Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - SV Werder Bremen

Kein Grund zur Aufregung

Machte aus einer halben Chance sein erstes Saisontor: Torsten FringsMachte aus einer halben Chance sein erstes Saisontor: Torsten Frings

Sein zauberhaftes Gesicht verbarg der Tabellenführer, doch auch mit kühler und sachlicher Spiellinie reichte es zum Sieg in Nürnberg. Die Franken hatten dauerhaft mehr Spielanteile. Dennoch war Werder das bessere Team, weil es defensiv fast nichts zuließ und die entscheidende individuelle Klasse besaß.

Zum vierten Mal in Folge schickte Thomas Schaaf die gleiche Startelf aufs Feld, während Nürnbergs Trainer nach der Pleite in Berlin in jedem Mannschaftsteil eine Veränderung vornahm. Zumindest optisch schienen sich die Umstellungen auszuzahlen, denn in einer insgesamt wenig aufregenden Anfangsphase war der Club leicht überlegen. Vittek mit einem verdeckten Schuss (13.) und Reinhardt nach einer Ecke (17.) näherten sich Bremens Tor je halbgefährlich. Werders Passivität war aber nicht mit Unsicherheit zu verwechseln, denn der Tabellenführer ließ Nürnberg sich nur so weit entfalten, wie es vertretbar blieb. Als Mintal die Chance zu einer guten Möglichkeit vertändelte, sah Werder seine Zeit gekommen. Diego und Frings passten sich die Kugel am Strafraum hin und her, und obwohl das Tor dicht zugestellt war, fand Frings eine Lücke und schlenzte unhaltbar hinein (32.). Kurz vor der Halbzeit kam es zu mittlerer Aufregung, weil Mintal von schräg rechts in den Strafraum lief und Naldo rüde dazwischenkeilte. Der Brasilianer berührte auch leicht den Ball, aber erst nach seinem Foul, so dass es durchaus Elfmeter hätte geben können. Zur Pause lag Bremen daher etwas glücklich in Front.

Auch danach blieb das Spieltempo mäßig bis mau. Wieder zog sich Werder zurück und ließ Nürnberg das Zepter führen. Neben allem Bemühen war aber die Sorge der Franken nicht verkennbar, die Gäste könnten jederzeit einen schmerzhaften Konter fahren. Darunter litt die Begegnung, denn offensiv fehlten Nürnberg der nötige Mut gleichwie etwas Glück in den Einzelaktionen. Mehrmals zog auch Schiri Gräfe das Niveau herunter, wenn er einige krude Abseitsentscheidungen traf oder unnötige Unterbrechungen vornahm. Als Diego plötzlich frei an Schäfer scheiterte, war es die erste Chance der gesamten zweiten Hälfte (69.). Gleich im Gegenzug war Wiese bei einem Freistoß gefordert, den Pinola geschossen und ein Bremer noch leicht abgefälscht hatte. Wieder schien Nürnberg sich dann gerade für ein Tor zu empfehlen, als eine Bremer Einzelaktion das Spiel entschied. Einen Freistoß aus 20 Metern hob Diego elegant und gefühlvoll über die Mauer und traf per Innenpfosten ins Tor (79.). Genau wie beim ersten Treffer hatten die Gastgeber keinen Fehler gemacht und waren absolut chancenlos. Dass die Franken dennoch nicht mehr so stark wie zu Saisonbeginn waren, zeigte Mintal fünf Minuten später. Völlig allein stand er nach einem langen Pass vor Wiese, legte aber viel zu spät quer in die Mitte, anstatt selbst zu schießen. Das Zuspiel landete im Nichts. Eher überraschend kam der Club doch noch zum Treffer, weil Mertesacker sein turmhohes Bein gegen Benkos Kopf nagelte. Banovic verwandelte den Elfmeter, was an der Punkteverteilung aber nichts mehr änderte (90.). Nürnberg hatte sich wenig vorzuwerfen, hatte ordentlich gekämpft und die Fehlerquote verschwindend gering gehalten. Selbst im Schongang aber war Werders Spiel zu ausgefeilt und zu effizient, um dem Tabellenführer gefährlich zu werden.

Maik Großmann

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - SV Werder Bremen

1. FC Nürnberg

-

SV Werder Bremen

1:2 (0:1)

Bundesliga 2006/2007, 11. Spieltag
07.11.2006, 20:00 Uhr
easyCredit-Stadion (Nürnberg), 35.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Tore
0:1 Torsten Frings 32. (Rechtsschuss, Diego)
0:2 Diego 79. (Freistoß)
1:2 Ivica Banovic 90. (Foulelfmeter, Mertesacker an Benko)
Aufstellung Bremen
Tim Wiese (3,0)
Clemens Fritz (3,5)
Naldo (2,0)
Per Mertesacker (2,5)
Pierre Womé (4,0)
Torsten Frings (2,0)
Frank Baumann (3,0)
Jurica Vranjes (4,0)
Diego (2,0)
Miroslav Klose (4,5)
Aaron Hunt (4,5)
Wechsel Nürnberg
Jan Polak
für Jan Kristiansen
(―)
(71.)
Leon Benko
für Tomás Galásek
(―)
(79.)
Ivica Banovic
für Markus Schroth
(―)
(59.)
Wechsel Bremen
Christian Schulz
für Frank Baumann
(3,5)
(46.)
Ivan Klasnic
für Aaron Hunt
(―)
(80.)
Hugo Almeida
für Miroslav Klose
(―)
(87.)
Karten Nürnberg
Gelb für Marek Mintál
Gelb für Jan Polak
Karten Bremen
Gelb für Clemens Fritz
Gelb für Hugo Almeida
Gelb für Aaron Hunt