Sinkiewicz (74.) ihr Ziel allesamt nur um Haaresbreite. Ob der FC zu diesen Möglichkeiten auch gekommen wäre, wenn Hamburgs verletzter Abwehrrecke Daniel van Buyten in der Deckung gestanden hätte, ist eher unwahrscheinlich. Möglicherweise wäre die gesamte Darbietung der Hanseaten mit den ebenfalls angeschlagenen Leistungsträgern van der Vaart, de Jong, Jarolim und Beinlich an Bord etwas freundlicher ausgefallen. Wie Thomas Doll den schmeichelhaften Sieg seiner Schützlinge einstufte, machte seine ironiebeladene Antwort auf die Meisterschaftsfrage deutlich: "Nach unserer Klasseleistung heute sind wir sicher Favorit auf den Titel."
Christian Brackhagen
1. FC Köln
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Lukas Sinkiewicz | 3. | (Eigentor, Mahdavikia) |
Aufstellung FC Köln![]() |
|
|---|---|
| Alexander Bade | (3,5) |
| Christian Lell | (3,0) |
| Lukas Sinkiewicz | (4,0) |
| Marvin Matip | (4,5) |
| Carsten Cullmann | (4,0) |
| Markus Feulner | (3,0) |
| Ricardo Cabanas | (4,0) |
| Denis Epstein | (4,0) |
| Patrick Helmes | (3,5) |
| Marco Streller | (4,5) |
| Lukas Podolski | (3,5) |
Aufstellung Hamburg |
|
|---|---|
| Sascha Kirschstein | (2,0) |
| René Klingbeil | (4,5) |
| Bastian Reinhardt | (3,0) |
| Khalid Boulahrouz | (2,5) |
| Thimothee Atouba | (3,5) |
| Mehdi Mahdavikia | (4,0) |
| Guy Demel | (3,0) |
| Piotr Trochowski | (4,5) |
| Sergej Barbarez | (4,0) |
| Benjamin Lauth | (5,0) |
| Ailton | (5,5) |
Wechsel FC Köln![]() |
|
|---|---|
| Christian Springer für Marvin Matip |
(―) (77.) |
| Imre Szabics für Carsten Cullmann |
(―) (87.) |
Wechsel Hamburg |
|
|---|---|
| Naohiro Takahara für Benjamin Lauth |
(4,0) (60.) |
| Alexander Laas für Ailton |
(―) (77.) |
| Markus Karl für Piotr Trochowski |
(―) (84.) |
Karten FC Köln![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Markus Feulner |
Karten Hamburg |
|
|---|---|
| Gelb für | Sascha Kirschstein |
| Gelb für | Khalid Boulahrouz |
Trainer FC Köln![]() |
|---|
| Hanspeter Latour |
Trainer Hamburg |
|---|
| Thomas Doll |