Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Köln - Hannover 96

Hannover brauchte nur 15 Minuten

Kaum zu halten: Jiri StajnerKaum zu halten: Jiri Stajner

Ein Spiel mit grundverschiedenen Gesichtern. Die erste Halbzeit war traurig anzusehen, beide Teams suchten vergeblich nach spielerischer Linie. Der zweite Abschnitt gefiel dafür umso mehr. Nach Kölns Führung spielte Hannover plötzlich groß auf, nahm dem Aufsteiger in 15 Minuten den Wind aus den Segeln. Ein verdienter Auswärtssieg.

Uwe Rapolder hatte seine Mannschaft kräftig durchgemischt, ließ überraschend auch seinen Popstar Podolski auf der Bank. Die Gäste ohne Delura und Hashemian, dafür durften Stajner und der junge Halfar von Beginn an ran. Und es ging munter los. Nach Ecke von links kam der Niederländer Lurling an den Ball und hämmerte ihn humorlos an die Latte (4.).Wenig später setzte Springer zu einem hübschen Kopfball an, aber Enke konnte parieren (7.). Doch gerade als man Lust auf mehr bekam, stellten beide Teams ihre Bemühungen ein. Hannover stellte sich tief in die eigene Hälfte und drückte sich vor jeglichem Risiko. Einzig ein Tarnat-Freistoß, den Zuraw beinahe zur Gäste-Führung verwertet hätte (33.), sorgte noch für Belebung.

Nach Wiederanpfiff kamen beide Teams endlich aus dem Quark. Podolski, jetzt doch im Spiel, leitete einen flotten Angriff ein und nahm Madsen mit, der die Kugel hübsch in die Gasse spielte. Dort warteten gleich zwei FC-Akteure, Streit nahm Podolski den Ball weg und spitzelte ihn ins Netz (47.). Die Domstadt war aus dem Häuschen, aber kaum war die Blitztabelle eingeblendet, fiel auch schon der Ausgleich. Brdaric verpasste einen Freistoß des starken Sousa noch mit dem Kopf, aber Stajner war am langen Pfosten zur Stelle (48.). Köln war mächtig verdutzt und ließ sich zu dummen Fehlern hinreißen. Mit einer Kaltschnäuzigkeit, die man ihnen nicht zugetraut hätte, nutzen die Gäste das aus und drehten das Spiel komplett. Stajner schickte Dabrowski lang, der passte präzise in die Mitte und Brdaric musste nur noch den Stiefel reinhalten. (53.). Drei Minuten später stellte sich Sinkiewicz extrem dämlich im eigenen Strafraum an und brachte Halfar zu Fall. Den fälligen Elfer verwandelte Sousa sicher, nach 56 Minuten stand es 1:3. Davon konnte sich Köln nicht mehr erholen. Zwei, drei Angriffe brachten sie wohl noch zustande, aber gleich einer der ersten Konter zog ihnen völlig die Hose runter. Nach feinem Pass von Stajner war Brdaric nicht mehr einzufangen und netzte mit einem trockenen Rechtsschuss aus 16 Metern ein (70.). In der Schlussminute konnte sich dann Markus Merk noch mal auszeichnen. Lurling hatte Enke umspielt und ließ sich dann auf schäbigste Art und Weise fallen. Merk hatte sich zunächst foppen lassen und auf den Punkt gezeigt, ließ sich dann aber vom Linienrichter eines Besseren belehren. Er nahm den Elfer zurück und zeigte Lurling Gelb. Köln verabschiedete sich ruhmlos aus einem desaströsen Heimspiel und musste schon die vierte Schlappe in Folge einstecken. Hannover hatte richtig Laune gemacht und freute sich zu Recht über den ersten Auswärtssieg.

Maik Großmann

Spielstatistik 1. FC Köln - Hannover 96

1. FC Köln

-

Hannover 96

1:4 (0:0)

Bundesliga 2005/2006, 9. Spieltag
16.10.2005, 17:30 Uhr
RheinEnergieStadion (Köln), 50.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Albert Streit 47. (Rechtsschuss, Madsen)
1:1 Jirí Stajner 48. (Rechtsschuss, Sousa)
1:2 Thomas Brdaric 53. (Linksschuss, Dabrowski)
1:3 Ricardo Sousa 56. (Foulelfmeter, Sinkiewicz an Halfar)
1:4 Thomas Brdaric 70. (Rechtsschuss, Stajner)
Wechsel FC Köln
Lukas Podolski
für Anthony Lurling
(4,5)
(46.)
Andrew Sinkala
für Peter Madsen
(―)
(72.)
Denis Epstein
für Dimitrios Grammozis
(―)
(72.)
Wechsel Hannover
Michael Delura
für Sören Halfar
(―)
(77.)
Vahid Hashemian
für Thomas Brdaric
(―)
(84.)
Vinicius Bergantin
für Altin Lala
(―)
(84.)
Karten FC Köln
Gelb für Anthony Lurling
Karten Hannover
Gelb für Altin Lala
Gelb für Dariusz Zuraw
Gelb für Thomas Brdaric