Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - Borussia Mönchengladbach

Großer Zapfenstreich zum Klassenerhalt

Symbiont von Vittek: Ivan SaenkoSymbiont von Vittek: Ivan Saenko

Die Torfolge las sich wie eine große Aufholjagd des Club, doch Gladbachs Treffer entsprachen nicht dem Spielverlauf. Wie so oft waren die Fohlen nur ein Spielzeug auf fremdem Platz; Nürnberg hingegen brannte ein echtes Feuerwerk ab und machte den Klassenerhalt endgültig perfekt.

Vierfach verändert liefen die Gastgeber auf und wollten nach dem gescheiterten Versuch in Dortmund nun endlich den letzten Zähler für den Ligaverbleib einfahren. Gladbach hingegen durfte offiziell frei aufspielen, hatte dem Willen der Franken aber vorerst wenig mehr entgegenzuhalten als eine durchschaubare Konterstellung. Dies wurde früh bestraft, als eine schöne Kombination über Vittek und Saenko wiederum Vittek frei vors Tor spülte. Aus zwölf Metern besorgte er das 1:0 (14.). Der Treffer veränderte nicht viel. Gladbach war ein gewisses Bemühen nicht abzusprechen, doch das Angriffsspiel wirkte lieblos und unentschlossen. Nürnberg tat auch nicht viel mehr, hatte aber optisch die Lage immer Griff. Völlig überraschend gelang der Borussia dennoch der Ausgleich. Polanski zirkelte einen Eckstoß hinein, den Ze Antonio mit dem Kopf erwischte und Glauber noch leicht und unhaltbar für Schäfer ins Tor abfälschte (34.). Während Nürnberg noch etwas verdutzt war, schlugen die Gäste ungewohnt kaltschnäuzig noch ein zweites Mal zu. Aus gut 20 Metern hämmerte Kluge den Ball an den Pfosten, Sonck schaltete am schnellsten und hielt seinen Stiefel rein ­ 1:2 (37.).

Den zweiten Durchgang wollte Gladbach in Lauerstellung überstehen, aber Nürnberg griff nun mit einer Wucht an, die den Rheinländern mehr zusetzte als angedacht und zu vielen Fehlern in der Gäste-Abwehr führte. Als Reinhardt einen Körperkontakt mit Jansen suchte und fand, hatte Vittek die große Chance zum Ausgleich vom Strafstoßpunkt. Doch Keller entschied sich richtig und fischte die Kugel raus (54.). Das änderte jedoch nichts daran, dass nur noch in eine Richtung gespielt wurde. Schon fünf Minuten später flankte der überragende Saenko auf Polak, welcher aus 14 Metern volley das 2:2 markierte. Gladbach zeigte noch immer keinerlei Offensivgeist, sondern ließ alles über sich ergehen. Logische Folge war das 3:2 durch doch wieder Robert Vittek, der nach einer Cantaluppi-Flanke schneller als Jansen an den Ball kam und per Kopf die Führung erzielte (65.). Fortan waren es die Nürnberger, die auf Konter lauerten und damit, kaum wagte sich Gladbach einmal vors Tor, auch prompt Erfolg hatten. Vittek war gerade im Strafraum umstellt, da legte er quer auf Saenko, der mit einem sehenswerten Rechtsschuss seine tolle Leistung krönte (86.). Zwei Minuten später trieb der nächste Konter das Leder über Banovic zu Kießling, der sogar noch das 5:2 drauf legte. Nürnbergs finaler Streich zum Klassenerhalt war bezeichnend für eine überragende Rückrunde ­ ebenso wie es der schwachen Gladbacher Auswärtsmoral bestens zu Gesicht stand.

Maik Großmann

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - Borussia Mönchengladbach

1. FC Nürnberg

-

Borussia Mönchengladbach

5:2 (1:2)

Bundesliga 2005/2006, 32. Spieltag
02.05.2006, 20:00 Uhr
easyCredit-Stadion (Nürnberg), 42.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
1:0 Robert Vittek 14. (Linksschuss, Saenko)
1:1 Zé Antonio 34. (Kopfball, Polanski)
1:2 Wesley Sonck 36. (Linksschuss, Kluge)
2:2 Jan Polak 60. (Rechtsschuss, Saenko)
3:2 Robert Vittek 66. (Kopfball, Cantaluppi)
4:2 Ivan Saenko 86. (Rechtsschuss, Vittek)
5:2 Stefan Kießling 88. (Rechtsschuss, Saenko)
Wechsel Nürnberg
Andreas Wolf
für Jawhar Mnari
(3,5)
(46.)
Ivica Banovic
für Jan Kristiansen
(―)
(76.)
Marek Nikl
für Glauber
(―)
(87.)
Wechsel M´gladbach
Hassan El Fakiri
für Nando Rafael
(4,0)
(46.)
Thomas Broich
für Peer Kluge
(―)
(76.)
Kahê
für Milan Fukal
(―)
(76.)
Karten Nürnberg
Gelb für Glauber
Gelb für Horacio Javier Pinola
Karten M´gladbach
Gelb für Eugen Polanski
Gelb für Nando Rafael
Gelb für Zé Antonio
Besondere Vorkommnisse: Keller hält Foulelfmeter von Vittek (Jansen an Polak, 54.)