Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld

Später Punktgewinn dank Frei

Bewies in letzter Sekunde Nervenstärke: Alexander FreiBewies in letzter Sekunde Nervenstärke: Alexander Frei

Vor dem Westfalenderby standen vor allem die beiden Trainer im Blickpunkt, denn es wurde gemutmaßt, dass Arminien-Coach Thomas von Heesen Dortmunds stark in die Kritik geratenen Chefausbilder Bert van Marwijk ablösen sollte. Mit der Punkteteilung verpassten die Borussen zudem, ihren Trainer stärker aus der Schusslinie zu nehmen.

Gestärkt durch den 5:1-Sieg gegen Aachen am letzten Sonntag legte Bielefeld gleich den Vorwärtsgang ein, konnte den schwungvollen Start aber nicht zu einem Treffer nutzen. Dieser gelang stattdessen in der elften Minute den zunächst sichtlich um Fassung bemühten Platzherren. Die BVB-Fans unter den 74.300 Zuschauern hatten jedoch zu früh gejubelt, denn Schiedsrichter Günter Perl votierte beim Tor von Kringe nach Zeichen seines Assistenten auf Abseits ­ eine knappe, wenn auch falsche Entscheidung. Die nächsten Aufreger der noch jungen Begegnung gab es nur 180 Sekunden später: Auf Zuspiel von Zuma traf Wichniarek freistehend nur den Pfosten und ermöglichte so Jörg Böhme die zweite hochkarätige Einlochgelegenheit. Mit einem Schuss genau vor die Füße von Verteidiger Wörns ließ der Ex-Gladbacher die Chance zur Führung allerdings ebenso leichtfertig verstreichen wie sein Kollege zuvor. Der doppelte Schreck wirkte bei den Dortmundern als endgültiger Wachmacher, denn fortan agierten sie zunehmend mutiger und zielstrebiger. Die logische Konsequenz waren einige sehenswerte Kombinationen, die die von nun an auf Konter ausgerichteten Gäste nicht unterbinden konnten. Dennoch mussten keine Treffer auf der Anzeigetafel vermerkt werden, da weder Nelson Valdez, der aus bester Position an Arminia-Schlussmann Hain scheiterte, noch Ebi Smolarek und Martin Amedick das nötige Zielwasser getrunken hatten.

Auch im zweiten Abschnitt durften sich die Borussen über die größeren Spielanteile freuen. Allerdings hatte Thomas von Hessen seinen nach wie vor auf Gegenangriffe spezialisierten Schützlingen in der Pausenansprache Sinn für Ordnung und Disziplin mit auf den Weg gegeben, so dass die Hausherren keine Gefahr entwickeln konnten. Selbiges galt für die Arminia ­ bis zur 68. Minute, als Artur Wichniarek zur Überraschung aller das 1:0 gelang. Nachdem Valdez und Gabriel im Mittelfeld mit den Köpfen zusammengerasselt waren, reagierte Kauf am schnellsten und schickte den Polen mit einem feinen Pass auf die Reise. Wichniarek setzte sich gegen zwei Kontrahenten durch und vollendete im Fallen in die lange Ecke. Bielefeld hatte sein Ziel erreicht und fokussierte sich in der Folge selbstredend noch stärker auf die Defensivarbeit. Die van Marwijk-Elf rannte dementsprechend weiter an und biss sich dabei zunächst genauso die Zähne aus wie vor dem Gegentreffer. Als alles schnurstracks auf den fünften Saisonsieg der Gäste hinauslief, wurde der BVB doch noch für sein fortwährendes Engagement belohnt: Nachdem Petr Gabriel im Strafraum Smolarek ins Gras geschickt hatte, sah der Notbremser die Rote Karte und Alexander Frei verwandelte den fälligen Strafstoß in der dritten Minute der Nachspielzeit ins linke Eck.

Christian Brackhagen

Spielstatistik Borussia Dortmund - Arminia Bielefeld

Borussia Dortmund

-

Arminia Bielefeld

1:1 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 10. Spieltag
04.11.2006, 15:30 Uhr
Signal Iduna Park (Dortmund), 74.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Tore
0:1 Artur Wichniarek 68. (Linksschuss, Kauf)
1:1 Alexander Frei 90. (Foulelfmeter, Gabriel an Smolarek)
Wechsel Dortmund
Steven Pienaar
für Marc-André Kruska
(―)
(79.)
Nuri Sahin
für Nelson Valdez
(―)
(82.)
Markus Brzenska
für Florian Kringe
(―)
(82.)
Wechsel Bielefeld
David Kobylik
für Jonas Kamper
(3,5)
(58.)
Tim Danneberg
für Jörg Böhme
(―)
(71.)
Marcel Ndjeng
für Sibusiso Zuma
(―)
(84.)
Karten Dortmund
Gelb für Philipp Degen
Karten Bielefeld
Gelb für Artur Wichniarek
Gelb für Rüdiger Kauf
Rot für Petr Gabriel (90.)