Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - Hamburger SV

Wolfsburger Minimalisten im Glück

Beim Gegentor chancenlos, doch zurück auf dem Weg zum Stammplatz: Stefan WächterBeim Gegentor chancenlos, doch zurück auf dem Weg zum Stammplatz: Stefan Wächter

Dem Ergebnis nach zu urteilen, konnte man nur feststellen, dass der HSV tiefer in die Krise rutschte. Auf dem Spielfeld allerdings präsentierten sich die Hamburger mit viel Willenskraft und einer kämpferischen Einstellung. Diese Eigenschaften reichten dennoch nicht, um tapfere Wolfsburger in die Knie zu zwingen.

Die Anspannung in beiden Teams war von Spielbeginn an zu spüren, denn von einer guten Möglichkeit für Hanke in der fünften Minute abgesehen, die fälschlicherweise aufgrund einer mutmaßlichen Abseitsstellung des VfL-Angreifers abgepfiffen wurde, ergab sich keine interessante Torszene. Kampf und Krampf in Form von Fehlpässen und Stockfehlern prägten die Aufbaubemühungen beider Mannschaften. In der 19. Minute allerdings verlor Feilhaber im Mittelfeld die Kugel, Krzynowek kam aus dem linken Halbfeld zu einer Maßflanke, die der sträflich allein gelassene Hanke zum 1:0 per Kopf verwertete. Dieses Tor saß den Hamburgern schwer in den Gliedern, auch wenn Guerrero zwischendurch mit einem Lupfer für etwas Gefahr sorgte, die Schlussmann Jentzsch allerdings entschärfte (22.). Wolfsburg stand tief, verlegte sich auf sporadische Gegenzüge, die in den meisten Fällen jedoch früh versandeten. Da auch die Gäste ideenlos vor dem Problem standen, das Spiel zu machen, machte der Ball hauptsächlich im Mittelfeld seine polterigen Runden. Torchancen vor der Pause hatten nur noch die etwas gradliniger agierenden Wölfe, doch Hoogendorp und Hanke hatten mit ihren Kopfbällen wenig Glück im Abschluss.

Als sich auch nach der Pause das Bild wenig veränderte, wobei Wolfsburg noch defensiver stand und der HSV noch weniger aus der Überlegenheit herauszuholen wusste, griff Trainer Thomas Doll ein, schickte innerhalb einer Viertelstunde drei neue Leute aufs Feld und brachte damit frisches Leben in sein Team. Außer einigen Halbchancen passierte im HSV-Sturm dennoch bis zur Schlussviertelstunde viel zu wenig. Dann kam es plötzlich doch noch zu zwei Hochkarätern, die Fillinger und Atouba auf der Habenseite verbuchten, doch die beiden Verteidiger schossen entweder vorbei, oder Jentzsch entschärfte den Abschluss. Spannend blieb das kampffreudige Geschehen dennoch bis zum Abpfiff, ohne dass sich allerdings noch wirklich gute Möglichkeiten vor den Toren entwickelten. Der Sieg der Minimalisten aus Wolfsburg war am Ende etwas glücklich, doch solide erarbeitet. Beim HSV durfte man notieren, dass die Einstellung stimmte, die spielerischen Mittel indes weiter auf Sparflamme kochten.

Ulrich Merk

Spielstatistik VfL Wolfsburg - Hamburger SV

VfL Wolfsburg

-

Hamburger SV

1:0 (1:0)

Bundesliga 2006/2007, 10. Spieltag
04.11.2006, 15:30 Uhr
Volkswagen Arena (Wolfsburg), 25.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Mike Hanke 19. (Kopfball, Krzynowek)
Wechsel Wolfsburg
Juan Carlos Menseguez
für Rick Hoogendorp
(―)
(69.)
Pablo Thiam
für Alex
(―)
(79.)
Wechsel Hamburg
Piotr Trochowski
für Juan Pablo Sorin
(3,5)
(54.)
Boubacar Sanogo
für Benjamin Lauth
(3,0)
(62.)
Danijel Ljuboja
für David Jarolim
(―)
(71.)
Karten Wolfsburg
Gelb für Hans Sarpei
Gelb für Facundo Hernan Quiroga
Karten Hamburg
Gelb für Rafael van der Vaart