Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Alemannia Aachen

Reise ohne jeden Wert

Schon wieder Nachwuchs bei der Alten Dame: Ashkan DejagahSchon wieder Nachwuchs bei der Alten Dame: Ashkan Dejagah

Wegen der überraschend guten Tabellenplatzierung war eine sehr ordentliche Kulisse in Berlin versammelt. Erfreulich am Spiel der Hertha war aber einzig das Ergebnis. Mehr als oberes Mittelmaß konnte die biedere und langweilige Vorstellung niemals erreichen, einmal mehr war das Ideenzentrum völlig unterbesetzt. Aachen verlor nicht nur unglücklich alle Punkte, sondern auch Sascha Rösler, dem bei einem schweren Foul der Fußknochen entzwei brach.

Während Aachen zuletzt Werder Bremen einen heißen Tanz geboten hatte (2:2), war Berlin aus Dortmund sogar mit dem ersten Auswärtssieg heimgekehrt. Insofern erstaunte, dass beide Teams mächtig verhalten begannen und in erster Linie des Gegners Räume beschneiden wollten. Jan Schlaudraff war der erste, der sich einmal etwas zutraute. Über den linken Flügel pirschte er weit in Herthas Hälfte, konnte Fiedler mit seiner verunglückten Flanke aber nicht überlisten (12.). Allmählich taute dann auch die Hertha auf, kam durch Lakic (14.) und Dejagah (19.) zu ersten Möglichkeiten. Glanzvoll war es aber nicht, was die Gastgeber zeigten, denn im Mittelfeld lief zu viel durcheinander, außerdem zerstörten immer wieder Fehlpässe den mühsam hergestellten Spielfluss. Aachens Anteil am trüben Gesamtbild war kleiner und zudem verzeihlich. Als Hertha gegen Ende des Durchgangs dann etwas zulegte, kamen die Alemannen aber auch schnell in Schwulitäten. Pantelics Schuss mit dem Außenspann war noch sichere Beute von Christian Nicht (35.). Sechs Minuten später jedoch fiel dann das 1:0, als Lakic eine Ecke an den Pfosten köpfte und Pantelic in aller Ruhe abstauben konnte. Völlig überraschend folgte aber sofort der Ausgleich. Reghecampf legte in Bedrängnis kurz auf Lehmann ab, der ohne Vorwarnung abzog und genau in den Winkel traf (45.).

Als das Spiel von neuem begann, waren beide Teams erheblich engagierter. Erst schoss Pantelic über das Tor (49.), dann scheiterten auf der anderen Seite Reghecampf (53.) und Sascha Rösler per Kopf (57.). Fehlerüberflutet war die Partie noch immer, zumindest war das Remis nun aber umkämpfter, und als vieles eher auf Aachen hindeutete, trafen die Gastgeber zum 2:1. Fathis Flanke senkte sich weit in den Strafraum hinein und war eigentlich eine Pflichtübung für Christian Nicht. Aachens Keeper unterlief die Bogenlampe allerdings, so dass der junge Dejagah kinderleicht zu seinem ersten Bundesligatreffer kam (62.). So wenig durchdacht die Berliner Führung erneut zustande gekommen war, so ungebrochen wehrhaft reagierte die Alemannia darauf. Schüsse von Rösler und Schlaudraff zwangen Falko Götz zum Reagieren. Schon nach 66 Minuten nahm er Lakic vom Platz und brachte Zecke Neuendorf, um das Remis über die Zeit zu bringen. Falsch lag Herthas Trainer damit nicht, denn die Alte Dame hielt das 2:1 und hätte sich auch noch einen höheren Sieg erkontern können. Einen dann doch glücklichen Punkt hätte Aachen aber wohl doch mitgenommen, hätte Schiri Perl den Gästen nach 80 Minuten einen Elfmeter gegeben. Das gestreckte Bein von Simunic gegen Rösler wurde aber nicht nur übersehen, sondern hatte auch tragische Folgen. Mit nichts weniger als einem Fußbruch musste der Blondschopf vom Platz getragen werden.

Maik Großmann

Spielstatistik Hertha BSC - Alemannia Aachen

Hertha BSC

-

Alemannia Aachen

2:1 (1:1)

Bundesliga 2006/2007, 14. Spieltag
25.11.2006, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 35.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Tore
1:0 Marko Pantelic 41. (Rechtsschuss, Lakic)
1:1 Matthias Lehmann 45. (Rechtsschuss, Reghecampf)
2:1 Ashkan Dejagah 62. (Kopfball, Fathi)
Karten Hertha BSC
Gelb für Dick van Burik
Gelb für Gilberto
Gelb für Malik Fathi
Karten Aachen
Gelb für Cristian Fiél