An der ehemaligen Wirkungsstätte seines Vaters erfolgreich: Ebi SmolarekDas Remis zwischen Frankfurt und Dortmund entsprach den dargebotenen Leistungen. Der BVB demonstrierte vor allem zu Beginn, warum er auswärts derzeit so stark ist. Die Eintracht machte nach der Führung den Sack nicht zu.
Eintracht-Coach Funkel stellte nach zuletzt zwei Niederlagen in der Defensive um. Für Vasoski (gesperrt) und Spycher liefen Kyrgiakos und Rehmer auf. Auch Stammtorhüter Pröll kehrte nach hartnäckiger Rippenverletzung wieder zwischen die Pfosten zurück. Der in den eigenen Reihen stark kritisierte Borussen-Trainer Bert van Marwijk konnte dagegen zum dritten Mal in Folge auf die gleiche Anfangsformation zurückgreifen. Die ersten Minuten der Partie deuteten bereits an, dass beide Teams nicht ausschließlich auf Torsicherung bedacht waren. Tinga (7.) und Dede (9.) hatten die ersten Möglichkeiten für den BVB, scheiterten aber in letzter Konsequenz am gut reagierenden Pröll. Vor dem Gehäuse von Weidenfeller wurde es erstmals nach 20 Minuten kribblig, als Meier aus wenigen Metern nur knapp über den Querbalken zielte. Im direkten Gegenzug hatte Smolarek das 1:0 auf dem Schlappen. Der Pole tauchte nach einem herrlichen Zuspiel in die Tiefe frei vor Pröll auf, überlupfte diesen elegant und musste sich am Ende lediglich ärgern, dass Kyrgiakos die Kugel mit einer artistischen Einlage noch von der Linie kratzte (21.). Die Dortmunder hatten bis zu diesem Zeitpunkt ihre hinlänglich bekannte Auswärtsstärke unter Beweis gestellt, leisteten sich in der Abwehr aber den einen oder anderen Lapsus. Dede durfte sich nach seinem Bock bei Weidenfeller bedanken, der den Schuss von Huggel unter sich begrub (34.). Beim nächsten Aussetzer war aber auch der Gäste-Keeper machtlos. Smolarek brachte den Ball nach einer Streit-Ecke nicht unter Kontrolle, so dass Kyrgiakos mit einem unerwartet eleganten Seitfallzieher aus sieben Metern wuchtig in den Winkel vollstrecken durfte (38.). Mit dem knappen Vorsprung für die Hessen, der sich lange Zeit nicht andeutete, wurden auch die Seiten gewechselt.
Ihrer offensiven Grundausrichtung blieben beide Teams auch nach dem Wechsel treu. Die intensiver geführten Zweikämpfe ließen allerdings kaum zwingende Gelegenheiten zu. Während die Eintracht einen Tick tiefer stand und die Dortmunder kommen ließ, waren diese meist in Strafraumhöhe mit ihrem Latein am Ende. Bei Weidenfeller durften sich die Schwarz-Gelben bedanken, der unmittelbar nach Wiederbeginn mit einer starken Parade gegen den durchgebrochenen Amanatidis eine mögliche Vorentscheidung verhinderte (47.). Der Grieche stand auch bei der ersten Großchance in der zweiten Halbzeit für den BVB im Mittelpunkt, als er einen Wörns-Kopfball im Fünfer aus der Gefahrenzone bugsierte (61.). Frankfurt war nur noch selten in der gegnerischen Hälfte zu finden, blieb aber über die Standards von Streit stets gefährlich. In der 65. Minute fand eine Ecke des Mittelfeldakteurs den völlig unbewachten Takahara, der das Spielgerät aus acht Metern lediglich neben das Tor platzierte (65.). Vier Minuten später wähnten sich die Hausherren auf der sicheren Seite, als Meier den Ball über die Torlinie schaufelte. Doch das Gespann der Unparteiischen hatte im Zweifel gegen den Angeklagten entschieden und verweigerte dem Treffer wegen Abseits die Anerkennung. Den Adlerträgern schien der Dreier nun kaum noch zu nehmen, ehe die Borussen völlig unvermittelt zuschlugen. Eine maßgeschneiderte Flanke von Frei köpfte Smolark zum 1:1-Endstand ein (79.). In den verbleibenden zehn Minuten konnten sich alle Beteiligten mit dem Unentschieden anfreunden, dass am Ende jedoch keinem so recht schmeckte.
Kai Endres
Eintracht Frankfurt
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Sotirios Kyrgiakos | 38. | (Rechtsschuss) |
| 1:1 | Euzebiusz Smolarek | 79. | (Kopfball, Frei) |
Aufstellung Frankfurt![]() |
|
|---|---|
| Markus Pröll | (3,0) |
| Patrick Ochs | (3,5) |
| Sotirios Kyrgiakos | (2,0) |
| Marco Russ | (4,5) |
| Marko Rehmer | (4,0) |
| Albert Streit | (2,5) |
| Michael Fink | (3,5) |
| Benjamin Huggel | (3,5) |
| Alexander Meier | (4,0) |
| Ioannis Amanatidis | (3,0) |
| Naohiro Takahara | (4,5) |
Aufstellung Dortmund |
|
|---|---|
| Roman Weidenfeller | (2,0) |
| Florian Kringe | (4,0) |
| Martin Amedick | (4,0) |
| Christian Wörns | (3,5) |
| Dédé | (3,5) |
| Tinga | (4,0) |
| Marc-André Kruska | (4,0) |
| Nuri Sahin | (3,5) |
| Nelson Valdez | (4,5) |
| Alexander Frei | (2,5) |
| Euzebiusz Smolarek | (3,5) |
Wechsel Frankfurt![]() |
|
|---|---|
| Christoph Spycher für Michael Fink |
(―) (82.) |
| Benjamin Köhler für Naohiro Takahara |
(―) (82.) |
Wechsel Dortmund |
|
|---|---|
| Matthew Amoah für Nelson Valdez |
(―) (68.) |
| Steven Pienaar für Marc-André Kruska |
(―) (74.) |
Karten Frankfurt![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Albert Streit |
Karten Dortmund |
|
|---|---|
| Gelb für | Alexander Frei |
| Gelb für | Tinga |
Trainer Frankfurt![]() |
|---|
| Friedhelm Funkel |
Trainer Dortmund |
|---|
| Bert van Marwijk |