Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Alemannia Aachen - 1. FC Nürnberg

Zu gnädig vor dem Tor

Der Kapitän behielt die Nerven:
Reiner PlaßhenrichDer Kapitän behielt die Nerven:
Reiner Plaßhenrich

Nürnberg stellte dauerhaft das technisch versiertere und reifere Team und ließ Alemannias Heimvorteil gnadenlos verpuffen. Beste Chancen aber verstanden die Franken nicht zu nutzen, und so traf Aachens Kapitän mit der Schlusssirene noch zum Remis, das für den Club einer Niederlage gleichkam.

Beide Übungsleiter gaben ihren umstrittenen Figuren eine Bewährungschance. Jan Schlaudraff, den Michael Frontzeck als Sündenbock für die jüngsten Misserfolge auserkoren hatte, spielte ebenso von Beginn an wie Nürnbergs Banovic, der sich gegen Bremen einen peinlichen Torjubel erlaubt hatte. Sein Wirken fiel zunächst stärker ins Auge, denn Nürnberg riss das Spiel mit dem Anpfiff an sich und drängte Aachen in die eigene Hälfte. Schroth (3.) und Vittek (6.) fackelten vor dem Tor nicht lange, waren mit ihren Schüssen aber nicht erfolgreich. Erst als Galasek wenig später den Pfosten traf (10.), gab die Alemannia ihre Zurückhaltung auf, zumindest kämpferisch schafften die Gastgeber ein Gegengewicht und hielten sich den Club besser vom Leib. Gerade in dieser Phase schafften die Franken aber doch die Führung. Wieder war es Galasek, der 18 Meter vor dem Tor den Ball bekam und ihn direkt in den Winkel zirkelte (30.) ­ ein überraschender, aber verdienter Treffer. Aachens Schock war nicht zu übersehen. Ein Kopfball von Sascha Rösler war die einzige passable Torchance des ersten Durchgangs (35.), sonst war Nürnbergs sicherem Stellungsspiel nicht beizukommen.

Dass Aachen nun offensiver wurde, ergab sich aus der Spielsituation. Mehr Mut und mehr Einsatzwillen führten aber dennoch zu einer deutlichen Verlagerung des Geschehens. Ein Lupfer von Rösler (49.) hätte fast den Ausgleich bedeutet, zehn Minuten später klärte Glauber gerade noch vor Marius Ebbers. Nürnberg musste seine Konterabsichten etwas zurückstellen, weil in der Defensive jedes wache Auge benötigt wurde. Zu Hilfe kam den Franken dann aber eine Aachener Dummheit. Nico Herzig hatte bereits Gelb gesehen, als er Markus Schroth so ungeschickt von den Beinen holte, dass Schiri Rafati ihn runterstellen musste (71.). Nun war der Platz geschaffen für die Gegenattacken der Gästemannschaft; prompt ergaben sich beste Möglichkeiten zur Vorentscheidung. Mintal war der erste, der leichtfertig vergab (72.), es folgten Schroth (76.) und Pinola, der freistehend aus zehn Metern vorbei schob (84.). Zwei Minuten vor Schluss dann die größte Chance durch Polak, der den Ball an die Querlatte nagelte. Dass sich all dies rächen würde, war eigentlich nicht zu erwarten, weil die zehn Aachener nach vorn überhaupt nichts mehr zustanden brachten. Genau dieser Eindruck aber täuschte auch das Gästeteam, denn der letzte Konter saß dann doch. Schlaudraff legte mit dem Kopf zu Plaßhenrich, der plötzlich allein vor Schäfer stand und in mit einem Tunnel bezwingen konnte (90.). Unnötiger hätte Nürnberg die Punkte nicht liegen lassen können, denn wenig später war das Spiel vorbei. Für zehn Aachener fühlte sich das Remis indes wie ein Sieg an und wurde entsprechend auch gefeiert.

Maik Großmann

Spielstatistik Alemannia Aachen - 1. FC Nürnberg

Alemannia Aachen

-

1. FC Nürnberg

1:1 (0:1)

Bundesliga 2006/2007, 12. Spieltag
12.11.2006, 17:00 Uhr
Tivoli (Aachen), 20.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore
0:1 Tomás Galásek 30. (Rechtsschuss, Mintál)
1:1 Reiner Plaßhenrich 90. (Rechtsschuss, Schlaudraff)
Wechsel Nürnberg
Jawhar Mnari
für Ivica Banovic
(―)
(67.)
Jan Polak
für Jan Kristiansen
(―)
(75.)
Ivan Saenko
für Marek Mintál
(―)
(75.)
Karten Aachen
Gelb-Rot für Nico Herzig (71.)
Gelb für Sergio Pinto
Karten Nürnberg
Gelb für Ivica Banovic
Gelb für Andreas Wolf