Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - Hamburger SV

Eine Frage der Effektivität

Per Pressschlag zum Erfolg: David JarolimPer Pressschlag zum Erfolg: David Jarolim

Glücklicher Auswärtssieg für den HSV in einer ereignisarmen Partie. Stuttgart servierte seinem Publikum erneut Magerkost, konnte lediglich in der zweiten Hälfte phasenweise Druck erzeugen. Hamburg nahm sich ebenfalls einige Pausen, war nur in der Chancenauswertung effektiver. Bei den Bayern würde man es abgewichst nennen.

Beide Trainer hatten ihren personellen Köcher wieder auffüllen können. Im VfB-Sturm lief nach langer Verletzungspause der Brasilianer Cacau auf, beim HSV war Boulahrouz wieder fit und verscheuchte Ersatzmann Reinhardt zurück auf die Bank. Es hatten noch nicht alle Zuschauer Platz genommen, da setzte Grönkjaer gleich mal die erste Duftmarke. Aus gut 20 Metern zog der Däne ab und nagelte das Leder an die Querlatte. Wächter wäre ohne Chance gewesen (3.). So hätte es weiter gehen können, ging es aber nicht. Stuttgart nahm den Faden der letzten Heimspiele auf und entlockte dem Publikum schon mal die ersten Pfiffe. Ein Fernschuss von Cacau (11.) sowie ein Schüsschen von Grönkjaer nach Flanke von Hinkel (18.) mochten noch etwas gefallen, bald danach fühlte sich aber der Gast aus Hamburg genötigt, das Zepter zu übernehmen. Vor allem über die Flügel drangen die Hanseaten immer wieder nach vorn. Zweimal wäre Barbarez beinahe der Führungstreffer gelungen, als er zunächst nach einer Ecke. (21.) und dann nach einer Atouba-Flanke (23.) seine Meister in Hinkel und Hildebrand fand. Aber dann klingelte es doch. Erneut Barbarez beschäftigte am Stuttgarter Strafraum einen ganzen Batzen VfB-Spieler und legte quer zum sträflich freien van der Vaart. Dem blieb genug Zeit, sich die schönste Schuss-Variante auszusuchen. Er entschied sich für den rechten Giebel und versenkte die Pille traumhaft schön aus 18 Metern (32.). Alles, was Trapattoni im ersten Abschnitt noch zu bieten hatte, war eine Demütigung für den indisponierten Hitzelsperger. Für ihn wurde nach einer guten halben Stunde Gomez eingewechselt.

Stuttgart kam durchaus mit mehr Elan aus der Kabine, wirkte aber weiterhin ideenlos im Spiel nach vorn. Einigermaßen überraschend kam daher plötzlich der Ausgleich zustande. Meira wagte einen weiten Vorstoß und gab nach beeindruckendem Raumgewinn die Pille nach rechts auf Grönkjear. Der Däne mit hübscher Flanke in die Mitte, wo Gomez fünf Meter vor dem Kasten nur noch den Fuß hinhalten musste (53.). Erschütterndes Abwehrverhalten von Boulahrouz, der gute drei Meter entfernt lieber den leeren Raum decken wollte. Im Grunde war Stuttgart einem Sieg anschließend sogar näher, obwohl Zwingendes nicht gelingen wollte. Hamburg machte hinten dicht und lauerte auf Konter, die sich nicht ergaben. So schien die Punkteteilung besiegelt, bis sich kurz vor Schluss der HSV doch noch einmal nach vorn wagte. Van der Vaart schlug das Leder links hinaus auf Jarolim. Der spielte einen hübschen Doppelpass mit Barbarez und konnte dabei in den Strafraum eindringen. Hildebrand warf sich dazwischen und erzeugte einen Pressschlag, der eine tückische Bogenlampe produzierte. Magnin eilte in die Torecke und schien den Ball sicher klären zu können, doch irgendwie vertat er sich mit seinen Füßen und wirkte entsprechend trottelig, als das Leder sich ins Netz senkte (88.). Davon konnten sich die Schwaben nicht mehr erholen. Etwas unglücklich ging somit auch das dritte Heimspiel in die Binsen und gab dem HSV weiteres Futter für seinen Mythos einer Spitzenmannschaft.

Maik Großmann

Spielstatistik VfB Stuttgart - Hamburger SV

VfB Stuttgart

-

Hamburger SV

1:2 (0:1)

Bundesliga 2005/2006, 6. Spieltag
21.09.2005, 20:00 Uhr
34.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Helmut Fleischer (Ulm)
Tore
0:1 Rafael van der Vaart 32. (Linksschuss, Barbarez)
1:1 Mario Gomez 53. (Rechtsschuss, Grönkjaer)
1:2 David Jarolim 88. (Rechtsschuss, Barbarez)
Wechsel Hamburg
Piotr Trochowski
für Mehdi Mahdavikia
(3,5)
(38.)
Bastian Reinhardt
für René Klingbeil
(―)
(76.)
Emile Mpenza
für Benjamin Lauth
(―)
(81.)
Karten Hamburg
keine