Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - Hamburger SV

Ein klassisches Serienopfer

Von der Fortuna strikt gemieden:
Piotr TrochowskiVon der Fortuna strikt gemieden:
Piotr Trochowski

Hamburg spielte stark verbessert und stemmte sich mit aller Macht gegen einen weiteren Misserfolg. Zwischen Sieg und Niederlage entschieden aber nicht Kampf, Einsatz und Spielkultur, sondern das aus Selbstverstrauen resultierende Glück. Und da hatte Stuttgart die Nase vorn.

Sowohl aus Not als auch aus Verzweiflung baute Thomas Doll sein Team zum wiederholten Male um. Sorin und Atouba waren die jüngsten Verletzungsopfer, während Guerrero und Lauth für ihre schwachen Auftritte in Wolfburg büßen mussten. Stuttgart verließ sich anfangs ein wenig auf Hamburgs malade Situation. Passiv und unkonzentriert nahmen die Schwaben den Spielbetrieb auf und gestatteten dem HSV direkt ein leichtes Übergewicht. Gleich der erste Aufreger aber war ein passendes Trendbarometer für beide Teams. Tasci wehrte einen hohen Ball im Strafraum mit dem Ellenbogen ab, was das Schiedsrichtergespann wohl auch sah, jedoch nicht als elfmeterwürdig befand ­ Glück für den Tabellenzweiten und weiteres Pech für den am Boden liegenden HSV. Dennoch machten die Hanseaten Stuttgart das Leben schwer. Einzig ein Schussversuch von Hitzlsperger sowie ein Gomez-Kopfball (13.) brachten leichte Gefahr für das Tor von Stefan Wächter. Ansonsten kontrollierte Hamburg das Geschehen und richtete sich mit einfachem und bodenständigem Spiel nach und nach auf. Van der Vaart schoss sogar zweimal aufs Tor (37./39), generell aber endete der leichte Druck stets am Stuttgarter Strafraum. So ging es torlos in die Halbzeit.

Mehr noch als vor dem Wechsel riss Hamburg das Geschehen dann an sich und kam aus einem aktiven Mittelfeld auch zwangsläufig näher ans Tor. Vor allem Trochowski tat sich hier hervor, sorgte mit seinen Dribblings mehrfach für Unruhe und prüfte Hildebrand dann mit einem Schuss aus 18 Metern (61.). Teilweise unbeholfen, aber doch sehr bemüht sah es aus, was der HSV veranstaltete. Dass Stuttgart so große Schwierigkeiten hatte, ein eigenes Spiel auszuziehen, war auch das große Verdienst der Gäste, dem nur leider auch die neue Sturmformation nicht weiterhalf. Zumindest einen Punkt hätte Hamburg trotzdem mitnehmen müssen, zumal sich der VfB bis dahin in keiner Weise für einen Sieg empfohlen hatte. Als sich die Chance dann aber ergab, waren die Gastgeber kühl und souverän genug, sie auch zu nutzen. Zehn Minuten vor Schluss stahl sich Gomez seinem Gegenspieler davon und nutzte Gentners zeitlich perfektes Abspiel, um einen Konter mit dem 1:0 abzuschließen. Zum verdienten Ausgleich fehlte Berisha im Gegenzug das nötige Selbstvertrauen. Statt dessen machte Hitzlsperger nach einer Ecke den Sack zu. Aus 17 Metern traf er zum 2:0, das die Verhältnisse des Spiels ad absurdum führte (85.). Stuttgart gewann, weil es oben stand. Da Hamburg dagegen die Seuche spazieren trug, durfte es abermals nichts mitnehmen.

Maik Großmann

Spielstatistik VfB Stuttgart - Hamburger SV

VfB Stuttgart

-

Hamburger SV

2:0 (0:0)

Bundesliga 2006/2007, 11. Spieltag
07.11.2006, 20:00 Uhr
Gottlieb-Daimler-Stadion (Stuttgart), 44.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
1:0 Mario Gomez 80. (Rechtsschuss, Gentner)
2:0 Thomas Hitzlsperger 85. (Linksschuss, da Silva)
Wechsel Hamburg
Paolo Guerrero
für Danijel Ljuboja
(3,5)
(64.)
Besart Berisha
für Mehdi Mahdavikia
(―)
(83.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Ricardo Osorio
Karten Hamburg
Gelb für Mehdi Mahdavikia
Gelb für Mario Fillinger