Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - 1. FC Kaiserslautern

Dem Teufel von der Schippe gesprungen

Jetzt kennt ihn jeder:
Cedrick MakiadiJetzt kennt ihn jeder:
Cedrick Makiadi

Während Wolfsburg äußerst unverhofft in die prekäre Lage gekommen war, trat Kaiserslautern zum zweiten Mal nach 1996 zu einem Endspiel um den Klassenerhalt an. Wie weiland in Leverkusen aber fehlte den Pfälzern die spielerische Klasse, um den letzten Strohhalm zu greifen. Trotz glücklicher Führung kamen die Gäste nicht über ein Remis hinaus und müssen zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ins Unterhaus.

Entgegen allen Weissagungen begannen die Wölfe nicht mit schlotternden Knien, sondern gingen entschlossen zuwerke und drängten die Roten Teufel früh in die eigene Hälfte. Nach fünf Minuten schon standen zwei gute Chancen auf der Haben-Seite, beide Male aber hatte Hristov Pech im Abschluss. Nur mühsam befreiten sich die Gäste aus dem Würgegriff, doch im Abschluss waren sie effektiver; gleich der erste Versuch wurde mit dem 0:1 belohnt. Gerade hatte Hoogendorp auf der Gegenseite vergeben, da tauchte Altintop frei vor Jentzsch auf und netzte aus zehn Metern ein. Plötzlich war alles anders. Zum ersten Mal in der ganzen Saison belegte der VfL einen Abstiegsrang und stand nun völlig hilflos vor der neuen Situation. In dieser Phase waren die Wölfe eine leichte Beute, aber Lautern schaffte es nicht, die Feldvorteile umzumünzen. So schleppte sich die Partie ohne Glanzlichter in die Halbzeit, einzig Klimowicz vergab noch eine Möglichkeit für die Hausherren (35.).

Mit jeder Minute stieg die Anspannung und mit ihr die Fehlerquote. Wolfsburg ackerte sich immer wieder vor das Lauterer Tor, doch fast immer blieb der Ball im Abwehrdickicht hängen. Die Gäste mauerten jetzt wie die Weltmeister und hofften auf Konter, die sich aber einfach nicht ergaben. Nach 66 Minuten war die Nuss endlich geknackt. Menseguez warf den Ball auf den Kopf von Hanke, der in die Mitte verlängerte und auf Umwegen den eingewechselten Makiadi erreichte. Aus sechs Metern behielt dieser die Nerven und holte Wolfsburg in die Eliteliga zurück. Was so oft in dieser Saison schief gelaufen war, machten die Wölfe jetzt besser. Sie nutzten die frische Euphorie und legten direkt einen Treffer nach. Aus einer schlauen Konterstellung heraus legte wieder dieser Makiadi den Ball auf Klimowicz, und aus acht Metern riss der Argentinier das Herz aus der Lauterer Brust (69.). Plötzlich war die Lage aussichtslos für die Lauterer, doch es kam nicht das Gefühl auf, dass sie es besser verdient hatten. Das letzte Aufbäumen trug schon den Mantel der Verzweiflung. Zweimal noch wären die Gäste fast in den finalen Konter gelaufen, doch Fromlowitz rettete prächtig. Dann wurde es doch noch einmal spannend. Bellinghausen flankte von links auf den eingewechselten Ziemer, und plötzlich stand es 2:2 (86.). Wolfsburg aber ließ nichts mehr anbrennen und rettete sich sicher über die Zeit. Eine völlig verkorkste Saison konnte somit noch gerade eben gerettet werden.

Maik Großmann

Spielstatistik VfL Wolfsburg - 1. FC Kaiserslautern

VfL Wolfsburg

-

1. FC Kaiserslautern

2:2 (0:1)

Bundesliga 2005/2006, 34. Spieltag
13.05.2006, 15:30 Uhr
Volkswagen Arena (Wolfsburg), 30.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Tore
0:1 Halil Altintop 20. (Rechtsschuss, Halfar)
1:1 Cedric Makiadi 66. (Linksschuss, Hanke)
2:1 Diego Fernando Klimowicz 69. (Linksschuss, Makiadi)
2:2 Marcel Ziemer 86. (Kopfball, Bellinghausen)
Wechsel Wolfsburg
Cedric Makiadi
für Hans Sarpei
(1,5)
(46.)
Mike Hanke
für Rick Hoogendorp
(3,0)
(57.)
Miroslav Karhan
für Marian Hristov
(―)
(78.)
Wechsel K´lautern
Steffen Bohl
für Sebastian Reinert
(4,0)
(52.)
Marcel Ziemer
für Marcelo José Pletsch
(―)
(73.)
Mihael Mikic
für Daniel Halfar
(―)
(74.)
Karten Wolfsburg
Gelb für Marian Hristov
Gelb für Stefan Schnoor
Gelb für Maik Franz
Gelb für Cedric Makiadi
Gelb für Diego Fernando Klimowicz
Karten K´lautern
Gelb für Hervé Nzelo Lembi
Gelb für Daniel Halfar
Gelb für Mathieu Beda
Gelb für Ingo Hertzsch