Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Alemannia Aachen - SV Werder Bremen

Zu wenig für Platz eins

Schoss mindestens das Tor des Monats:
Jan SchlaudraffSchoss mindestens das Tor des Monats:
Jan Schlaudraff

Werder kam mit dem klaren Ziel der Tabellenführung an den Tivoli, ließ dabei den Gegner aber völlig aus den Augen. Aachen verkaufte sich prächtig, stemmte sich geschlossen und selbstbewusst gegen die spielstarken Gäste. Gleich zweimal mussten die Bremer einem Rückstand nachlaufen und hätten am Ende trotzdem fast noch gewonnen.

Die größte Aufmerksamkeit wurde auf Bremer Seite diesmal nicht Diego oder Klose zuteil, sondern Torsten Frings, der sein Handwerk auf dem Tivoli erlernt hatte und entsprechend herzlich empfangen wurde. Weil Frank Baumann erneut fehlte, lief Frings sogar als Kapitän in sein altes Wohnzimmer ein, musste allerdings feststellen, dass die Alemannia den Gästen anfangs deutlich überlegen war. Besonders im Mittelfeld hatte Aachen großes Übergewicht und stieß immer wieder gefährlich in die Spitze. Nach einer Viertelstunde hatten Fiel, Reghecampf und Rösler schon drei passable Einschussmöglichkeiten versiebt. Werder hatte Glück, dass seine Passivität nicht härter bestraft wurde. Einzige Waffen der Gäste waren bis dahin die Standards, die aber allesamt nichts einbrachten. Gefährlich war es immer nur auf der anderen Seite, wo Reghecampf erst die Latte rasierte (22.) und elf Minuten später tatsächlich die Führung einleitete; Rösler köpfte seine Flanke unhaltbar ein. Es war ein allemal verdienter Zwischenstand, denn Werder hatte sich einlullen lassen, und Aachens Bemühungen gehörten belohnt. Vor der Pause gab es noch zwei knifflige Szenen. Erst holte Naldo einen Aachener im Strafraum von den Beinen, auf der anderen Seite wurde Borowski an der gleichen Stelle zu Boden geschubst. Beide Male blieb die Pfeife von Schiri Merk stumm, was an den Beschwerden der Teams freilich nichts änderte.

Mit Wiederbeginn gab Werder seine Zurückhaltung auf und wurde prompt dafür belohnt. Einen langen Ball an die Grundlinie legte Klose mit dem Kopf zurück, wo Mertesacker stand und wuchtig zu seinem ersten Tor im Werder-Dress verwandelte (47.). Früh bahnte sich an, dass Bremen diese Halbzeit dominieren würde, doch das stetig wachsende Übergewicht brachte außer Szenenapplaus nichts ein. Aachen dagegen reichte ein einziger Angriff, um erneut in Führung zu gehen und das auch noch absolut sehenswert. Irgendwo am linken Strafraumeck tauchte Jan Schlaudraff mit dem Ball am Fuß auf und tankte sich langsam nach rechts durch. Erst an einem, dann am zweiten, dann am dritten Verteidiger vorbei, um schließlich nicht auf den besser postierten Rösler zu legen, sondern Tim Wiese mit einem gekonnten Heber zu düpieren - ein echtes Husarenstück (68.). Tatsächlich blieb es auch der letzte Torversuch der Alemannia im zweiten Durchgang. Der ganze Rest gehörte Werder, wobei es nicht einfach war, gegen die zähen Verteidiger zu ordentlichen Chancen zu kommen. Zum Ausgleich sollte es allerdings noch langen, weil eine Ecke von Frings direkt auf den in die Luft geschossenen Klose segelte. Dieser stieß vor seinem Kopfball allerdings Sichone zu Boden, so dass das 2:2 eigentlich nicht hätte zählen dürfen (79.). In der Schlussminute hatte allerdings auch die Alemannia noch einmal Glück, als Naldo einen hohen Ball frei vor dem Tor erwischte. Mit einer überragenden Parade aber verhinderte Christian Nicht die Niederlage, so wie Aachen ohnehin das beste Spiel seit dem Wiederaufstieg zeigte. Eine Pleite gegen schwache Bremer hätte das nicht ausreichend gewürdigt.

Maik Großmann

Spielstatistik Alemannia Aachen - SV Werder Bremen

Alemannia Aachen

-

SV Werder Bremen

2:2 (1:0)

Bundesliga 2006/2007, 13. Spieltag
18.11.2006, 15:30 Uhr
Tivoli (Aachen), 20.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Markus Merk (Otterbach)
Tore
1:0 Sascha Rösler 33. (Kopfball, Reghecampf)
1:1 Per Mertesacker 47. (Kopfball, Klose)
2:1 Jan Schlaudraff 68. (Rechtsschuss)
2:2 Miroslav Klose 79. (Kopfball, Frings)
Aufstellung Bremen
Tim Wiese (3,5)
Clemens Fritz (4,0)
Naldo (3,5)
Per Mertesacker (3,0)
Pierre Womé (4,5)
Jurica Vranjes (4,5)
Torsten Frings (3,5)
Tim Borowski (4,0)
Diego (3,5)
Miroslav Klose (3,0)
Aaron Hunt (4,0)
Wechsel Bremen
Daniel Jensen
für Jurica Vranjes
(3,5)
(46.)
Hugo Almeida
für Tim Borowski
(―)
(70.)
Karten Aachen
keine
Karten Bremen
Gelb für Jurica Vranjes
Gelb für Torsten Frings
Gelb für Diego